Fälle in Indien
Nipah-Virus: Asiatische Länder verschärfen Einreisekontrollen
Veröffentlicht:
von Claudia ScheeleQuarantäneärzte beobachten die Wärmebildkontrolle von Reisenden aus Westbengalen, Indien, am Suvarnabhumi International Airport in Samut Prakarn, Thailand.
Bild: AP
Im indischen Bundesstaat Westbengalen sind neue Infektionen mit dem Nipah-Virus bestätigt worden. Mehrere asiatische Länder reagieren mit strengeren Gesundheits- und Einreisekontrollen – für Asien-Reisende ist das Risiko derzeit gering.
Das Wichtigste in Kürze
In Westbengalen (Indien) wurden neue Nipah-Fälle bestätigt. Behörden überwachen 196 Kontaktpersonen in Quarantäne, weitere Infektionen sind bislang nicht bekannt.
Mehrere asiatische Länder – etwa Thailand, Vietnam, Indonesien, Myanmar, Singapur und Hongkong – haben vor dem chinesischen Neujahrsfest ihre Einreise- und Gesundheitskontrollen verschärft.
Das Infektionsrisiko für Reisende außerhalb der betroffenen Regionen gilt als sehr gering, trotzdem empfehlen Expert:innen gründliche Hygiene, Vermeidung von Tierkontakt und ärztliche Abklärung bei Fieber oder Atembeschwerden nach einer Asienreise.
Ende Januar 2026 haben die Behörden im indischen Bundesstaat Westbengalen bereits mehrere Erkrankungen mit dem Nipah-Virus (NiV) bestätigt. Der Erreger gilt wegen seiner vergleichsweise hohen Sterblichkeit als besonders gefährlich. Noch problematischer: Es gibt bislang weder ein zugelassenes Medikament noch einen Impfstoff, der vor Nipah schützt. Erste Staaten in Süd- und Südostasien haben deshalb ihre Kontrollen an Flughäfen und Grenzen verschärft.
In Deutschland dominiert derzeit ein anderes Thema: Laut dem jüngsten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) leiden rund 7,4 Millionen Menschen an akuten Atemwegserkrankungen wie Grippe oder Erkältung. Das Nipah-Virus wurde hierzulande bisher nicht nachgewiesen. Trotzdem lösen hustende und niesende Mitmenschen bei vielen Erinnerungen an den Beginn der Corona-Pandemie aus – und die Frage, ob eine neue Gefahr droht.
Nipah-Fälle in Westbengalen und erste Maßnahmen
Nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC haben die indischen Behörden nach Bekanntwerden der Nipah-Fälle eine umfangreiche Kontaktverfolgung gestartet. 196 Kontaktpersonen wurden ermittelt und stehen nun unter Quarantäne und medizinischer Beobachtung. Weitere Infektionen sind bislang nicht bestätigt, allerdings kann die Inkubationszeit bis zu 14 Tage betragen – endgültige Entwarnung ist daher noch nicht möglich.
Parallel dazu richten die Behörden den Blick auf den Reiseverkehr in der Region. Besonders im Fokus steht das chinesische Neujahrsfest am 17. Februar, zu dem traditionell Millionen Menschen innerhalb Asiens unterwegs sind. Viele Länder verstärken deshalb ihre Gesundheitskontrollen, um mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und eine Ausbreitung über Grenzen hinweg zu verhindern.
So reagieren Thailand, Vietnam & Co.
Das Analyseunternehmen A3M hat die Maßnahmen verschiedener Länder im Überblick zusammengefasst. Demnach setzen Thailand, Vietnam, Indonesien und Myanmar an internationalen Flughäfen auf Temperaturmessungen, Wärmebildkameras und stichprobenartige Checks. Passagier:innen mit Fieber oder Erkältungssymptomen können zu näheren Untersuchungen herausgezogen werden.
In Singapur und Hongkong gibt es gezielte Kontrollen bei ausgewählten Flügen aus Risikogebieten, etwa aus der Region um Kolkata. Nepal und Pakistan beobachten nicht nur die großen Flughäfen, sondern auch wichtige Grenzübergänge und prüfen die Reiseverläufe von Einreisenden genauer. Kambodscha setzt bislang vor allem auf Informationskampagnen und Hygienetipps – konkrete zusätzliche Kontrollen an Flughäfen sind dort derzeit nicht vorgesehen.
Auch in den News:
Wie hoch ist das Risiko für Asien-Reisende?
Für Reisende aus Europa ist die Lage im Moment überschaubar: Fachleute schätzen das Risiko, sich außerhalb der betroffenen Regionen mit Nipah anzustecken, aktuell als sehr gering ein. Trotzdem empfehlen Expert:innen, vor dem Start in den Urlaub die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise der Behörden – etwa von RKI, Auswärtigem Amt oder WHO – zu prüfen und während der Reise aufmerksam zu bleiben.
Wer in eine Region mit Nipah-Fällen reist, sollte besonders konsequent auf Hygiene achten: regelmäßiges Händewaschen, Abstand zu offensichtlich erkrankten Personen und Verzicht auf engen Kontakt mit Tieren, etwa auf Märkten. Zeigen sich während oder kurz nach der Reise Symptome wie Fieber, starke Kopfschmerzen oder Atembeschwerden, ist es wichtig, sofort ärztliche Hilfe zu suchen und auf den Aufenthalt in einem Risikogebiet hinzuweisen.
Verwendete Quellen:
Travelbook: "Wegen Nipah-Virus! Asiatische Länder verschärfen Einreisekontrollen"
RKI: "ARE-Wochenbericht des RKI KW05"
BNITM: "FAQ zum Nipah-Virus"
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