Zwei Menschen totgefahren
Leipziger Amokfahrt: Vorerst Psychiatrie für Täter angeordnet
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von dpa:newstime
Amokfahrer war psychisch auffällig
Videoclip • 01:48 Min • Ab 12
Zwei Tote und sechs Verletzte sind die traurige Bilanz der Amokfahrt in der Leipziger Fußgängerzone. Der 33-jährige Fahrer kommt vorerst in eine Psychiatrie.
Nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt hat das Amtsgericht angeordnet, den Täter vorerst in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Dem 33-jährigen Deutschen werden zweifacher Mord sowie versuchter Mord in vier Fällen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig weiter mitteilte.
Es gebe nach bisherigen Ermittlungen dringende Gründe dafür, dass der Beschuldigte die Tat "im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit" begangen habe, hieß es in der Mitteilung. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend habe das Amtsgericht seine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus als für die öffentliche Sicherheit erforderlich angesehen. Denn nach bisherigen Erkenntnissen sei es wahrscheinlich, "dass der Beschuldigte aufgrund seines Zustandes weitere erhebliche rechtswidrige Taten vergleichbarer Schwere begehen wird".
Zwei Menschen starben bei der Amokfahrt
Laut Polizei war der Deutsche am Montag gegen 16.45 Uhr im Stadtzentrum in die Grimmaische Straße, die zu den zentralen Einkaufsstraßen der Stadt gehört, gefahren. In der Fußgängerzone erfasste er mehrere Menschen mit seinem Wagen. Der Fahrer brachte das Auto anschließend selbst zum Stehen und ließ sich widerstandslos festnehmen.
Durch die Amokfahrt starben zwei Menschen - eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei Leipzig weiter mitteilten, wurden sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren verletzt, zwei von ihnen - ein 75 Jahre alter Mann und eine 84 Jahre alte Frau - schwer. Zudem mussten mehr als 80 Menschen nach dem Geschehen betreut werden.
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Täter vor wenigen Tagen noch in psychiatrischer Klinik
Den Ermittlern zufolge wohnt der 33 Jahre alte Täter in der Region Leipzig und war wenige Tage zuvor in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung. Wie das Sozialministerium in Dresden bestätigte, hatte er sich auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik aufgehalten und war Ende April entlassen worden. Er war auch schon polizeilich aufgefallen, unter anderem wegen Bedrohung und ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld. Dabei handelt es sich um Vorfälle ohne körperliche Gewalt, etwa Beleidigungen oder Herabwürdigungen.
Zu den Hintergründen der Tat gibt es weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse. Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv liegen nach Angaben der Ermittler nicht vor.
Die Einkaufsstraße in der Leipziger Innenstadt wurde inzwischen wieder für Passanten freigegeben. Die meisten Geschäfte entlang der Straße blieben jedoch vorerst geschlossen. Nach Angaben der Stadt soll die Straße an der betroffenen Stelle baulich gesichert werden.
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