Darsteller, Sprecher und Sänger

Schauspieler Tim Curry ist tot: Diese Rollen machten ihn zur Legende

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von Marie-Finn Bruker

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Tim Curry ist tot: Kultstar stirbt mit 80

Videoclip • 59 Sek • Ab 12


Er prägte die Kinowelt mit einem dämonischen Grinsen: Ob als Dr. Frank N. Furter in der "Rocky Horror Show" oder als Clown Pennywise in Stephen Kings "Es" – Tim Curry verzauberte (und verstörte) Generationen von Fans. Nun ist der britische Schauspieler verstorben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der britische Schauspieler, Sänger und Sprecher Tim Curry ist tot – er wurde 80 Jahre alt.

  • Curry debütierte in den 1970er-Jahren in der "Rocky Horror Show" als sexbesessener Wissenschaftler.

  • Nach einem Schlaganfall 2012 widmete sich Curry vor allem der Film- und Hörbuchsynchronisation, bevor er vergangenes Jahr seine Biografie veröffentlichte.

Der britische Schauspieler Tim Curry ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Das berichteten verschiedene Medien unter Berufung auf seine Managerin. Curry war bekannt für sein dämonisches Grinsen in der "Rocky Horror Show", überzeugte in zahlreichen Filmen und als Sprecher. Bei seiner ersten Rolle bei dem Musical "Hair" tanzte er nackt vor dem Publikum – und prägte seither international die Bühnen.

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Anfänge einer Legende

Timothy James Curry erblickte 1946 in der Grafschaft Cheshire nahe Liverpool das Licht der Welt. Aufgrund der Militärkarriere seines früh verstorbenen Vaters verbrachte er seine Kindheit teilweise in Hongkong. Später studierte er Schauspiel an der Universität Birmingham. Seine Mutter soll schon beschämt im Publikum gesessen haben, als Curry Ende der 60er-Jahre in seiner ersten Rolle bei dem Musical "Hair" nackt auf der Bühne getanzt hatte. Das war, bevor er als Dr. Frank N. Furter die Rolle seines Lebens fand.

Mit dem Beginn der 70er-Jahre holte sein "Hair"-Kollege O'Brien Curry zur "Rocky Horror Show". Am 16. Juni 1973 wurde sie vor nur 85 Menschen uraufgeführt. Das Stück war ein Schock für das Großbritannien der 1970er-Jahre: Tim Curry spielte darin den sexbesessenen Wissenschaftler Frank N. Furter, einen Außerirdischen mit Strapsen, Make-up und in Frauenkleidern. Der "Transvestit vom Planeten Transsexual aus der Galaxie Transylvania" wurde Jahre später zu einem weltweiten Phänomen. Spätestens seit der Verfilmung 1977 wurde Curry so zur Ikone in der Schwulen-Szene.

Das leinwandgroße Grinsen Frank N. Furters in "Rocky Horror Picture Show" machte Curry weltbekannt. Seinem großen Durchbruch und dem damit einhergehenden Ruhm konnte der Schauspieler schon damals wenig abgewinnen. "Ich genieße das nicht", sagt er dem "Guardian", "aber ich spiele das Spiel mit."


Zwischen Mozart und Pop

Zunächst blieb Curry dem Kino allerdings fern und widmete sich dem Fernseh- und Musicalgeschäft. Er spielte regelmäßig im Londoner West End und am Broadway in New York – etwa in Brechts "Dreigroschenoper" und Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte ("A Christmas Carol"). Als Wolfgang Amadeus Mozart in der Broadway-Version von "Amadeus" war er für einen Tony, den wichtigsten US-amerikanischen Theater- und Musicalpreis, als Bester Hauptdarsteller nominiert.

Daneben versuchte sich Curry, der schon als Kind in der Kirche gesungen hatte, als Popstar. Der Soundtrack der "Rocky Horror Picture Show" hatte sich millionenfach verkauft. Mit seinen eigenen Alben ("Read My Lips", "Fearless" und "Simplicity") wollte es jedoch nie so richtig klappen. Die Single "I Do The Rock", geschrieben mit Filmkomponist Michael Kamen ("Stirb langsam"), schaffte es letztendlich doch in die US-Charts.

Umzug nach LA und Karriere in Hollywood

Ab den 1980er-Jahren klappte es dann auch mit Currys Filmkarriere. So spielte er in John Hustons Musical "Annie" und der Krimikomödie "Alle Mörder sind schon da". Für Ridley Scotts Fantasy-Abenteuer "Legende" schlüpfte er 1985 als Herr der Finsternis in ein spektakuläres Teufelskostüm. Der Film startete mit einem Flopp – heute ist er Kult.

Später zog der Schauspieler in die USA. "Ich bin nach LA gezogen, weil sie dort die Kameras auf einen richten", sagte er der "New York Times". "Und ich möchte, dass sie das machen." Currys Plan ging auf. In den 1990er-Jahren stand er deutlich häufiger vor der Kamera, wenn auch überwiegend in Nebenrollen. Einen seiner bekanntesten Auftritte schaffte er als furchterregender Clown Pennywise im Horror-Klassiker "Es" von Stephen King. Außerdem spielte er in "Jagd auf Roter Oktober", "Kevin – Allein in New York" und "Die drei Musketiere" mit. Am besten gefiel ihm jedoch "Muppets – Die Schatzinsel".


Leben nach dem Schicksalsschlag

Später konzentrierte sich Tim Curry vor allem aufs Sprechen. Mit seiner markanten Stimme verlieh er zahlreichen Figuren in Zeichentrick-, Kinderserien und Videospielen Leben und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Nach einem schweren Schlaganfall im Jahr 2012 arbeitete der mittlerweile 67-Jährige weiterhin vor allem mit seiner Stimme. Seitdem war Curry teilweise gelähmt und saß im Rollstuhl. Seinen Humor verlor er dadurch nicht. "Am Tag vor dem Schlaganfall hab ich drei Schachteln geraucht", scherzte er in einem "Guardian"-Interview. "Das werde ich nicht wieder machen."

Als die "Rocky Horror Picture Show" 2016 fürs Fernsehen neu mit Curry als Erzähler verfilmt wurde, schließt sich der Kreis. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er seine Autobiografie "Vagabond", in der er Geschichten aus seinem bewegenden Leben in der Hörbuchfassung ebenfalls selbst einsprach.

Laut seiner Website war Tim Curry nie verheiratet und hat keine Kinder. Sein Privatleben hielt der gebürtige Brite allerdings überwiegend aus der Öffentlichkeit heraus. In "Vagabond" erklärte er, warum: "Affären des Herzens oder im Bett gehen euch – bei allem Respekt – verdammt noch mal nichts an."


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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