Mücke eingeschleppt?
Zwei Malaria-Tote am Frankfurter Flughafen: Weitere Mitarbeiter infiziert
Aktualisiert:
von Andrea E.:newstime
Malaria-Alarm am Frankfurter Flughafen
Videoclip • 01:17 Min • Ab 12
Zwei Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens sind nach einer Malaria-Infektion gestorben. Als Ursache gilt eine eingeschleppte Mücke.
Das Wichtigste in Kürze
Ein seltener Malaria-Ausbruch beschäftigt den Frankfurter Flughafen.
Mehrere Angestellte sind erkrankt – zwei von ihnen sind mittlerweile gestorben.
Experten vermuten, das Insekt ist mit einem Flugzeug nach Deutschland gelangt.
Nach einer Malaria-Infektion sind bereits zwei Beschäftigte des Frankfurter Flughafens gestorben. Angaben des Frankfurter Gesundheitsamts zufolge gab es bereits Anfang Juli den ersten Todesfall. Demnach sei die Ursache erst nach dem Tod des Patienten festgestellt worden. Der zweite folgte im August.
Am Mittwoch (26. August) bestätigte die Betreibergesellschaft Fraport den zweiten Todesfall. Sie sprach den Angehörigen Mitgefühl aus. Zuvor hatte "hessenschau.de" über den Fall berichtet.
Als Ursache für die Infektion kommen laut der offiziellen Mitteilung eingeschleppte Mücken infrage. Bereits Anfang Juli dieses Jahres hatte das Robert Koch-Institut (RKI) einen Ausbruch mit zunächst vier erkrankten Flughafen-Beschäftigten bestätigt. Schließlich waren sechs Mitarbeiter:innen betroffen. Alle hätten sich im Rahmen ihrer Arbeit angesteckt und befänden sich in ärztlicher Behandlung.
Auch in den News:
Mückenfallen am Frankfurter Flughafen
Das RKI vermutet, dass die Infektionen vermutlich durch eine importierte Anophelesmücke ausgelöst wurden. Das Tier könnte mit einem Flugzeug nach Deutschland gelangt sein und anschließend die tropische Krankheit übertragen haben.
Als Reaktion auf die Erkrankungen wurden am Flughafen Mückenfallen aufgestellt, mit denen Insekten gefangen wurden, so der Fraport-Sprecher. Die gefangenen Mücken werden nun in einem Labor untersucht.
"Wahrscheinlich ist die Mücke schon tot", so der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, Peter Tinnemann, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das von Mensch zu Mensch ausweitet, ist nicht gegeben. Das Risiko für die Frankfurter Bevölkerung ist vernachlässigbar."
Was ist Flughafenmalaria?
Malaria ist laut dem Auswärtigen Amt eine lebensbedrohliche Krankheit, die von dämmerungs- und nachtaktiven Mücken übertragen wird. Besonders bei Risikogruppen kann eine Infektion bis zum Koma führen und tödlich enden. Mückenschutz und vorbeugende Medikamente können eine Erkrankung mit Malaria verhindern.
Die sogenannte Flughafenmalaria kommt laut RKI nur sehr selten vor. Sie kann entstehen, wenn eine infektiöse Mücke mit einem Flugzeug oder im Gepäck eingeschleppt wird. Eine Übertragung erfolgt in solchen Fällen entweder im Flugzeug selbst, auf dem Flughafengelände oder in dessen unmittelbarer Umgebung.
Nicht der erste Fall in Frankfurt
Zuletzt wurde eine solche Erkrankung nach Angaben des Instituts im Jahr 2023 am Frankfurter Flughafen dokumentiert. Das RKI weist deshalb auch auf die Wichtigkeit von fachlichen Diagnosen hin. Ärzte sollten laut dem RKI besonders im Sommer bei Menschen mit unklarem Fieber auch Flughafenmalaria in Betracht ziehen, wenn diese an einem Airport mit interkontinentalen Passagier- oder Frachtverbindungen arbeiten oder sich in dessen unmittelbarer Umgebung aufhalten.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
hessenschau.de
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