Entscheidung nach Kommunalwahl offen

Kein Olivia-Jones-Platz in Springe: Ortsrat bremst Pläne aus

Veröffentlicht:

von Andrea E.

Olivia Jones ist eine der bekanntesten Dragqueens in Deutschland.

Bild: Marcus Brandt/dpa


Ein Platz für die Dragqueen Olivia Jones als Zeichen für Vielfalt? Daraus wird in ihrem Heimatort Springe vorerst nichts. Der Ortsrat hat die Entscheidung über die Umbenennung einer vom Bürgermeister vorgeschlagenen Location vertagt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Olivia-Jones-Platz in Springe (Landkreis Hannover) kommt vorerst nicht.

  • Der Ortsrat hat die Entscheidung verschoben.

  • Olivia Jones und der Bürgermeister von Springe bedauern das.

Die niedersächsische Stadt Springe bekommt vorerst keinen nach Olivia Jones benannten Platz. Der Ortsrat vertagte am Mittwochabend die Entscheidung über die Umbenennung, wie Bürgermeister Christian Springfeld bestätigte.

Ob die Pläne zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal auf die Tagesordnung kommen, ist noch offen. Laut Springfeld steht derzeit nicht fest, ob und wann sich ein neuer Ortsrat nach der Kommunalwahl erneut mit dem Thema beschäftigen wird.

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Bürgermeister wünscht Zeichen für Vielfalt

Springfeld hatte sich dafür eingesetzt, einen bislang namenlosen Platz vor dem Alten Rathaus umzubenennen. Damit wollte der Bürgermeister nicht nur Olivia Jones als gebürtige Springerin würdigen, sondern auch ein Zeichen für die Sichtbarkeit sexueller Minderheiten setzen.

Olivia Jones ist die Kunstfigur des Travestiekünstlers Oliver Knöbel, der aus Springe südwestlich von Hannover stammt. Die 56-jährige Dragqueen lebt in Hamburg, ist regelmäßig im TV zu sehen und betreibt mehrere Lokale auf der Reeperbahn. In ihrer Heimatstadt wurde sie bereits zur Ehrenbotschafterin ernannt.


Olivia Jones schlägt Kompromiss vor

Einen Tag vor der Abstimmung hatte sich die Dragqueen bereits zu den Plänen geäußert. In einem offenen Brief bezeichnete sie die mögliche Benennung als Gelegenheit, ein besonderes Zeichen für Vielfalt zu setzen. Gleichzeitig brachte sie einen Kompromiss ins Gespräch. Statt ausschließlich ihren Namen zu tragen, könnte der Ort auch "Olivia-Jones-Platz der Vielfalt" heißen, so ihr Vorschlag.


Jones und Bürgermeister enttäuscht

Nach der vertagten Entscheidung äußerte Jones die Hoffnung, dass der Plan damit nicht endgültig gescheitert sei. Sie hoffe, dass "aufgeschoben" nicht "aufgehoben" bedeute.

Auch Bürgermeister Springfeld zeigte sich unzufrieden. Er müsse die Entscheidung des Ortsrats zwar respektieren, könne sie aber nicht gutheißen. Ob die Platzbenennung nach der Kommunalwahl erneut diskutiert wird, bleibt offen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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