Queere Sichtbarkeit im Juni
Mehr als Regenbogen: Warum der Pride Month für viele bis heute ein Protestmonat ist
Veröffentlicht:
von Claudia Scheele:newstime
Ausgrenzung queerer Menschen nimmt zu
Videoclip • 01:39 Min • Ab 12
Im Juni wird weltweit der Pride Month begangen. Dabei geht es um Sichtbarkeit, gleiche Rechte und den Kampf gegen Diskriminierung queerer Menschen.
Das Wichtigste in Kürze
Der Pride Month findet jedes Jahr im Juni statt und erinnert an die Stonewall-Unruhen vom 28. Juni 1969 in New York.
Er steht für Sichtbarkeit, gleiche Rechte und Solidarität mit queeren Menschen und wird weltweit mit Paraden, Festen und Protestaktionen begangen.
Hintergrund bleiben Diskriminierung und Gewalt: In Deutschland wurden 2025 vorläufig 2.048 Straftaten gegen sexuelle Orientierung oder geschlechtsbezogene Diversität erfasst.
Wie in jedem Jahr steht der Juni im Namen des Pride Month. In dieser Zeit feiern queere Menschen und ihre Unterstützer:innen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Gleichzeitig soll der Monat auf Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gegen die LGBTIQ-Community aufmerksam machen. Dazu gehören weltweit Paraden, Straßenfeste, Demonstrationen und andere Veranstaltungen.
Seinen Ursprung hat der Pride Month in den Stonewall-Unruhen in New York. Nach einer Polizeirazzia im "Stonewall Inn" am 28. Juni 1969 kam es zu Protesten, die heute als Beginn der modernen queeren Emanzipationsbewegung gelten.
Wofür LGBTIQ steht
Die Abkürzung LGBTIQ beziehungsweise LSBTIQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans, inter und queere Menschen. Der Pride Month soll möglichst viele Teile dieser Community verbinden. Zugleich ist die Abkürzung nicht unumstritten, weil manche Gruppen kritisieren, zwar genannt, politisch aber nicht immer ausreichend berücksichtigt zu werden. In Deutschland identifizieren sich laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) rund 11 Prozent als Teil der LGBTIQ-Community.
Zum jährlichen Kalender queerer Sichtbarkeit gehört außerdem der 17. Mai, der Internationale Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Er erinnert daran, dass die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität am 17. Mai 1990 aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten strich. Der Tag wird seit 2005 international als politisches Signal gegen Ausgrenzung und Hass begangen.
Warum der Pride Month politisch bleibt
Der Pride Month ist nicht nur ein Festmonat, sondern auch eine politische Mahnung. Laut bpb wurden in Deutschland für das Jahr 2025 vorläufig 2.048 Straftaten erfasst, die sich gegen sexuelle Orientierung oder geschlechtsbezogene Diversität richteten. Darunter waren unter anderem Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Volksverhetzung und zwei Tötungsdelikte.
Auch rechtlich ist die Gleichstellung nicht überall abgeschlossen. In Deutschland gibt es zwar seit 2017 die Ehe für alle und seit 2024 das Selbstbestimmungsgesetz. Gleichzeitig verweisen Interessenvertretungen weiter auf Lücken, etwa beim Abstammungsrecht lesbischer Ehepaare oder bei Zuschüssen zur künstlichen Befruchtung für gleichgeschlechtliche Paare. Weltweit ist die Lage oft deutlich härter: Laut bpb werden einvernehmliche gleichgeschlechtliche Handlungen in 63 Ländern kriminalisiert, in mehreren Staaten droht unter bestimmten Umständen sogar die Todesstrafe.
Auch in den News:
Sichtbarkeit, Schutz und gleiche Rechte
Der Pride Month verbindet deshalb zwei Ebenen: Sichtbarkeit und Protest. Gefeiert werden Selbstbestimmung, Gemeinschaft und das Recht, offen zu leben. Gleichzeitig geht es um Schutz vor Gewalt, rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Anerkennung.
Verwendete Quellen:
Bundeszentrale für politische Bildung: "Pride Month"
Bundeszentrale für politische Bildung: "17. Mai: Internationaler Aktionstag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie"
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