Hitze im Hochgebirge

Gigantischer Felssturz am Matterhorn: Tausende Tonnen Gestein donnern ins Tal

Veröffentlicht:

von Fabia Söllner

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Videoclip • 01:13 Min • Ab 12


Ein gewaltiger Felssturz hat das Matterhorn erschüttert. Nur wenige Hundert Meter unterhalb des Gipfels lösten sich an der italienischen Südseite Tausende Tonnen Gestein. Ein weiteres Warnsignal für die zunehmenden Folgen der anhaltenden Hitze im Hochgebirge?

Das Wichtigste in Kürze

  • An der italienischen Südseite des Matterhorns hat sich in rund 3.900 Metern Höhe ein gewaltiger Felssturz ereignet.

  • Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt.

  • Expert:innen machen die anhaltende Hitze für die zunehmende Instabilität im Hochgebirge verantwortlich.

Das Matterhorn zählt zu den bekanntesten Bergen der Welt – doch selbst der markante Viertausender bleibt von den Folgen steigender Temperaturen nicht verschont. An der italienischen Südseite des 4.478 Meter hohen Berges hat sich am 5. August ein gewaltiger Felssturz ereignet. Riesige Gesteinsmassen lösten sich in rund 3.900 Metern Höhe und stürzten ins Tal, wie unter anderem "ilfattoquotidiano.it" berichtet.

Nach ersten Informationen kamen bei dem Ereignis keine Menschen zu Schaden. Die betroffene Felswand liegt außerhalb der üblichen Kletter- und Aufstiegsrouten. Videos des spektakulären Felssturzes, die von einem Hotelier aus Breuil-Cervinia veröffentlicht wurden, zeigen die gewaltige Staubwolke und die herabstürzenden Felsmassen.

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Bergführer setzen Touren aus

Als Vorsichtsmaßnahme haben die Bergführer von Breuil-Cervinia geführte Touren auf das Matterhorn vorerst eingestellt, ,wie unter anderem die "Frankfurter Rundschau" (FR) berichtet. Zwar wurde die klassische italienische Aufstiegsroute über den Löwengrat durch den Felssturz nicht direkt beschädigt, dennoch raten die Verantwortlichen derzeit von einer Besteigung ab. Die Carrelhütte bleibt als Notunterkunft geöffnet, wird jedoch vorübergehend nicht bewirtschaftet.

Auch auf der Schweizer Seite des Matterhorns gelten bereits seit Mitte Juli Einschränkungen. Dort hatten Bergführer:innen wegen der außergewöhnlich hohen Steinschlaggefahr ihre Touren gestoppt.

Extreme Hitze destabilisiert das Hochgebirge

Expert:innen sehen einen klaren Zusammenhang zwischen den aktuellen Wetterbedingungen und der zunehmenden Instabilität vieler Alpengipfel, wie unter anderem die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Nach einem schneearmen Winter und einem ungewöhnlich milden Frühjahr folgten mehrere lang anhaltende Hitzewellen. Dadurch taute selbst in großer Höhe der dauerhaft gefrorene Untergrund.

Besonders problematisch ist die außergewöhnlich hohe Null-Grad-Grenze, erklärt Severin Karrer, Fachleiter für Ausbildung, Bergsport und Sicherheit im Sommer beim Schweizer Alpen-Club (SAC), gegenüber dpa. Während sie im Sommer früher meist zwischen 3.000 und knapp 4.000 Metern lag, steigt sie inzwischen zeitweise bis in Höhen von fast 5.000 Metern. Das bedeutet, dass selbst Bereiche nahe der höchsten Alpengipfel über längere Zeit Plusgrade erreichen.

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Matterhorn verändert sich

Bereits in den vergangenen Wochen hatten außergewöhnliche Naturereignisse am Matterhorn für Aufmerksamkeit gesorgt. Nach heftigen Gewittern bildeten sich zeitweise sogar Wasserfälle an der Gipfelwand.


Verwendete Quellen:

Frankfurter Rundschau: "570 Meter unter dem Gipfel: Gigantischer Felsturz am Matterhorn"

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