Die wichtigsten Regeln im Herbst

Pilzsaison startet: Was Pilzsammler jetzt wissen müssen

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Fällt die Pilzsaison dieses Jahr aus?

Videoclip • 01:30 Min • Ab 12


Die Pilzsaison lockt jetzt wieder zahlreiche Menschen in die Wälder. Das sollten Pilzsammler jetzt wissen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn im Herbst das Laub raschelt, beginnt für viele die Suche nach Steinpilzen, Pfifferlingen und Maronen.

  • Damit aus dem Ausflug kein Notfall wird, sollten Sammler Arten sicher erkennen, Regeln beachten und Funde prüfen lassen.

  • Das sind die wichtigsten Regeln für Pilzsammler im Herbst.

Wenn im Spätsommer Feuchtigkeit auf warme Tage folgt, sprießen die Pilze oft innerhalb weniger Tage aus dem Waldboden. Besonders im Herbst zieht es deshalb viele Menschen mit Körben und Messern in die Natur. Doch die Suche nach Steinpilzen, Pfifferlingen und Maronen ist kein risikofreies Freizeitvergnügen: Essbare Arten haben mitunter gefährliche Doppelgänger.

Für Anfänger:innen gilt daher eine einfache Grundregel: In den Korb gehört nur, was zweifelsfrei bestimmt wurde. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie empfiehlt, unbekannte Pilze stehen zu lassen und Funde im Zweifel von geprüften Pilzsachverständigen kontrollieren zu lassen. Als vergleichsweise übersichtliche Gruppe gelten Röhrlinge, deren Hutunterseite an einen Schwamm erinnert. Doch auch hier gibt es unverträgliche oder giftige Arten wie den Satansröhrling.

Besondere Vorsicht ist bei Pilzen mit weißen Lamellen geboten. Ein klassisches Beispiel für eine gefährliche Verwechslung sind Wiesen-Champignon und Knollenblätterpilz. Während die Lamellen des Champignons rosa bis braun werden, bleiben sie beim Knollenblätterpilz weiß. Auch der Parasol, die Morchel oder der Hexenröhrling sollten nur gesammelt werden, wenn ihre Merkmale sicher bekannt sind. Alte, schimmelige, von Tieren angefressene oder bereits weich gewordene Exemplare gehören nicht in die Küche.


Nie mehr Pilze pflücken als nötig

Neben der eigenen Sicherheit spielt der Schutz des Waldes eine zentrale Rolle. Pilze sollten vorsichtig abgeschnitten oder vollständig herausgedreht werden, damit wichtige Bestimmungsmerkmale an der Stielbasis erhalten bleiben und das Pilzgeflecht im Boden möglichst geschont wird. Moos sollte nicht umgedreht, Pflanzen nicht beschädigt und Tiere sowie empfindliche Waldareale sollten nicht gestört werden. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln grundsätzlich tabu.

Auch die Menge ist begrenzt. Privatpersonen dürfen in der Regel nur kleine Mengen für den eigenen Bedarf sammeln; häufig gelten etwa ein bis zwei Kilogramm als Orientierung. Die konkreten Regeln können regional abweichen. Wer körbeweise Pilze mitnimmt, sie verkauft oder verschenkt, riskiert ein Bußgeld. Zusätzlich stehen zahlreiche Arten unter Schutz. Für einige, darunter Steinpilze, Pfifferlinge, Morcheln und bestimmte Birkenpilze, gelten begrenzte Ausnahmen für den Eigenbedarf. Trüffeln und andere besonders geschützte Arten müssen im Wald bleiben.

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So reagiert man bei einer Pilzvergiftung richtig

Beim Transport bewährt sich ein luftiger Korb. In Plastiktüten sammeln sich Wärme und Feuchtigkeit, wodurch Pilze schneller verderben können. Zu Hause sollten sie möglichst rasch verarbeitet, kühl und trocken gelagert und innerhalb von 24 Stunden verzehrt werden. Waldpilze gehören nicht roh auf den Teller: Durch gründliches Erhitzen werden sie bekömmlicher. Auch zubereitete Pilzgerichte sollten nicht unnötig lange aufbewahrt werden; Einfrieren oder Trocknen sind mögliche Alternativen.

Treten nach einer Pilzmahlzeit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüche, Benommenheit oder andere Beschwerden auf, zählt jede Minute. Betroffene sollten umgehend den ärztlichen Notdienst oder eine Giftnotrufzentrale kontaktieren und keinesfalls auf Hausmittel oder selbst ausgelöstes Erbrechen setzen. Reste der Mahlzeit, rohe Pilze oder Erbrochenes können die Bestimmung erleichtern. Wer nur sicher bestimmte, frische Pilze in kleinen Mengen sammelt und den Wald respektiert, kann die Pilzsaison dagegen meist unbeschwert genießen.


Verwendete Quellen:

NABU: Tipps für's Sammeln und die Zubereitung

AOK: Pilze sammeln: Darauf sollten Sie achten

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