Hunderte Tote

Erdbeben-Drama in Venezuela: Tausende Familien bangen um ein Wunder

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

:newstime

Venezuela: Immer mehr Erdbeben-Opfer

Videoclip • 34 Sek • Ab 12


Zahlreiche Helfer:innen suchen nach den Beben in Venezuela nach Verschütteten – die Zeit läuft ab. Die Lage im Bundesstaat La Guaira ist katastrophal.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach den schweren Erdbeben in Venezuela suchen Helfer:innen verzweifelt mit bloßen Händen nach Überlebenden.

  • Weil schweres Gerät fehlt, läuft den Retter:innen in der besonders betroffenen Region La Guaira die Zeit davon.

  • Tausende Menschen werden noch unter den Trümmern vermutet.

Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela kämpfen die Menschen unter extremen Bedingungen um jede Minute. Besonders dramatisch zeigt sich die Situation im Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste, wo verzweifelte Angehörige in gewaltigen Schutthaufen nach Verschütteten suchen.

Die Online-Plattform "Tal Cual" berichtet von komplett zerstörten Gebäuden. Strom und Wasser seien ausgefallen, es kam demnach bereits zu Plünderungen. Das größte Problem: Schweres Gerät für die Rettungsarbeiten fehlt bislang.

"Alles von Hand zu machen, ist ziemlich mühsam", schildert eine Bewohnerin aus Catia La Mar die aussichtslose Lage. "Falls noch jemand am Leben ist, hat er nicht mehr die Kraft, zu antworten."

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Hunderttausende Betroffene

Mehr als 70.000 Familien sind allein in La Guaira von den Folgen betroffen. Innenminister Diosdado Cabello versprach bei einem Besuch vor Ort: "Wir lassen euch nicht allein." Er kündigte umfassende Rettungs- und Bergungsarbeiten sowie Wasser- und Lebensmittelhilfen an.

Die beiden schweren Beben der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten am Mittwoch (24. Juni) den Norden und das Zentrum Venezuelas – im Abstand von lediglich 39 Sekunden. Besonders La Guaira, wo sich der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen befinden, erlitt massive Schäden.

Bislang zählte die Regierung 235 Tote. Über 4.300 Verletzte wurden in öffentlichen Krankenhäusern behandelt, erklärte Gesundheitsminister Carlos Alvarado.

Rund 200 Menschen sollen noch unter Trümmern verschüttet sein – allerdings nur jene, die bereits verortet wurden, wie Jorge Rodríguez, Präsident der Nationalversammlung, mitteilte. Hinweise deuten darauf hin, dass die Gesamtzahl der Verschütteten in die Tausende gehen könnte.

Christof Johnen vom Deutschen Roten Kreuz betonte, es gebe auch 30 Stunden nach dem Beben noch immer kein klares Lagebild. "Insofern ist die Annahme tatsächlich gerechtfertigt, dass die Zahl getöteter Menschen, obdachloser Menschen, verletzter Menschen noch dramatisch weiter ansteigen wird." Selbst eine fünfstellige Zahl an Todesopfern sei denkbar.

Knapp einen Tag nach der Katastrophe sind offiziell mindestens 200 Menschen immer noch unter den Trümmern verschüttet.

Bild: Stringer/dpa


Unterstützung aus dem Ausland

Am Donnerstagabend (25. Juni) trafen erste internationale Hilfsteams ein, darunter 188 Rettungskräfte aus El Salvador. Knapp 50 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sollten am Freitagmorgen (26. Juni) vom Fliegerhorst Wunstorf mit einer Bundeswehr-Maschine abheben. Zur schnellen Einsatztruppe gehören vier Rettungshundeführer:innen mit jeweils einem Hund ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

THW-Präsidentin Sabine Lackner sagte: "In der Regel sagt man, 72 Stunden nach einem Erdbeben, das sind ganz entscheidende Stunden. Da können wir auch noch sehr viele Menschen lebend retten." Aber auch danach gebe es immer wieder "Wunder".

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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