Sicherheit für die Kleinsten
Kindersitze im ADAC-Test: Bei einem droht Verletzungsgefahr
Veröffentlicht:
von dpa:newstime
ADAC warnt vor Kindersitzen (9. April)
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
Der ADAC und die Stiftung Warentest haben 26 Kindersitze getestet. Rund ein Viertel überzeugt beim aktuellen Gemeinschaftstest – einer fällt durch. Welche Modelle empfohlen werden und was der ADAC beim Kauf rät.
Das Wichtigste in Kürze
ADAC und Stiftung Warentest haben 26 Babyschalen und Sitze in verschiedenen Preiskategorien getestet – sechs davon schneiden "gut" ab.
Der volle Schutz ist auch für die empfohlenen Sitze nur gewährleistet, wenn Schulter- und Beckengurt richtig sitzen.
Bei einem der Kindersitze droht Verletzungsgefahr: Beim ADAC-Test fällt er durch und wird mit der Note "mangelhaft" bewertet.
Wer Kinder im Auto mitnehmen will, muss dafür sorgen, dass sie ordnungsgemäß gesichert werden. So dürfen sie laut Gesetz bis zu einer Körpergröße von 1,50 Meter oder bis zu einem Alter von 12 Jahren nur mit einem geeigneten Kindersitz mitfahren. Um die Spanne vom Baby bis zur 1,50-Meter-Marke oder Altersgrenze abzudecken, sind oft mehrere Sitze fällig.
Und was die taugen, haben sich der ADAC und die Stiftung Warentest aktuell angeschaut. Hier wurden 26 Babyschalen und Sitze für die verschiedenen Anwendungen in der Preisspanne von rund 65 bis 578 Euro getestet. Neben den Eigenschaften bei der Sicherheit und der Bedienung wurde auch auf Ergonomie sowie Schadstoffe geachtet.
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Erfreulich: Mit sechs Babyschalen beziehungsweise Sitzen schneidet ein fast ein Viertel des Testfeldes mit "gut" ab. Und mehr als die Hälfte (16) bekommen die Note "befriedigend". Nur vier Modelle sind nicht empfehlenswert: Drei sind nur "ausreichend", eines ist als "mangelhaft" durchgefallen.
Gute Nachrichten auch bei einigen Schadstoffen: In keinem der getesteten Kindersitze haben die Tester umweltbelastende PFAS ("Ewigkeitschemikalien") gefunden. Beim letzten Test war den Angaben zufolge fast jeder dritte Sitz betroffen.
Diese Modelle sind laut Testern empfehlenswert
Bei den Babyschalen streicht der ADAC besonders den "Foppapedretti Disk Infant" (368 Euro) heraus. In der Kombination mit seiner Isofix-Station ("Tech i-Size") erreicht er die Note 1,9. Er sei einer von nur zwei Sitzen, die in jeder Kategorie mindestens eine gute Bewertung erhalten hätten. Auch ohne die Station erhält das Modell (dann 199 Euro) insgesamt ein "gut" (2,2).
Tipp: Wer eine Babyschale ohne Isofix-Station mit dem Fahrzeuggurt anschnallt, sollte auf den korrekten Verlauf des Gurtes achten, so der ADAC. Demnach komme es immer wieder vor, "dass dabei Schulter- und Beckengurt vertauscht werden und der Sitz bei einem Unfall nicht seine volle Schutzwirkung entfalten kann".
Ebenfalls "gut" (2,4) bei den Modellen für Kinder bis etwa 1,5 Jahre ist der "Silver Cross Glide Plus 360" (259 Euro). Er ist das erwähnte zweite Modell mit mindestens einer guten Note in jeder Kategorie.
Bei den Modellen für Kleinkinder und größere Kinder hebt der Autoclub zwei "gut" bewertete Modelle des Herstellers Cybex hervor: den "Sirona Ti" für 480 Euro und den "Pallas G3" für 260 Euro. Beide werden mit "2,5" benotet. Auch der "Kinderkraft Junior Fix 2 i-Size" (75 Euro) für Kinder ab einem Meter Größe wird so benotet und bekommt ebenfalls ein "gut".
Ein Sitz ist "mangelhaft" – ADAC warnt
Vor einem Sitz im Testfeld hatte der Club schon im Vorfeld der Veröffentlichung gewarnt. Bei diesem Modell für 145 Euro für Kinder bis etwa 1,5 Jahre kann der Sitz aus der Basisstation reißen und unkontrolliert durch das Fahrzeug geschleudert werden, so der ADAC. Damit drohen schwere Verletzungen – er fällt daher als einziger mit "mangelhaft" (5,5) durch.
Die drei "ausreichenden" Modelle wurden etwa wegen nur ausreichender Sicherheit und wegen vergleichsweise komplizierten Einbaus abgewertet. Andernfalls, weil in einem Bezugsstoff ein gesundheitsgefährdendes Flammschutzmittel in einer erhöhten Konzentration nachgewiesen wurde.
Deshalb rät der ADAC zum Kauf im Fachhandel
Wer einen Kindersitz kaufen will, sollte sich zuvor gut über die infrage kommenden Modelle und deren Eigenschaften informieren, so der ADAC. Am besten macht man das im Fachhandel, wo man die Produkte gleich mit dem Nachwuchs und beim eigenen Auto ausprobieren kann. Von einem "Blindkauf" im Internet rät der ADAC generell ab.
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