Gefährlicher Trend
Nicht als Arzneimittel zugelassen: Vorsicht bei Vitamin-Infusionen
Aktualisiert:
von Joachim Vonderthann:newstime
Vitamin D: das Mythos Wundermittel
Videoclip • 01:42 Min • Ab 12
Hochdosierte Vitamin-Infusionen versprechen Wellness, Langlebigkeit und Leistungssteigerung. Doch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mahnt zur Vorsicht.
Das Wichtigste in Kürze
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt vor Vitamin-Infusionen wie "Vitamin-Drip" oder "Drip-Spa".
Diese Präparate sind in Deutschland oft nicht als Arzneimittel zugelassen sind, werden aber von Influencer:innen beworben.
Es können teilweise schwere gesundheitliche Risiken drohen.
Vitamin-Infusionen mit Namen wie "Drip-Spa", "Longevity-Infusion" oder "Vitamin-Drip" werden derzeit aggressiv beworben. Influencer:innen und Promis zeigen sich dabei auf Social Media am Tropf und versprechen mehr Leistungsfähigkeit, bessere Haut und Anti-Aging-Effekte. Dabei werden hochdosierte Vitamine, Mineralstoffe und andere Substanzen direkt über die Vene in den Körper geleitet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt jedoch eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken. Viele dieser Mischungen seien in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen, teilte die Behörde mit.
Das BfArM betonte weiter, für diese Infusionslösungen fehle der notwendige Nachweis zur Sicherheit. Nur Arzneimittel, deren Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität geprüft wurden, dürfen offiziell zugelassen werden. Genau das sei bei zahlreichen sogenannten "Drip-Spas" nicht der Fall. Der Begriff Drip-Spa steht für Tropfen, also eine Anspielung auf den Tropf im Krankenhaus, und Wellness - Spa - in einem Hotel oder Kurort.
Allergische Reaktionen bis hin zum Schock möglich
Bei der Zusammensetzung der Infusionen besteht für bestimmte Personengruppen die Gefahr der Überdosierung von Vitaminen, von Störungen im Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt des Körpers und von allergischen Reaktionen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock. Ein solcher Schockzustand ist lebensbedrohlich und muss sofort intensivmedizinisch behandelt werden. Wie bei allen Infusionen gebe es zudem das Risiko, dass bei falscher Anwendung die Lösung ins Gewebe eintrete oder es zu Luftembolien und Kreislaufproblemen komme, so das Bundesinstitut.
Verwendete Quellen:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Bild: "Vorsicht bei Vitamin-Infusionen"
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