Tödliches Virus

Immer mehr Ebola-Fälle im Kongo: Deshalb ist es so schwer, die Ausbreitung zu stoppen

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

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WHO: Ebola-Lage wird noch schlimmer (26. Mai)

Videoclip • 01:18 Min • Ab 12


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Die Zahl der an dem tödlichen Ebola-Fieber erkrankten Personen im Kongo steigt weiter an. Eine Eindämmung wird durch viele Faktoren erschwert, die Lage im Land spitzt sich weiter zu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der an Ebola erkrankten Menschen im Kongo sowie die der an den Folgen Verstorbenen steigt weiter an.

  • Schwierigkeiten bei der Nachverfolgung des tödlichen Virus verhindern die Eindämmung, viele Gemeinden sind unzureichend medizinisch ausgestattet.

  • Es ist der 17. Ausbruch im Land seit 1976, die Eindämmung der aktuellen Variante ist auch aufgrund eines fehlenden Impfstoffes oder einer Therapie schwer.

Im Kongo erhöht sich die Zahl der an Ebola erkrankten Personen weiter. Innerhalb von 24 Stunden sind die Fälle im nordöstlichen Kongo um 72 Infektionen gestiegen, wie das Informationsministerium in der Hauptstadt Kinshasa berichtet. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf insgesamt 782.

Auch die bestätigten Todesfälle vermehrten sich im gleichen Zeitraum von 32 auf 181 (Stand 13. Juni). Die tatsächlichen Zahlen dürften bereits höher sein. Die Gründe für die schnelle Verbreitung der tödlichen Krankheit sind vielfältig.

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Nach Angaben des Ministeriums werden aktuell 359 Patient:innen in Krankenhäusern und Isolierstationen behandelt. Die Sterblichkeitsrate liegt den Angaben zufolge bei 23,1 Prozent.

Um die Ausbreitung des Ebola-Fiebers zu stoppen, sei es nötig, mindestens 90 Prozent aller Kontaktpersonen eine:r Infizierte:n zu ermitteln und zu beobachten, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bei dem aktuellen Ausbruch im zweitgrößten Land Afrikas gestaltet sich das jedoch als schwer: Die Nachverfolgungsrate liegt bei gerade einmal 56,5 Prozent.

"Niemand kennt das wahre Ausmaß oder die genauen Ausbreitungsorte", so Katy While, medizinische Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Kongo. Der Ausbruch war wochenlang unentdeckt geblieben, auch einen Monat nach dem offiziellen Bekanntwerden in der kongolesischen Provinz Ituri gebe es erhebliche Lücken bei der Überwachung und Kontaktverfolgung. Das erschwere die Eindämmung der hochgefährlichen Krankheit.

Die meisten Behandlungszentren in Ituri seien überlastet, so While. "Viele unserer Patienten erreichen uns erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit, und die meisten wurden vor ihrer Behandlung weder als Kontaktpersonen identifiziert noch überwacht."

Ein großer Teil der betroffenen Gemeinden hätte zudem keinen ausreichenden Zugang zu Testungen, auch die Übermittlung der Laborergebnisse dauere zu lange. "Ohne schnellere und flächendeckendere Tests wird es uns schwerfallen, Fälle früh genug zu erkennen, um den Ausbruch einzudämmen", betonte White.


Kein Impfstoff für aktuellen Erreger

Der Ebola-Ausbruch im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ist bereits der 17. im Land seit 1976. Er begann vermutlich im April 2026. Am 17. Mai erklärte die WHO eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite, zu diesem Zeitpunkt gab es bereits über 240 bekannte mutmaßliche Infektionen.

Das lebensbedrohliche Virus wird durch Kontakt mit dem Körper sowie mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch des Bundibugyo-Typs ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für diesen Ebola-Erreger bisher weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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