Nepal und Tibet

Sturzflut im Himalaya: Mehr als 1.000 Todesopfer – über 5.100 werden weiterhin vermisst

Aktualisiert:

von Christopher Schmitt

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Angst vor neuer Flut lähmt Rettungsarbeiten (28. August)

Videoclip • 01:43 Min • Ab 12


An der nepalesisch-tibetanischen Grenze wächst die Zahl der Todesopfer nach der verheerenden Sturzflut in die Vierstelligkeit. Unterdessen bietet die humanitäre Lage Raum für gefährliche Seuchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya ist die Zahl der Todesopfer auf über 1.000 gestiegen.

  • Es werden weiterhin mehr als 5.000 Menschen vermisst, darunter Hunderte Ausländer:innen.

  • Im Katastrophengebiet wächst die Sorge vor Seuchen.

Die erschütternden Folgen der Himalaya-Katastrophe zeichnen sich immer deutlicher ab: Knapp eine Woche nach der gewaltigen Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet hat die Zahl der Todesopfer die Schwelle von 1.000 überschritten. Die Polizei in Kathmandu meldete allein in Nepal mehr als 1.000 Tote, China berichtete von 16 Opfern auf tibetischer Seite. Doch die wahre Dimension der Tragödie könnte noch weit größer sein: Mehr als 5.100 Menschen werden vermisst – fast 4.600 in Nepal und knapp 550 in Tibet.

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Schneise der Verwüstung durch die Berge

Am vergangenen Mittwoch (26. August) hatte ein massiver Gletscherabbruch eine tödliche Lawine aus Wasser, Eis, Schlamm und Geröll ausgelöst, die sich durch die Grenzregion wälzte und alles mit sich riss. Chinesische Behörden stellten fest, dass am Südhang des Gipfels Langtang Lirung in rund 5.200 Meter Höhe Eis und Gestein abgebrochen waren – zwischen dem Abbruch und dem Auftreffen der Lawine am Grenzübergang Gyirong in Tibet vergingen nur sechs bis sieben Minuten.

In Betrawati, einer der am schwersten betroffenen Städte, entdeckten Einsatzkräfte in einem einzigen Gebäude 24 Leichen – eine der höchsten Zahlen von Toten, die bislang an einem Ort gefunden wurden. "Wir haben bereits acht geborgen, aber 16 weitere Tote müssen noch geborgen werden", sagte der stellvertretende Polizeichef des Distrikts Nuwakot, Iqbal Hawari.

Hunderte Ausländer:innen unter den Vermissten

Auch von Hunderten Ausländer:innen fehlt seit der Katastrophe jede Spur, darunter laut Auswärtigem Amt von "einigen Deutschen". Die Behörden in Nepal sprechen von acht vermissten Deutschen. Eine vierköpfige Familie aus Bayern wurde hingegen in den Tagen nach der Flut gerettet und mit einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht. "Wir haben die Flutwelle gesehen und sind dann mit allem, was wir hatten, den Hügel hinaufgerannt", erzählte der Vater Manuel Münch.

Unter den auf tibetischer Seite vermissten Ausländer:innen befinden sich Menschen aus 23 Ländern, darunter drei Deutsche, 18 US-Amerikaner:innen und 15 Brit:innen.

Verzweifelte Suche in verschütteten Tunneln

Besonders dramatisch gestaltet sich die Suche nach Hunderten vermissten Arbeiter:innen, die in den Tunnelsystemen verwüsteter Wasserkraftanlagen vermutet werden. Die Flutwelle traf zwölf im Betrieb oder im Bau befindliche Wasserkraftprojekte – fast 900 Beschäftigte waren nicht erreichbar, die tatsächliche Zahl könnte noch deutlich höher liegen. Nepalesische Sicherheitskräfte arbeiten mit Spezialistenteams aus Indien und China zusammen, um die Tunnel zu öffnen.

Gefahr durch Seuchen und neue Fluten

Die hygienischen Bedingungen im Unglücksgebiet sind katastrophal. Mitarbeiter:innen der Hilfsorganisation Save the Children berichteten von zahlreichen Leichensäcken entlang der Straße nach Trishuli Bazar. "Verwesende menschliche und tierische Überreste, nicht entsorgter Abfall und stehendes Wasser erhöhen zusätzlich das Gesundheitsrisiko für die Menschen in der Region", warnte die Organisation. Besonders groß ist die Sorge vor Cholera, Hautinfektionen und Dengue-Fieber.

Zudem bleibt die Gefahr weiterer Fluten bestehen. Nepal warnte vor einer möglichen neuen Katastrophe am Fluss Bhotekoshi. Die Behörden mahnten die Menschen in den Gegenden Rasuwa, Nuwakot und Dhading zur Vorsicht.


Kritik an Chinas Informationspolitik

Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Informationslage in Tibet scharf. Human Rights Watch verwies auf Berichte, wonach Journalist:innen in China der Zutritt zum Katastrophengebiet sowie Interviews mit betroffenen Familien untersagt worden seien. Ausländische Journalist:innen benötigen für eine Einreise nach Tibet bereits seit Jahren eine Sondergenehmigung.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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