Spektakulärer Crash steht bevor
SpaceX-Rakete vor Einschlag auf dem Mond
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Elon Musks Kurswechsel: Mond vor Mars
Videoclip • 01:22 Min • Ab 12
Im Sommer 2026 wird der Mond von einem ungebetenen Besucher getroffen: Eine ausgediente SpaceX-Falcon‑9-Rakete rast auf den Erdtrabanten zu. Astronom:innen haben die Kollision minutiös berechnet.
Das Wichtigste in Kürze
Am 5. August 2026 prallt eine etwa fünf Stockwerke hohe Rakete von SpaceX auf den Mond.
Sie hatte vor einem Jahr zwei Astronauten ins All gebracht und befand sich seitdem in der Erdumlaufbahn.
Sichtbar wird das Ereignis aber kaum sein.
Eine ausgediente SpaceX-Falcon‑9‑Rakete droht im Sommer 2026 auf dem Mond einzuschlagen. Nach Berechnungen des Astronomen Bill Gray vom Projekt Project Pluto wird die Oberstufe am 5. August 2026 nahe dem Einstein-Krater aufschlagen – an der Grenze zwischen der erdzugewandten und der abgewandten Seite des Mondes.
Bei dem Objekt handelt es sich um die Oberstufe der Falcon 9, die am 15. Januar 2025 zwei Mondlander auf den Weg brachte: Blue Ghost von Firefly Aerospace und Hakuto‑R Mission 2 des japanischen Unternehmens ispace. Statt in die Erdatmosphäre zurückzustürzen oder die Erde in Richtung Sonne zu verlassen, verblieb die Rakete in einer stark elliptischen Erdumlaufbahn und kreuzt seither regelmäßig die Bahn des Mondes.
Einschlag von der Erde aus kaum sichtbar
Die rund fünf Stockwerke hohe Raketenstufe bewegt sich nach Grays Berechnungen beim Aufprall mit etwa 8.700 km/h – rund dem Siebenfachen der Schallgeschwindigkeit. Aus Beobachtungsdaten schließt er, dass das Objekt den Mond am 5. August genau in dem Moment trifft, in dem sich seine Bahn mit der Mondbahn schneidet. Der resultierende Einschlagkrater dürfte nach Vergleichen mit einem ähnlichen Impact 2022 etwa 16 bis 18 Meter Durchmesser erreichen; die NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter könnte ihn später fotografisch erfassen.
Für Menschen auf der Erde ist der Einschlag kaum zu beobachten. Zwar wird die Einschlagsregion zum Zeitpunkt des Ereignisses im Sonnenlicht liegen und der Mond über Teilen Nord- und Südamerikas am Himmel stehen. Doch bereits frühere kontrollierte Einschläge – etwa ein NASA-Raketenteil 2009 – erzeugten selbst in großen Teleskopen kein sichtbares Aufleuchten, und diesmal erschwert das Sonnenlicht die Beobachtung zusätzlich. Eine Gefahr geht von der Kollision nicht aus.
Auch in den News:
Durch Weltraumschrott droht Kessler-Effekt
Trotzdem sieht Gray den Vorfall als Mahnung zum Umgang mit Weltraumschrott. Oberstufen, defekte Satelliten und andere Trümmerteile füllen zunehmend die erdnahen Umlaufbahnen und nähren Sorgen vor dem sogenannten Kessler-Effekt, einer Kettenreaktion von Kollisionen, die die Zerstörung von Satelliten zur Folge hätte. Als Teillösung regt er an, Mondmissionen nach Möglichkeit so zu planen, dass ausgebrannte Stufen in heliozentrische Orbits gelenkt werden und das Erde-Mond-System verlassen – ein aufwendig zu realisierender Ansatz, der für viele Missionen in niedrigen Erdorbits nicht praktikabel ist.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
projectpluto.com: "Upper stage impacting the moon on 2026 August 5"
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