Mordprozess in Oberbayern
Auto-Anschlag auf Demonstration in München: Prozess-Urteil am Donnerstag erwartet
Veröffentlicht:
von Magdalena ArtnerKleidung und weitere Gegenstände auf der Straße, Kofferraum eines Autos steht offen
Bild: Christoph Trost/dpa
Bei der Attacke waren eine Mutter und ihre kleine Tochter getötet worden. Was man vor dem Urteil wissen sollte.
Urteil zu tödlichem Auto-Anschlag in München am Donnerstag
Der Mordprozess um den tödlichen Auto-Anschlag auf eine Demonstration in München geht zu Ende: An diesem Donnerstag will das örtliche Landgericht sein Urteil sprechen. Die Bundesanwaltschaft geht von einem religiös motivierten politischen Anschlag aus und fordert eine lebenslange Haftstrafe samt Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Dies würde eine Freilassung auf Bewährung nach 15 Jahren Gefängnis erheblich erschweren. Die Verteidigung hingegen plädierte auf eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und forderte die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
25-Jähriger fuhr von hinten in Demonstrationszug
Von allen Prozessbeteiligten ist unbestritten, dass der 25-Jährige im Februar 2025 von hinten in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi gefahren war und dabei eine Mutter und ihre zweijährige Tochter getötet hatte. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Afghanen darüber hinaus versuchten Mord in 22 Fällen sowie zumeist gefährliche Körperverletzung in weiteren 22 Fällen vor. Knapp zwei Dutzend "gewöhnliche" Körperverletzungen wurden dabei sogar schon von der Strafverfolgung ausgenommen.
Anklage sieht religiös motivierten politischen Anschlag
Die Vertreter der Bundesanwaltschaft gehen von einem religiös motivierten politischen Anschlag aus, auch wenn der Angeklagte keinen klassischen Radikalisierungsprozess durchlaufen und kein geschlossenes islamistisches Weltbild besessen habe. In der Wahrnehmung des jungen Mannes habe die Attacke aber dem Willen Allahs entsprochen und sei eine gebotene Reaktion auf das Handeln der USA und anderer westlicher Staaten in Gaza und Afghanistan gewesen, hieß es in deren Plädoyer. Darüber hinaus hätten persönliche Gefühlsregungen wie Wut, Enttäuschung und Verbitterung eine Rolle gespielt.
Der vom Gericht bestellte Gutachter stellte eine mittelgradige Persönlichkeitsstörung fest – betonte aber auch, der Angeklagte habe zum Zeitpunkt der Tat keine akute Psychose gehabt. Dennoch schließt die Verteidigung des 25-Jährigen eine verminderte Schuldfähigkeit nicht aus. Die Anwälte argumentierten, ihr Mandant zeige deutliche Anzeichen einer hebephrenen Schizophrenie – einer Unterform, bei der anstelle von Wahnvorstellungen vor allem ein wirres Gefühlsleben und unberechenbares Verhalten im Vordergrund stehen. Ob das Gericht dem folgt, wird sich zeigen.
Weitere News:
Wetter in Bayern: Leichte Abkühlung in Sicht?
Blitzeinschlag in Harburg: Zwei Bahnschranken defekt
Neues Ticket-System für Bayerns ÖPNV? Start schrittweise ab 2027
SEK-Einsatz in Bamberg: Mann mit Messer in Wohnung verschanzt
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
Alle Videos bei Joyn:
SAT.1 Bayern verpasst? Hier ansehen:
Mehr entdecken

Events und Konzerte in Bayern
Atze Schröder bis Sandkerwa: Das ist 2026 in Bamberg geboten

Events und Konzerte in Bayern
Die Toten Hosen bis TangoZauber: Das ist 2026 in Bayreuth geboten

Events und Konzerte in Bayern
EWS Wrestling bis Herbstdult: Das ist 2026 in Passau geboten

Events und Konzerte in Bayern
Musicomedy bis Flohmarkt: Das ist 2026 in Schweinfurt geboten

Events und Konzerte in Bayern
Gäubodenvolksfest bis Kunsthandwerkermarkt: Das ist 2026 in Straubing geboten

Events und Konzerte in Bayern
Kunstführung bis Sport- & Familientag: Das ist 2026 in Kempten geboten

Events und Konzerte in Bayern
Wochenmarkt bis Konzert: Das ist 2026 in Ingolstadt geboten

Events und Konzerte in Bayern
Antik- und Trödelmarkt bis Kastlruther Spatzen: Das ist 2026 in Rosenheim geboten

Events und Konzerte in Bayern
David Garrett bis Wiesn: Das ist 2026 in München geboten


