Trauriger Rekord

Kongo erlebt tödlichste Ebola-Epidemie seiner Geschichte

Aktualisiert:

von Jacqueline Bittl

:newstime

Bereits Ende Mai schloss Uganda die Grenze zum Kongo

Videoclip • 33 Sek • Ab 12


Der extremste Ebola-Ausbruch der Geschichte der Demokratischen Republik Kongo forderte bereits mehr als 2.300 Todesopfer. Die WHO warnt vor einer beispiellosen Ausbreitungsgeschwindigkeit.

Die Demokratische Republik Kongo kämpft gegen den verheerendsten Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes. Mit 2.325 Todesopfern hat die aktuelle Epidemie einen traurigen Rekord erreicht und den bisherigen Höchststand aus den Jahren 2018 bis 2020 mit 2.299 Toten übertroffen.

Die Zahlen zeichnen ein alarmierendes Bild: Seit Bekanntgabe des Ausbruchs Mitte Mai wurden 4.945 Infektionen im Labor bestätigt. Es handelt sich um den 17. dokumentierten Ebola-Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land mit rund 112 Millionen Einwohner:innen. Weltweit größere Ausmaße erreichte die Viruserkrankung nur in Westafrika, wo zwischen 2014 und 2016 mehr als 28.500 Fälle registriert wurden und 11.310 Menschen starben.

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Rasante Ausbreitung schürt Sorgen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm: Der aktuelle Ausbruch könnte noch nie dagewesene Dimensionen annehmen. Während der ersten drei Monate war die Zahl der Krankheitsfälle und Toten bereits um ein Mehrfaches höher als in der vergleichbaren Phase des Westafrika-Ausbruchs. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte, bei der derzeitigen Geschwindigkeit drohe die Epidemie, den Westafrika-Ausbruch "in den Schatten zu stellen".

Besonders besorgniserregend: Mehr als 63 Prozent der Todesfälle ereignen sich außerhalb von Krankenhäusern in Dörfern und Städten. Die hochansteckenden Leichen werden häufig nicht von geschultem Personal beigesetzt, was die Ausbreitung auf Gemeindeebene vorantreibt.

WHO in großer Sorge um Geschwindigkeit der Ausbreitung

Ereignen sich die Todesfälle außerhalb von Krankenhäusern, werden die Leichen häufig von ungeschultem Personal beigesetzt. Das fördert die Ausbreitung der Krankheit zusätzlich.

Bild: Dieudonne Dirole/AP/dpa


Seltener Virustyp erschwert Bekämpfung

Der Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, da es sich um den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo handelt, für den es bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. Angesichts der Schwere des Ausbruchs soll zudem geklärt werden, ob der Erreger womöglich mutiert ist.

Mittlerweile sind sechs Provinzen des Landes betroffen, darunter auch die Stadt Buta in der Provinz Bas Uélé. Expert:innen vermuten, dass der Ausbruch bereits im Februar begann – Monate bevor er offiziell im Mai bekannt gegeben wurde. Jean Kaseya, Direktor der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, betonte: "Wir haben keine Ahnung, was zwischen Februar und Mai passiert ist." Im Juni wurde bekannt, warum es so schwer ist, die Ausbreitung zu stoppen.

Ebola-Fieber wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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