Volkskultur
Schilfgestalten läuten alten Weihnachtsbrauch in Südthüringen ein
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von dpaMit lautem Schellen, Peitschenknallen und geheimnisvollen Schilfgestalten ist in Gethles Weihnachten eingeläutet worden.
Bild: Michael Reichel/dpa
Mit Schellen, Peitschenknallen und Masken wurde in Gethles Weihnachten eingeläutet. Die sogenannten Herrschekloese erinnerten an alte Winterrituale. Der Brauch zählt zu den ältesten Traditionen der Region.
Das Wichtigste in Kürze
In Gethles (Kreis Hildburghausen) zogen mit Schilf maskierte Männer durch das Dorf und läuteten Weihnachten ein.
Der Brauch geht auf winterliche Rituale zur Geistervertreibung zurück.
Besonders Kinder stehen im Mittelpunkt des Geschehens.
Mit lautem Schellen, Peitschenknallen und geheimnisvollen Schilfgestalten ist in Gethles (Kreis Hildburghausen) Weihnachten eingeläutet worden. Gänzlich in Schilf eingebunden und mit Masken verhüllt zogen die sogenannten Herrschekloese durch das Dorf. Sie erinnerten damit an alte winterliche Rituale, mit denen einst böse Geister vertrieben werden sollten.
Die Herrschekloese - verhüllte junge Männer mit großen Hüten - werden von den "Hollen" begleitet. Diese Hexengestalten mit einem Korb voll Süßigkeiten verteilen kleine Gaben an Kinder. Zahlreiche Schaulustige verfolgten am Abend das eindrucksvolle Spektakel.
Der Brauch wird jedes Jahr am 23. Dezember begangen. Er gehört zu den ältesten Traditionen der Region und hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Die Ursprünge lassen sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen.
In Südthüringen war es früher in mehreren Orten üblich, dass in der Adventszeit verkleidete wilde Männer mit Peitschen und Schellen umherzogen. Das Fest in Gethes wird vom örtlichen Herrschekloeseverein organisiert, der damit ein lebendiges Stück regionaler Volkskultur pflegt.
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