Naturkatastrophe
Nach Erdbeben auf den Philippinen: Behörden melden mindestens 15 Tote
Aktualisiert:
von Nadine von Parseval:newstime
Hier ist das Katastrophenrisiko am höchsten (24. September 2025)
Videoclip • 01:34 Min • Ab 12
Mindestens 15 Menschen sind bei dem schweren Erdbeben auf den Philippinen ums Leben gekommen. Berichten zufolge sind Menschen in einer Schule eingeschlossen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Erdbeben der Stärke 7,8 erschütterte die südlichen Philippinen, Behörden bestätigen mindestens 15 Tote.
Mehrere Länder gaben Tsunami-Warnungen für Küstengebiete heraus.
Erste Berichte melden Schäden an Gebäuden, das Ausmaß ist noch unklar.
Bei dem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 auf den Philippinen haben Behörden-Informationen zufolge mindestens 15 Menschen ihr Leben verloren. Der Direktor des philippinischen Zivilschutzes, Rod Sosmera, sprach gegenüber Journalist:innen von 129 Verletzten. Sosmera berichtete von zwölf Toten in drei Regionen. Die meisten Opfer habe es in der schwer betroffenen Stadt General Santos City gegeben. Drei weitere Menschen sind laut Katastrophenschutz in der Provinz Davao Occidental gestorben.
"Die Schadensbewertung und die Erfassung der Opfer dauern noch an", so Sosmena. Berichten zufolge seien Menschen in einer Schule eingeschlossen. "Aber wir haben noch keine genaue Zahl", so der Direktor des Zivilschutzes.
Tsunami-Warnung mittlerweile aufgehoben
Die Tsunami-Warnung wurdenin der südphilippinischen Provinz Sarangani hingegen wieder aufgehoben. Das US-Tsunami-Warnzentrum erklärte mehrere Stunden nach dem Beben, dass keine Gefahr mehr bestehe. Zuvor hatten Expert:innen vor möglichen Flutwellen von bis zu drei Metern Höhe gewarnt.
Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) hielt seine Warnung für einige Küstenregionen zunächst noch aufrecht. Nach Angaben der Behörde wurden in sechs Gebieten Wellen von bis zu 1,4 Metern Höhe registriert.
Auch Indonesien gibt Entwarnung
Die Erdstöße waren auch in Teilen Indonesiens deutlich zu spüren. Dort registrierte die zuständige Behörde an mehreren Messstationen kleinere Tsunami-Wellen. Der Meeresspiegel stieg jedoch nur leicht an. Inzwischen wurde auch dort die Tsunami-Warnung aufgehoben.
Während die Gefahr durch mögliche Flutwellen gebannt scheint, laufen die Ermittlungen zu den Folgen des Bebens weiter. Auf der Insel Mindanao wurden mehrere Gebäude teilweise oder vollständig zerstört. Videos in sozialen Netzwerken zeigen eingestürzte Häuser und beschädigte Infrastruktur.
Nach Angaben der philippinischen Polizei kamen mindestens drei Menschen ums Leben. Der Katastrophenschutz sprach zwischenzeitlich sogar von möglicherweise acht Todesopfern. Diese Zahl müsse jedoch noch überprüft werden. Auch über Verletzte und weitere Schäden lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.
Philippinen: Erste Meldungen über Schäden und Einschränkungen
Die Behörden auf den Philippinen hatten Menschen in mehreren Küstenregionen aufgefordert, umgehend höher gelegene Orte aufzusuchen. Auch in Indonesien wurden Warnungen ausgesprochen, insbesondere für Gebiete auf der Insel Sulawesi. Japan alarmierte ebenfalls Teile seiner Pazifikküste wegen möglicher Flutwellen.
Die philippinische Katastrophenschutzbehörde hatte Schäden an Schulen, Krankenhäusern, Kirchen und Einkaufszentren gemeldet. Wie schwer die betroffenen Gebäude tatsächlich beschädigt wurden, stand zunächst noch nicht fest. Das Epizentrum befand sich südwestlich der Gemeinde Maasim in Sarangani. Besonders deutlich waren die Erschütterungen in General Santos City zu spüren. Dort wurde der Flughafen zeitweise geschlossen.
Das Beben ereignete sich gegen 7.37 Uhr Ortszeit am ersten Schultag nach den Ferien. Vielerorts fanden gerade Flaggenzeremonien statt, sodass sich zahlreiche Schüler:innen sowie Beschäftigte bereits im Freien aufhielten. Der Unterricht wurde in den betroffenen Regionen ausgesetzt, ebenso die Arbeit in zahlreichen Behörden und Unternehmen.
Augenzeugen berichten von Angst und Panik
Viele Menschen schilderten die Situation als äußerst beängstigend. Provinzreporterin Noreen Ygonia sagte lokalen Medien: "Ich dachte, es wäre mein Ende. Ich habe einfach angefangen zu beten. Es hat so heftig gebebt, dass ich mich kaum bewegen konnte."
Auch eine Bewohnerin der Stadt Koronadal berichtete von chaotischen Szenen: "Wir haben nur noch geschrien, weil wir solche Angst hatten." An einer Schule in der Provinz Davao del Sur stürzte nach Angaben der Schulleitung ein Gebäude ein. Verletzt wurde niemand. Schulleiterin Elene Marie Jane Gamboa sagte: "Zum Glück fand gerade unsere Flaggenzeremonie statt und alle waren draußen." Das Gebäude sei bereits bei einem Erdbeben im Jahr 2019 beschädigt worden und sollte ohnehin abgerissen werden.
Nachbeben registriert, Lage wird weiter beobachtet
Präsident Ferdinand Marcos Jr. sicherte den Betroffenen staatliche Unterstützung zu. Die nationale Regierung werde Mindanao nicht alleinlassen, erklärte er. Zudem appellierte er an die Bevölkerung: "Begeben Sie sich jetzt in höher gelegene Gebiete. Warten Sie nicht." Das Leben der Menschen sei wichtiger als alles, was sie zurücklassen müssten.
Auch in den News:
Warum die Region besonders erdbebengefährdet ist
Die Philippinen und Indonesien liegen am sogenannten Pazifischen Feuerring. Dabei handelt es sich um einen riesigen, hufeisenförmigen Gürtel entlang mehrerer tektonischer Plattengrenzen. Weil dort verschiedene Erdplatten aufeinandertreffen, kommt es regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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