Großer Afrikanischer Grabenbruch
Falsch wiedergegeben: Forscherin korrigiert Aussage zu Riss in Afrika
Veröffentlicht:
von Michael ReimersAusblick vom Mbeya Peak.
Bild: Julian Hilgers/dpa-tmn
Riesige Risse in der Erde sind die Vorboten: Der afrikanische Kontinent bricht langsam auseinander. Wann genau der neue Ozean entsteht, ist jedoch kaum einzuschätzen.
Das Wichtigste in Kürze
Expert:innen waren skeptisch, nachdem ein ungewöhnlich kurzer Zeitraum für die Teilung des afrikanischen Kontinents in den Medien verbreitet wurde.
Nach Recherchen der "Welt" wurde eine Forscherin falsch zitiert.
Normalerweise dauert es mehrere Millionen Jahre, bis ein neuer Ozean entsteht.
Auf dem afrikanischen Kontinent driften zwei Erdplatten auseinander. Von Ostafrika bis zum Roten Meer erstreckt sich der Große Afrikanische Grabenbruch. Doch möglicherweise schreitet die Teilung des Kontinents nicht ganz so schnell voran, wie gedacht. Die Schlagzeile, dass sich innerhalb von nur 500.000 Jahren dort ein neuer Ozean bildet, ist nach Recherchen der "Welt" keine geologische Gewissheit. Die Zeitung spricht gar von einem "lehrbuchartigen Fall von Fehlinformation".
Normalerweise dauert es mehrere Millionen Jahre, bis ein neuer Ozean entsteht. Der genauen Zeitraum des geologisches Prozesses lässt sich nur schwer vorhersagen. Heißes, flüssiges Gestein steigt zwischen den Platten auf und lässt die oberen Mantelschichten auseinander fließen. Dies sei wie heißes Metall, das unter Hitze schmiegsam werde und sich durch Druck verforme, erklärt Bernhard Steinberger vom Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) in Potsdam der "Welt".
"Das ist nicht, was ich gesagt habe"
Ein Zitat von Cynthia Ebinger, die als Geoforscherin an der Tulane University in New Orleans arbeitet, sorgte jedoch Anfang des Jahres für Aufmerksamkeit. So berichtete das Portal "dailygalaxy.com", dass die tektonischen Kräfte das Land viel schneller als gedacht transformieren. Es zitiert Ebinger: "Wir haben den Zeitrahmen auf etwa eine Million Jahre verkürzt, möglicherweise sogar auf die Hälfte."
Fachkolleg:innen blieben jedoch eher skeptisch, erklärt "Welt". Dass der Prozess in einem so kurzen Zeitraum ablaufen könne, hielten viele Expert:innen für äußerst unwahrscheinlich. Auf Nachfrage der Zeitung sagt die Forscherin nun, das habe sie auch gar nicht gesagt. Vielmehr habe sie einem brasilianischen Reporter damals ihre neuen Messungen aus dem sogenannten Afar-Dreieck erklärt.
Auch sie ist der Meinung, dass es so viele Faktoren gebe, die die Bildung eines Ozeans beeinflussen, dass jede Aussage über einen konkreten Zeitrahmen nichts anderes sei, als wilde Spekulation. Die Aussage von ihr sei aus dem Zusammenhang gerissen und zudem falsch wiedergegeben worden.
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