Polen
Sechs Tote bei Schüssen in Krakau – was wir wissen und was nicht
Aktualisiert:
von Max Strumberger:newstime
Tote bei Schüssen in Krakau – das ist bislang bekannt
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Schüsse mitten am helllichten Tag erschüttern Polen: Ein Autofahrer eröffnete am Samstagnachmittag auf dem zentralen Platz in Krakau das Feuer auf zufällige Passanten.
Das Wichtigste in Kürze
Entsetzen in der polnischen Metropole Krakau.
Aus einem fahrenden Auto heraus eröffnete ein Mann am Samstagnachmittag das Feuer auf ahnungslose Fußgänger.
Die Bilanz der Bluttat ist verheerend: Sechs Tote, mindestens 15 Verletzte und viele Fragen.
Ein schrecklicher Gewaltakt hat am Samstag die polnische Großstadt Krakau erschüttert. Gegen 15 Uhr raste ein Mann mit einem Auto gezielt auf den belebten Hauptmarktplatz und begann sofort, wahllos auf Passanten zu schießen. Bei dem Schusswaffenangriff im Herzen der Altstadt kamen sechs Menschen ums Leben – vier Frauen und zwei Männer. Zudem erlitten mindestens 15 Personen teils schwere Verletzungen, darunter auch Einsatzkräfte der Polizei. Rettungshubschrauber kreisten über dem Tatort, während zahlreiche Kranken- und Polizeiwagen die abgesperrte Innenstadt belagerten.
Der mutmaßliche Schütze konnte von den herbeigeeilten Sicherheitskräften vor Ort "neutralisiert" werden und befindet sich schwer verletzt unter Polizeibewachung im Krankenhaus. Nach offiziellen Angaben der Polizeisprecherin handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen polnischen Staatsbürger. Die Ermittler gehen nach derzeitigen Erkenntnissen davon aus, dass der Mann die Tat alleine verübt hat. Über mögliche Motive des Täters machten die Behörden vorerst keine Angaben; Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei haben die Ermittlungen am Tatort aufgenommen.
Der mutmaßliche Schütze von Krakau soll nach ersten Erkenntnissen "sehr radikale Ansichten" vertreten haben. Das sagte der polnische Innenminister Marcin Kierwinski auf einer Pressekonferenz. Die Durchsuchung seines Wohnhauses dauere an. Es gebe Anzeichen dafür, dass der 25-Jährige von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse. Nach früheren Angaben handelt es sich um einen polnischen Staatsbürger, der aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes stammt.
Täter benutzte offenbar halbautomatisches Sturmgewehr
Im Auto des mutmaßlichen Schützen von Krakau wurden zahlreiche Waffen sowie Munition gefunden. "Der Mann trug militärähnliche Kleidung und benutzte eine Langwaffe militärischer Bauart, möglicherweise ein halbautomatisches Sturmgewehr vom Typ AR-15", sagte eine Polizeisprecherin dem Sender TVN24. Viele weitere Waffen und Munition aus seinem Auto seien sichergestellt worden.
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk begab sich nach Angaben eines Sprechers am Samstagabend auf den Weg nach Krakau. Tusk hatte zuvor im Onlinedienst X von einem "tragischen" Vorfall geschrieben. Er richtete einen "eindringlichen Appell an Politikerinnen und Politiker aller Lager", diese Tragödie nicht "zu einem Instrument politischer Spielchen" zu machen.
Mehr zu dem Thema:
Nawrocki "extrem beunruhigt"
Tusks Gegenspieler, der konservativ-nationalistische Präsident Karol Nawrocki, erklärte bei X, er sei "extrem beunruhigt" und stehe "in Kontakt mit den zuständigen Behörden". Er warte auf eine "vollständige Erklärung der Umstände dieser dramatischen Ereignisse". Die Sicherheit der Polen habe "oberste Priorität".
Der Vorfall löste rasch internationale Anteilnahme aus. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas drückte auf der Plattform X ihr Mitgefühl aus und versicherte, dass Polen in diesem Moment der Trauer nicht allein stehe. Sie betonte zugleich, dass die Auswirkungen dieser Tragödie weit über die Landesgrenzen hinaus zu spüren sein werden.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Nachrichtenagentur Reuters
Presseportal.de
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