Neue Jahreszeit beginnt
Herbst im Faktencheck: Was ist dran an Mythen rund um Vitamin D, nasse Haare & Co.?
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von Marie-Finn Bruker:newstime
5 Mythen zum Herbst
Videoclip • 01:39 Min • Ab 12
Der Herbst ist da – und mit ihm die immer gleichen Weisheiten über Vitamin D, Müdigkeit und nasse Haare als Erkältungsbringer. Was an den Klassikern zur dunklen Tageszeit wirklich dran ist.
Das Wichtigste in Kürze
Am Mittwoch (23. September) ist kalendarischer Herbstanfang - Zeit, um so einige Mythen um die Jahreszeit unter die Lupe zu nehmen.
So begünstigen etwa nasse Haare tatsächlich einen Infekt, auch die typische Herbstmüdigkeit ist oft keine Einbildung.
Gut zu wissen ist allerdings auch, warum nicht jeder zu Vitamin-D-Präparaten greifen muss – und warum der Kürbis eigentlich kein Gemüse ist.
Die Tage werden kürzer, die Blätter bunter – und seit Mittwoch (23. September) ist es ganz offiziell: Der kalendarische Herbst ist da! Ebenso wie die Jahreszeit ziehen alljährlich auch zahlreiche Mythen rund um bevorstehende dunkle Tage voller Müdigkeit, Erkältungsgefahr und dem alles heilenden Vitamin D ins Land. Was Fakt ist und was nur ein Gerücht: Hier im Überblick.
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Wundermittel Vitamin D: Dein Helfer im Herbst?
Mehr Herbst, weniger Sonne – weniger Vitamin D: So lautet ein weit verbreiteter Mythos, der viele Menschen zu den beliebten Präparaten des Prohormons greifen lässt. Vitamin D ist vor allem für Knochen, Muskeln und verschiedene Körperfunktionen wichtig und wird mithilfe von UV-B-Strahlung gebildet. Diese ist im deutschen Winter wegen weniger Sonnenintensität zwar erschwert, führt allerdings nicht automatisch zu einem Mangel.
Ob ein Präparat wirklich nötig ist, hängt vom individuellen Risiko und gegebenenfalls vom jeweiligen Vitamin-D-Spiegel ab. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung sind vor allem Menschen, die sich nur selten im Freien aufhalten, von einem Mangel bedroht. Zur Risikogruppe gehören außerdem ältere und weniger mobile Menschen, Personen mit dunkler Haut und Säuglinge. Für gesunde Erwachsene ist eine pauschale Einnahme allerdings nicht grundsätzlich ratsam.
Frühere Dunkelheit macht früher müde
Wer in den Herbst- und Wintermonaten unter zunehmender Müdigkeit leidet, führt das oft auf die früh eintretende Dunkelheit zurück. Ganz richtig ist das allerdings nicht. Entscheidend ist vor allem das Tageslicht, dessen Zeitpunkt, Dauer und Intensität, wie Forscher:innen im "Journal of Physiological Anthropology" berichten.
Durch das geringere Tageslicht im Winter schüttet der Körper nachts mehr Melatonin aus, ein Hormon, das an der Regulation des Schlafs beteiligt ist. Helles künstliches Licht am Abend kann die innere Uhr dagegen nach hinten verschieben und das Einschlafen erschweren. Die Folge: Wir fühlen uns müder.
Superfood Kürbis: (k)ein Gemüse
Herbstanfang bedeutet in vielen Haushalten vor allem eins: Kürbissuppen-Zeit! Wer sich nun im Gemüsehimmel wähnt, liegt allerdings falsch. Zumindest in der Botanik zählt der Kürbis nach Informationen der AOK nämlich zu den Beerenfrüchten.
Im Herbst dreht sich die Erde schneller
Das stimmt! Und der Grund liegt, ganz im Namen des Herbstes, beim Laub. So fallen auf der Nordhalbkugel laut "Antenne Niedersachsen" ganze 14 bis 18 Millionen Tonnen Blätter von den Bäumen. Diese Masse an Gewicht sammelt sich am Boden, also Richtung Erdachse – und soll damit tatsächlich zu einer schnelleren Erdumdrehung führen. Der Unterschied beträgt allerdings nur etwa eine Tausendstelsekunde.
Mit nassen Haaren in die Kälte?
Egal ob frisch aus der Dusche, dem Hallenbad oder dem Fitnessstudio: Wer feuchte Haare hat, sollte lieber nicht direkt an die kühle Herbstluft. Der Mythos, der viele seit Kindertagen begleitet, ist tatsächlich wahr. Wie die Barmer-Krankenkasse erklärt, ist eine nasse Kopfhaut in erster Linie zwar nicht der Auslöser für einen grippalen Infekt, begünstigt diesen aber deutlich.
Durch das Verdunsten des Wassers auf der Kopfhaut werde dem Körper Wärme entzogen. Damit dieser dann nicht noch mehr Wärme verliert, verengen sich dem Bericht zufolge die Blutgefäße. In diesem Zuge drossele sich allerdings auch die Durchblutung in den Nasen- und Rachenschleimhäuten.
Die Folge: Durch den reduzierten Blutstrom gelangen laut Barmer auch weniger Abwehrstoffe und weiße Blutkörperchen in den Körper – ein Paradies für Viren, die sich nun einfacher vermehren können. Auch die Schleimhäute, die die eingedrungenen Erreger entsorgen, arbeiten den Informationen zufolge weniger intensiv.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Barmer: "Nasse Haare – wie groß ist die Erkältungsgefahr?"
Antenne Niedersachsen: "Erstaunliche Fakten zum Herbst"
AOK: "Kürbis"
Hitradio Ö3: "Herbstmythen im Check"
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