Seit Jahrzehnten in Isolationshaft
Sexualstraftäter Marc Dutroux: Nacktfotos von Kindern in seiner Zelle gefunden
Veröffentlicht:
von Jacqueline BittlMarc Dutroux wurde 2004 wegen Vergewaltigung von sechs Mädchen und jungen Frauen sowie wegen des Mordes an vier von ihnen zu lebenslanger Haft verurteilt. Inzwischen ist er 69 Jahre alt.
Bild: IMAGO / Belga
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Marc Dutroux, verurteilt wegen Vergewaltigung und Mord an Kindern, sitzt nun seit fast 30 Jahren in Isolationshaft. Erst jetzt wurde bekannt: Bereits 2024 wurden pornografische Bilder von Kindern in seiner Zelle gefunden. Dieser Fund könnte eine vorzeitige Haftentlassung erschweren.
Das Wichtigste in Kürze
Bei einer Durchsuchung im Gefängnis von Nivelles wurden 2024 etwa 200 pornografische Bilder in der Zelle des verurteilten Kindervergewaltigers Marc Dutroux gefunden, wobei etwa die Hälfte nackte Kinder zeigen soll.
Dutroux behauptet, dass Mitgefangene die Bilder während eines Hofgangs in seine Zelle gelegt hätten, um ihn zu schikanieren, doch Expert:innen zweifeln an dieser Darstellung, da er als notorischer Lügner und Manipulator gilt.
Bereits 2021 bescheinigte ein psychiatrisches Gutachten Dutroux, dass er weiterhin ein Psychopath sei und eine Bedrohung für die Gesellschaft darstelle, weshalb eine Freilassung nach lebenslanger Haft ausgeschlossen ist.
In der Isolationszelle von Dutroux wurden rund 200 pornografische Bilder gefunden – etwa die Hälfte davon soll nackte Kinder zeigen. Die Staatsanwaltschaft der Region Wallonisch-Brabant bestätigte, dass bereits im Juli 2024 Ermittlungen aufgenommen worden seien. Der Fund sei während einer Suche nach eingeschmuggelten Handys erfolgt.
Der 69-Jährige verbüßt seine Strafe in einer neun Quadratmeter großen Einzelzelle. Laut Berichten des belgischen Wochenmagazins "Humo" lebt Dutroux dort isoliert, sein einziger physischer Kontakt zur Außenwelt ist sein Anwalt Bruno Dayez.
Schon 2013 hatte es Wirbel um einen Fund in Dutroux' Zelle gegeben. Belgische Medien berichteten damals, bei dem Mörder und Vergewaltiger sei eine Videokassette mit Kinderpornografie gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft spielte den Fund später herunter: Es habe sich um eine routinemäßige Durchsuchung gehandelt. Auf dem Video habe sich eine Reportage befunden, in der unter anderem ein junges Mädchen in einem Badeanzug gezeigt worden sei. Das sei aber "nichts gewesen, was man ihm vorwerfen kann", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft damals.
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Dutroux' Darstellung und die Zweifel
Gegenüber seinem Anwalt Bruno Dayez soll Dutroux von "Mobbing" durch andere Häftlinge gesprochen haben. Er behaupte, dass diese die 2024 gefundenen Bilder in seine Zelle geschmuggelt hätten. Konkret soll das Material während eines Hofgangs in seine Zelle gelegt worden sein.
Das Szenario ist laut Medienberichten plausibel, Kindervergewaltiger werden oftmals verachtet in Gefängnissen. Aufnahmen zeigen laut "Humo", "wie Häftlinge Dutroux beim Hofgang beschimpften".
Allerdings gebe es erhebliche Zweifel. Dutroux sei ein notorischer Lügner und Manipulator, der seine Schuld reflexartig auf andere abwälze. Ein weiteres Indiz: Er habe den Fund der Bilder nicht bei der Aufsicht angezeigt.
Die juristischen Fragen
Sein Anwalt argumentiert, dass die gefundenen Bilder außerhalb des gesetzlich Verbotenen lägen, ihr Besitz sei nicht strafbar.
Spekulationen deuten auf weitere Möglichkeiten hin: Ein bestochener Aufseher oder Mithäftling könnte das Material besorgt haben. Von Unterstützern, mit denen er Briefkontakt haben soll, könnte er das nötige Geld erhalten haben.
Zum Hintergrund: Dutroux scheiterte bereits 2021 mit einer Freilassungsanfrage nach 25 Jahren Haft. Damals fiel ein psychiatrisches Gutachten negativ aus und attestierte Dutroux, dass weiterhin die Gefahr von Gewalttaten bestehe.
Dutroux ließ nach Festnahme zwei Mädchen verhungern
Dutroux war 1996 festgenommen und 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach ihn schuldig, in den Jahren 1995 und 1996 insgesamt sechs Mädchen und junge Frauen entführt, vergewaltigt und zwei von ihnen ermordet zu haben.
Zudem hielt er dem Urteil zufolge die beiden Achtjährigen Julie Lejeune und Mélissa Russo fast vier Monate lang in seinem Keller gefangen, vergewaltigte sie und ließ sie nach seiner Festnahme verhungern. Überdies wurde er wegen der Ermordung eines Komplizen schuldig gesprochen.
Verwendete Quellen:
Bild.de: "Wieder Nacktfotos von Kindern in Zelle von Dutroux gefunden"
Sueddeutsche.de: "Kinderpornografie in Marc Dutroux’ Zelle gefunden"
Humo.be: "Beelden van kindermisbruik gevonden in cel van Marc Dutroux: 'Die foto’s zijn daar gelegd om mij te pesten'"
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