Badeurlauber aufgepasst
Von Seewespe bis Portugiesische Galeere: Das sind die giftigsten Meerestiere der Welt
Aktualisiert:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Hitzerekord im Mittelmeer: Was das für Urlauber bedeutet (29. Juli)
Videoclip • 01:02 Min • Ab 12
Giftige Stacheln und meterlange Tentakel – so einige Meeresbewohner sind zwar faszinierend anzusehen, aber für Menschen hoch bedrohlich. Allein der Kontakt mit ihnen kann lebensgefährlich werden: eine Auswahl der giftigsten Tiere der Welt.
Das Wichtigste in Kürze
Immer wieder sterben Badeurlauber:innen durch Begegnungen mit giftigen Tieren im Meer.
Egal ob Stachel, Tentakel oder Biss: Die toxischen Säfte der Tiere können beim Menschen großen Schaden anrichten.
Viele von ihnen sind in Südostasien oder Australien zuhause, einige auch in Europa.
Sie sehen nicht nur besonders schön aus, sondern sind vor allem besonders giftig: Für Badeurlauber:innen lauern im Meer so einige tierische Gefahren. Bei vielen kann allein die bloße Berührung tödlich enden. Von Seeschlange bis Steinfisch: Wer diese gefährlichen Meeresbewohner kennt, entscheidet sich statt Strandurlaub vielleicht künftig doch lieber fürs Freibad.
Auch in den News:
Tödlicher Stich der Seewespe
Sie gilt als die giftigste Qualle der Welt.
Bild: G.Bell/WILDLIFE
Ein Stich genügt – und kann bereits zehn Minuten später tödlich enden, wie "Spektrum der Wissenschaft" berichtet. Die Seewespe (Chironex fleckeri), die zur Gruppe der sogenannten Würfelqualle gehört, zählt zu den giftigsten Meerestieren der Welt. Sie ist in überwiegend flachen Gewässern Australiens, aber auch in Südostasien heimisch.
Das Gift der Qualle verursacht meist sofort starke Schmerzen und kann innerhalb kurzer Zeit Herz und Nervensystem so schwer schädigen, dass es zu Atem- oder Herzstillstand kommt. Nach Angaben von "Spektrum der Wissenschaft" hat eine einzelne Seewespe so viel Gift, dass sie 60 Menschen auf einmal töten könnte.
Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Todesfällen infolge eines Seewespen-Kontakts. Erst Anfang August starb am thailändischen Golf ein 13-jähriger Junge.
In Frankreich gesichtet: Portugiesische Galeere
Wird auch Blasenqualle oder Seeblase genannt.
Bild: blickwinkel
Sieht aus wie eine Qualle – ist aber keine. Die Portugiesische Galeere zieht ihre Aufmerksamkeit vor allem durch ihren violett schimmernden Schwimmkörper auf sich, gefährlich sind aber vor allem die bis zu vier Meter langen Tentakel. Diese sind im Wasser oft kaum zu sehen, führen bei Kontakt aber sofort zu starken Schmerzen, Hautverletzungen, Brennen, Rötungen und Schwellungen.
In 15 von 100 Fällen können schwerere Beschwerden wie Erbrechen, Bauch- oder Brustschmerzen, Muskelkrämpfe, Atemnot oder Kreislaufprobleme auftreten. Im schlimmsten Fall droht der Herzstillstand oder infolge der Symptome Ertrinken im Wasser.
Portugiesische Galeeren kommen auch in Europa vor: Erst dieses Jahr wurden die giftigen Tiere an der französischen Atlantikküste gesichtet.
Gebänderte Seeschlange - So geringelt wie gefährlich
Wer sie in Ruhe lässt, muss nichts befürchten.
Bild: Westend61
Sie stammt laut "Spektrum der Wissenschaft" von den landlebenden Giftnattern ab, ist aber wesentlich giftiger. Das Trügerische daran: Der Giftcocktail aus den Fangzähnen der sogenannten Hydrophis belcheri bleibt oft unbemerkt, wie die "Frankfurter Rundschau" (FR) berichtet. Ihr Biss sei meist weder besonders spürbar, noch soll er Spuren auf der Haut hinterlassen.
