Eingestürztes Bauwerk
Teurer als gedacht – Abriss der Carolabrücke in Dresden sprengt alle Kalkulationen
Aktualisiert:
von dpaBlick auf die historische Altstadtkulisse mit dem Terrassenufer (von links nach rechts), dem Ständehaus, dem Hausmannsturm, der Hofkirche und der Semperoper. Nach dem Abriss der Carolabrücke sind neue Sichtachsen auf die Altstadt entstanden.
Bild: Robert Michael/dpa
Neubau erst ab 2028: Die Abrisskosten der Carolabrücke fallen höher aus als gedacht. Für Sicherungsmaßnahmen und Verkehrsführung sind rund fünf Millionen Euro geflossen.
Der Abriss der Carolabrücke wird die Landeshauptstadt Dresdenvoraussichtlich 32 Millionen Euro kosten. Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Stadtrat hervor.
Damit liegt die Kostenschätzung der Stadt deutlich über den zuletzt genannten Zahlen. Noch Ende Juli hatte die Projektleiterin für den Abriss, Grit Ernst vom Straßen- und Tiefbauamt der Landeshauptstadt, die Abrisskosten auf 18 Millionen Euro geschätzt.
Neubau frühestens ab 2028
Laut Stadtverwaltung sind für den Abbruch aller drei Brückenzüge allein 27 Millionen Euro nötig gewesen. Weitere rund fünf Millionen Euro seien außerdem angefallen für Sicherungsmaßnahmen, die Verkehrsführung und die Zustandserfassung der Brücke.
Linke hinterfragen Kostenexplosion
"Wenn innerhalb weniger Monate die Kosten für den Abriss explodieren, dann stellt sich die Frage, wie realistisch die finanziellen Planungen der Stadtverwaltung für den Neubau der Carolabrücke sind", reagierte André Schollbach, Fraktionschef der Linken im Stadtrat. Bei allen Entscheidungen müsse die Kostenentwicklung einer kritischen Prüfung unterzogen werden. "Dass Oberbürgermeister und Finanzbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) schon beim Abriss die Kontrolle über die Kosten verloren hat, lässt für den Neubau der Brücke leider Schlimmeres befürchten."
Neubau soll bis 2031 vollendet sein
Der Neubau der Carolabrücke in Dresden soll laut Stadtverwaltung im Jahr 2031 fertiggestellt und könnte zweiten Quartal 2028 begonnen werden. Der Stadtrat hatte in diesem Sommer einen vierspurigen Ersatzneubau der im vorigen Jahr teilweise eingestürzten Brücke beschlossen.
Einer von drei Strängen der Carolabrücke war in der Nacht zum 11. September 2024 überraschend auf etwa 100 Metern Länge eingebrochen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich weder Fahrzeuge noch Menschen auf dem Bauwerk aus den 1970er Jahren, so dass niemand verletzt wurde.
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