Namensänderung
Köln schafft "Spielplatz" ab – das steckt hinter dem neuen Begriff
Veröffentlicht:
von Kira BornDie Stadt Köln will Spielplätze in "Spiel- und Aktionsflächen" umbenennen.
Bild: Marius Becker/dpa
Die Stadt Köln ersetzt den Begriff "Spielplatz" durch "Spiel- und Aktionsfläche" und will dem Ort so zu mehr Vielfalt verhelfen. Doch dabei handelt es sich um mehr als ein sprachliches Update.
In Köln wird der Begriff "Spielplatz" bald Geschichte sein. Die Stadt ersetzt ihn offiziell durch die Bezeichnung "Spiel- und Aktionsfläche". Was auf den ersten Blick nach einem kleinen sprachlichen Wandel aussieht, hat tiefgreifende Bedeutung: Es geht um Inklusion, Diversität – und darum, Spielorte für alle Generationen neu zu denken, wie es in einer Mitteilung der Verwaltung an den Jugendhilfeausschuss heißt. Das berichtetet auch der "Kölner Stadtanzeiger" und die Deutsche Presse-Agentur.
So will Köln Spielplätze zu Orten der Begegnung mache
Kölns Spielplätze sollen nicht mehr nur Orte für Kinder sein. Die Stadtverwaltung möchte sie in Orte verwandeln, an denen sich Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Hintergründe begegnen können. Dafür werden rund 700 Schilder ausgetauscht, die bisher schlicht auf den "Spielplatz"verwiesen haben. Diese seien, so die Verwaltung, in die Jahre gekommen und spiegelten nicht mehr die kommunalen Ziele wider.
"Alle stadtweit mehr als 700 Spiel-, Bewegungs- und Aktionsflächen dienen dem geschützten Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum", heißt es in der offiziellen Mitteilung. Doch künftig sollen sie mehr können: ein Treffpunkt für Bewegung, Spiel und Austausch sein – generationenübergreifend. Die neue Bezeichnung soll außerdem verhindern, dass bestimmte Gruppen ausgeschlossen werden. Denn der Begriff "Spielplatz" sei "zu stark eingrenzend", argumentiert die Verwaltung.
"Insbesondere muss dem erweiterten Inklusionsgedanken, der die Diversität der Nutzer:innen in Rahmen ihres Alters, ihrer kulturellen Hintergründe und möglicher Behinderungen berücksichtigt, Rechnung getragen werden", heißt es in der städtischen Begründung.
Ein Jahr lang entwickelt Köln das neue Konzept
Ein Jahr Entwicklungsarbeit steckt in dem neuen Informationsschild, das diese neue Vision verkörpern soll. Kinder und Jugendliche durften mitreden, ihre Wünsche äußern und Gestaltungsideen einbringen – unter anderem beim Weltkindertag 2024. Entstanden ist ein Schild, das bewusst auf Alter, Herkunft oder mögliche Einschränkungen der abgebildeten Figuren verzichtet. Stattdessen zeigen die Illustrationen Menschen in Bewegung – mit Ball, Skateboard, Schaufel oder Fähnchen.
So soll das geplante neue Schild mit der Bezeichnung "Spiel- und Aktionsfläche" künftig in Köln aussehen.
Bild: Stadt Köln/dpa
Unterstützt wurde die Stadt bei der Gestaltung von der Designagentur sowie dem Verein Junge Stadt Köln. Das Ergebnis beschreibt die Verwaltung als "Schild für alle" – ein Symbol für Offenheit und Teilhabe. Damit die neuen "Spiel- und Aktionsflächen" auch dem neuen Anspruch gerecht werden, sollen in den kommenden Jahren über 120 Anlagen modernisiert oder neu gebaut werden. Der Plan: Zwei Quadratmeter Spielfläche pro Einwohner – ein ehrgeiziges Ziel.
Die alten Schilder werden jedoch nicht über Nacht verschwinden. Nur sanierungsbedürftige Exemplare werden ersetzt – der Austausch erfolgt über einen längeren Zeitraum an allen Neuanlagen. "Ein Austausch noch funktionsfähiger Schilder ist nicht vorgesehen", so die Stadt.
Wie viel die Maßnahme kosten wird, ist derzeit nicht bezifferbar. Die Kosten hängen von Einzelpreis und Bestellmenge ab. Für den Entwurf und die Beteiligung der Kinder wurden im Haushalt 2023 rund 38.000 Euro eingeplant.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Kölner Stadt Anzeiger: "Köln streicht Spielplätze aus dem Sprachgebrauch"
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