Internationaler Gesundheitsnotstand
Ebola-Ausbruch in Afrika: Variante, Ausbreitung, Todesfälle – die wichtigsten Fragen und Antworten
Veröffentlicht:
von Anne Funk:newstime
Ebola-Ausbruch: Gefahr für Deutschland?
Videoclip • 01:26 Min • Ab 12
Wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das musst du zu dem aktuellen Ausbruch wissen.
1. Wo genau findet der aktuelle Ebola-Ausbruch statt?
Der aktuelle Ebola-Ausbruch ereignet sich in der Demokratischen Republik Kongo, hauptsächlich in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes. Die Provinz grenzt direkt an Uganda und den Südsudan. Zusätzlich wurde bereits ein Fall in der weit entfernten Hauptstadt Kinshasa nachgewiesen. Das Virus hat sich auch über die Grenze nach Uganda ausgebreitet, wo mindestens ein Todesfall in der Hauptstadt Kampala bestätigt wurde.
2. Um welche Ebola-Variante handelt es sich?
Es handelt sich um die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus. Dies ist erst der dritte dokumentierte Ausbruch dieser Variante – zuvor trat sie 2007 in Uganda und 2012 im Kongo auf. Bei früheren Ausbrüchen handelte es sich hauptsächlich um den häufigeren Zaire-Ebolavirus, für den ein Impfstoff entwickelt wurde.
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3. Wie gefährlich ist diese Variante?
Die Bundibugyo-Variante hat eine Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Dies ist deutlich niedriger als beim Zaire-Stamm, bei dem die Sterblichkeit bei bis zu 90 Prozent liegt. Allerdings gibt es für die Bundibugyo-Variante laut WHO keinen zugelassenen Impfstoff und keine spezifische Therapie.
4. Wie viele Fälle und Todesfälle gibt es bisher?
Nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC gibt es aktuell 336 Verdachtsfälle sowie 88 gemeldete Todesfälle in der Demokratischen Republik Kongo. Davon sind 13 Fälle laborbestätigt. In Uganda wurde ein Todesfall bestätigt. Die WHO warnt jedoch, dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bislang entdeckt und berichtet
5. Hat die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen?
Ja, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der Nacht zum Sonntag (17. Mai) wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Die WHO stellte jedoch klar, dass es sich nicht um einen Pandemie-Alarm handelt. Alle zehn Nachbarländer des Kongo seien einem hohen Risiko ausgesetzt.
6. Besteht eine Gefahr für Deutschland und Europa?
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht in Deutschland derzeit keinen Handlungsbedarf. Das Risiko sei "als äußerst gering einzuschätzen", und eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für "nahezu ausgeschlossen". Ebola überträgt sich ausschließlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen – eine unbemerkte Ausbreitung in Europa wie bei Atemwegserkrankungen ist daher unwahrscheinlich. Das Robert Koch-Institut betont, dass selbst der größte Ebolafieber-Ausbruch 2014/2015 in Westafrika zeigte, dass das Risiko einer Ausbreitung nach Deutschland sehr gering ist.
7. Warum ist dieser Ausbruch besonders besorgniserregend?
Mehrere Faktoren machen diesen Ausbruch besonders kritisch: Es gibt keinen zugelassenen Impfstoff für die Bundibugyo-Variante. Der Ausbruch findet in einer städtischen Grenzregion mit intensiven Bevölkerungsbewegungen statt. Die Region leidet unter einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitären Krise und schlechter Gesundheitsversorgung. Ein in Kampala verstorbener Patient war mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Kongo eingereist, was zeigt, wie schnell das Virus Grenzen überqueren kann.
8. Welche Maßnahmen werden ergriffen?
Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bereitet einen Großeinsatz vor und stellt Teams zusammen, die Erfahrung im Umgang mit viralem hämorrhagischem Fieber haben. Die WHO stellt rund 430.000 Euro für Sofortmaßnahmen bereit. Die Behörden verstärken Grenzkontrollen, isolieren Kontaktpersonen und aktivieren Notfallteams in gefährdeten Regionen. Zehn Nachbarländer des Kongo wurden offiziell gewarnt.
9. Wie sind die Lebensumstände in der betroffenen Region?
Maximilian Gertler von der Berliner Charité sprach von einer "Armutserkrankung" und nannte die "erbärmlichen Lebensumstände der Menschen, die da leben" als Ursache. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle: Angst vor Gewalt in der Region, Armut, Abwesenheit einer effektiven Gesundheitsversorgung, die man auch noch selbst bezahlen muss, mangelndes sauberes Trinkwasser und fehlendes Vertrauen in Behörden.
10. Wie oft gab es bereits Ebola-Ausbrüche im Kongo?
Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Der letzte Ausbruch ereignete sich zwischen September und Dezember 2025 in der südwestlichen Provinz Kasaï, bei dem 45 Menschen starben.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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