Fahrzeug mit Gefahrgut bleibt liegen

LKW droht zu explodieren – Ortschaft Wiesensteig an A8 evakuiert

Aktualisiert:

von Benedikt Rammer

Der Lastwagen mit entzündlichem Gefahrgut steht auf der Autobahn A8 in Fahrtrichtung München.

Bild: Jason Tschepljakow/dpa


Ein liegengebliebener Gefahrgut-Lkw auf der A8 sorgt im baden-württembergischen Wiesensteig für einen Großeinsatz: Rund 300 Menschen mussten evakuiert werden. Die Einsatzkräfte stehen nun vor mehreren Risiken.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein liegengebliebener Gefahrgut-Lkw sorgt auf der A8 im baden-württembergischen Wiesensteig für Aufruhr.

  • Das Fahrzeug hat organisches Peroxid, welches sich entzünden könnte, geladen.

  • Rund 300 Menschen mussten evkuiert werden. Ein Abtransport des LKWs war zunächst nicht möglich.

Großeinsatz auf der Autobahn: Ein Lastwagen mit entzündlichem Gefahrgut ist auf der A8 in Fahrtrichtung München bei Wiesensteig in Baden-Württemberg wegen eines Defekts liegen geblieben. Bei dem Stoff handelt es sich um organisches Peroxid, wie ein Polizeisprecher mitteilte. "Es ist nicht auszuschließen, dass die unter Druck stehenden Gefahrstoffbehälter sich entzünden und explosiv entladen", teilte auch das Landratsamt Göppingen mit. Bei der derzeitigen Witterungslage ist davon auszugehen, dass dadurch unmittelbare Waldbrandgefahr besteht.

Hunderte Menschen evakuiert - zehn Kilometer Stau

In der Ortschaft Wiesensteig wurden laut dem Landratsamt rund 300 Menschen aus ihren Wohnungen und Häusern evakuiert. Sie kamen in einer Turnhalle in Mühlhausen im Täle unter.

Nach dem Defekt habe die Feuerwehr laut Polizei versucht, das Fahrzeug zu kühlen, jedoch dann Abstand davon genommen. Die Autobahn in Richtung München ist demnach gesperrt zwischen Mühlhausen und Hohenstadt. Eine Umleitung wurde eingerichtet. "Der Verkehr staute sich am Abend auf zehn Kilometer", sagte ein Polizeisprecher.

Wegschaffen des Lkws derzeit nicht möglich

Laut dem Landratsamt manövrierten die Einsatzkräfte der Feuerwehr den defekten Lastwagen aus einem unmittelbar für die Bevölkerung gefährlichen Bereich auf einen Parkplatz vor dem Lämmerbuckeltunnel. Ein weitergehendes Wegschaffen des Lastwagens sei derzeit aus technischen Gründen nicht möglich. Eine Fachfirma sei hinzugezogen worden, die Experten sollen einschätzen, wie sich die Temperatur des Gefahrenstoffs entwickelt, sagte eine Sprecherin.

Der Gefahrenbereich rund um den Lastwagen ist laut dem Landratsamt am Abend von 500 Metern auf 150 Meter verringert worden. Es werde weiter geprüft, ob ein Abtransport des Lastwagens bewerkstelligt werden könne

In der Feuerwehrleitstelle sei ein Krisenstab eingerichtet. Um 17.30 Uhr wurde eine außergewöhnliche Einsatzlage für die Gemeinden Hohenstadt, Mühlhausen im Täle und Wiesensteig festgestellt. Zur Betreuung und gegebenenfalls medizinischen Versorgung der im Stau stehenden Personen seien Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes hinzugezogen worden. Laut dem Landratsamt sind rund 250 Rettungskräfte vor Ort.

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Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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