Mit 80 Jahren
Konrad Beikircher ist tot: Ein Südtiroler als Stimme des Rheinlands
Aktualisiert:
von Christopher SchmittKonrad Beikircher lebte zuletzt in Bonn.
Bild: Oliver Berg/dpa
Er wurde nicht im Rheinland geboren, aber kaum jemand liebte es so wie er: Der Kabarettist Konrad Beikircher ist im Kreise seiner Familie verstorben.
Ein Mann aus den Bergen Südtirols wurde zur unverwechselbaren Stimme des Rheinlands: Am Dienstag (28. Juli) endete diese außergewöhnliche Geschichte – Konrad Beikircher ist im Alter von 80 Jahren in seiner Wahlheimat Bonn gestorben. Seine Ehefrau Anne bestätigte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass die Familie bei ihm war, als er ging.
Sechs Jahrzehnte lang prägte der gebürtige Pustertaler die Kulturlandschaft zwischen Köln und Bonn. Was zunächst absurd klingt – ein Südtiroler als Dolmetscher rheinischer Lebensart –, wurde zu seinem Markenzeichen. Mit spitzer Zunge und warmherzigem Humor nahm Beikircher Dialekt und Mentalität der Rheinländer aufs Korn und eroberte damit weit über die Region hinaus die Herzen seines Publikums.
Mit dem Debütprogramm zum Kult
Sein Debütprogramm "Himmel un Ääd" erreichte Kultstatus, seine Kunstfigur "Frau Walterscheidt" wurde legendär. Doch Beikircher war weit mehr als "nur" Kabarettist: Er spielte zahlreiche Instrumente, trat als Sänger italienischer Lieder auf, verfasste Kochbücher, Kindererzählungen und Opernführer und moderierte Konzerte mit großen Orchestern.
Der Weg auf die Bühne war ungewöhnlich. Bis Mitte der 1980er-Jahre arbeitete der studierte Psychologe als Gefängnispsychologe in Siegburg. Die Arbeit mit jungen Straftätern machte ihm Freude, doch zunehmende Bürokratie trieb ihn schließlich "zur Selbstrettung" in die Kunst. Mit 39 Jahren wagte er den Sprung – und bereute keine Sekunde. Die Bühne wurde seine Sucht, sein Ort der Freiheit.
Auch in den News:
Ehefrau Anne: "Die Menschen haben ihn geliebt"
Noch vor sechs Wochen stand er trotz massiver gesundheitlicher Probleme ein letztes Mal vor Publikum. Seine Witwe betont: "Er hat in unfassbarer Weise seinen Humor behalten." Er habe "die Menschen mit seiner Kunst umarmt", sagt Anne Beikircher. "Er hat die Menschen geliebt, das war authentisch. Und die Menschen haben ihn geliebt."
Beikircher hinterlässt fünf Kinder. Der Mann, der 1965 zum Studium nach Bonn kam und blieb, weil er das "mediterrane Lebensgefühl" des Rheinlands liebte, hat nun in seiner Lieblingsregion Abschied genommen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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