Achtjähriger Junge
Mordfall Fabian in Güstrow: Welche Rolle spielt dieses Fundstück?
Veröffentlicht:
von Marie-Finn Bruker:newstime
Mordfall Fabian erschüttert Rostock (28. April)
Videoclip • 01:49 Min • Ab 12
Der achtjährige Fabian aus Güstrow ist Opfer eines grausamen Mordes geworden. Aktuell läuft der Prozess, Hauptverdächtige ist die Ex-Freundin vom Vater des Jungen. Ein von einem Zeugen gefundenes Messer soll jetzt untersucht werden.
Das Wichtigste in Kürze
Am 10. Oktober 2025 war Fabian aus der Wohnung seiner Mutter verschwunden, vier Tage später fand man die Leiche des Achtjährigen.
Der Junge soll mit mehreren Messerstichen getötet worden sein, Hauptverdächtige ist die Ex-Freundin seines Vaters.
Ein von einem Zeugen gefundenes Messer könnte nun neue Hinweise bringen.
Der achtjährige Fabian aus Güstrow (Landkreis Rostock) war am 10. Oktober 2025 verschwunden. Vier Tage später dann der Schock: Eine Spaziergängerin fand die Leiche des Jungen.
Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Rostock begann Ende April 2026 der Prozess im Mordfall Fabian. Angeklagt ist die 30-jährige Ex-Partnerin vom Vater des Opfers. Sie soll das Kind mit mehreren Messerstichen getötet haben.
Von der Tatwaffe fehlte jede Spur – bis jetzt. Können neue Untersuchungen die entscheidenden Erkenntnisse liefern?
Auch in den News:
Aktuell sei ein Messer in den Fokus der Ermittler:innen gerückt, berichtet "T-Online". Ein Zeuge habe es bereits im Dezember gefunden, nun werde überprüft, ob es sich um die Tatwaffe handeln könnte. Im Gespräch mit "T-Online" habe der Oberstaatsanwalt Harald Nowack versichert, die Ergebnisse der Spurensuche würden "schnellstmöglich" vorliegen.
Dennoch habe Nowack zu bedenken gegeben, dass besagtes Messer für den Fall auch ganz und gar unbedeutend sein könne. Der Oberstaatsanwalt habe sich dabei vor allem auf die große Zeitspanne zwischen dem Mord im Oktober und dem erst zwei Monate später erfolgten Fund des Messers bezogen.
Auffällig sei außerdem, dass der Antrag des vorsitzenden Richters zur Untersuchung des Messers sehr spät erfolgt sei und nicht direkt nach der Entdeckung, so Nowack laut "T-Online". Während des aktuell laufenden Prozesses habe Fabians Vater ausgesagt, dass er selbst mit dem Finder des betreffenden Messers lose bekannt sei.
Was über die Tatwaffe bekannt ist
Bereits am Tag seines Verschwindens sei Fabian nach Erkenntnissen der Ermittler:innen mit mindestens sechs Messerstichen getötet worden, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Laut Anklage habe die Tatwaffe eine Klingenlänge von etwa zehn Zentimetern. Zwei der Stiche trafen den Jungen ins Herz, andere in Brust und in weitere Teile des Oberkörpers.
Nach der Entdeckung der Leiche hatten die Ermittelnden den Fundort mit Metalldetektoren nach "tatrelevanten Gegenständen" abgesucht, wie ein Polizeisprecher mitteilte – ohne Erfolg. Im weiteren Verlauf gingen Beamt:innen etwa 1.000 Spuren nach, die ebenfalls keine weiteren Erkenntnisse brachten. Bislang wurde die Tatwaffe nicht gefunden (Stand 21. Mai).
Der Tag von Fabians Verschwinden
Fabian verschwand am 10. Oktober 2025, seine Mutter war am Morgen zur Arbeit aufgebrochen. Ihren Sohn ließ sie an diesem Tag alleine zuhause, da er über Unwohlsein klagte. Als sie nach Hause zurückkehrte, fehlte von ihm jede Spur. Gegen 20:30 Uhr meldete die Mutter ihr Kind bei der Polizei als vermisst.
Der Junge soll laut Anklage von der Hauptverdächtigen unter einem Vorwand aus der Wohnung gelockt und zu einem Feldstück in der Nähe von Klein Upahl gefahren worden sein. Im Bereich eines schlecht einsehbaren Teichs sei Fabian noch am selben Tag zwischen 11 und 15 Uhr getötet worden. Anschließend habe die mutmaßliche Mörderin den Leichnam mit Brandbeschleuniger angezündet, um mögliche Spuren zu beseitigen.
Anfang März hatte die Staatsanwaltschaft Rostock ihre Ermittlungen abgeschlossen und Anklage wegen heimtückischen Mordes erhoben. Diese richtet sich gegen die Hauptverdächtige, die Ex-Freundin vom Vater des Jungen. Seit Anfang November befindet sie sich in Untersuchungshaft. Das mögliche Motiv: Beziehungsprobleme mit Fabians Vater.
Während der Beziehung soll Fabian eine körperliche Auseinandersetzung zwischen der Beschuldigten und dem Vater mitbekommen und anschließend den Kontakt zu ihm abgebrochen haben. Erst nach der Trennung des Paares habe Fabian diesen wieder aufgenommen.
Nach mehreren Versuchen, ihren Ex-Freund zurückzugewinnen, soll die Verdächtige nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Tat eine Möglichkeit gesehen haben, die Partnerschaft zu Fabians Vater wiederherstellen zu können.
Zu den Vorwürfen schweigt die Angeklagte nach aktuellem Stand vom 21. Mai.
So verlief der aktuelle Prozess bisher
Fabians Vater glaubt weiterhin an die Unschuld der Frau, mit der er laut seiner eigenen Aussage mittlerweile in einer erneuten Partnerschaft ist. Zuvor hatte er laut Staatsanwaltschaft eingeräumt, er halte es für möglich, dass sie etwas mit dem Verschwinden seines Sohnes zu tun habe.
Der Vater von Fabian gilt als Schlüsselzeuge während des Prozesses. In den Vernehmungen hatte der Zeuge seine Aussagen immer wieder geändert, sodass gegen ihn Ermittlungen wegen des Verdachts einer uneidlichen Falschaussage eingeleitet wurden. Eine Beteiligung des Vaters an dem Mord schließt die Staatsanwaltschaft allerdings derzeit aus.
Insgesamt waren zunächst 17 Verhandlungstage angesetzt. Der vorsitzende Richter Holger Schütt hatte bereits angekündigt, dass wohl weitere Termine bis September notwendig wären.
Der Mordfall Fabian sorgte in ganz Deutschland für große Bestürzung. Hunderte besuchten den Trauergottesdienst Ende Oktober in Güstrow. Zahlreiche Menschen entzündeten Kerzen für den verstorbenen Jungen, stellten Plüschtiere und Bilder ab. Auch bundesweit ist die Anteilnahme groß.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
T-Online: "Fund im Mordfall Fabian: Staatsanwalt äußert sich"
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