Ohne Eingreifen führe das Gift zu einer Lähmung, die zuerst den Hals, Arme und Beine, zuletzt die Brust erreicht und schlimmstenfalls die Atmung stoppt. Doch das Gemüt der im Indischen Ozean und Pazifik heimischen Seeschlange gibt Grund zum Aufatmen. Das Tier beißt den Berichten zufolge nur, wenn es provoziert wird, und gibt gerade einmal in etwa einem Viertel der Fälle das tödliche Gift ab.
Das Leuchten des Blauen Oktopus
Sieht schick aus - ist aber hochgefährlich.
Bild: Scubabruce - stock.adobe.com
Ja, die leuchtend blauen Ringe können definitiv als Warnsignal gedeutet werden. Fühlt sich der Blaue Oktopus bedroht, schimmern sie laut "Spektrum der Wissenschaft" sogar noch greller als zuvor, während der Rest der Haut einem intensiven Gelb weicht. Tatsächlich sollen alle Oktopus-Arten Gift produzieren, jedoch sei keine so tödlich wie das dieses Meeresbewohners.
Demnach reiche das Gift von einem einzigen blauen Oktopus, um zehn Erwachsene zu töten. Dabei werde die Atemmuskulatur gelähmt. Im Notfall helfe nur eine künstliche Beatmung – ein Gegengift gibt es den Angaben nach nicht. Laut der FR kommt das gepunktete Tier an den Pazifikküsten Australiens, Indonesiens, Neuguineas und der Philippinen vor.
Ein besonders harter Brocken: Der Steinfisch
Der vermutlich giftigste Fisch der Welt.
Bild: Pond5 Images
Stein oder Fisch? Die Antwort lautet letzteres, inklusive 13 spitzer Stacheln auf dem Rücken, die ein hochwirksames Nervengift enthalten. Der Kontakt mit dem Tier könne extreme Schmerzen auslösen, "als wenn nacheinander die Fingerknöchel, das Handgelenk, Ellenbogen und Schulter über die Dauer einer Stunde mit einem Vorschlaghammer geschlagen würden", beschreibt ein Betroffener gegenüber "Spektrum der Wissenschaft". Schlimmstenfalls kann es zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.
Der Steinfisch ist im Indopazifik, zwischen Ostafrika, Südostasien und Ozeanien zuhause und gilt als giftigster Fisch der Welt.
Die Kegelschnecke mit dem stärksten Gift der Tierwelt
Ihr Hinterteil ist eine pieksige Angelegenheit.
Bild: picture alliance / Minden Pictures
Eine Schnecke, die nicht nur ein Haus, sondern auch einen rötlichen Stachel bereithält. Normalerweise fängt die Kegelschnecke damit Fische, so "Spektrum der Wissenschaft". Doch die Spitze durchdringe auch Handschuhe oder Taucheranzüge. Darin: ein extrem schnell wirkendes Nervengift – wohl eines der stärksten der Tierwelt.
Sticht die Schnecke zu, werde ihr Beutetier sofort gelähmt. Bei Menschen treten nach einem intensiven Schmerz an der Einstichstelle Symptome wie Schwäche, Taubheitsgefühle, Muskellähmungen oder Atemnot auf. Auch hier drohe Betroffenen ein tödliches Ende, auch aufgrund schwerer Hirnblutungen.
Die überwiegend in tropischen Meeren lebende Schnecke ist nach Angaben des Naturkundemuseums Karlsruhe teilweise stark gefährdet. Ihr auffälliges Aussehen sei besonders für viele Sammler:innen interessant. Früher soll das Gehäuse der Kegelschnecke sogar als Zahlungsmittel genutzt worden sein.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Spektrum.de: „Die 10 giftigsten Meerestiere"
FR: "Die gefährlichsten Meerestiere weltweit"
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