Trockenheit
Dürre im Süden und Osten: Warum selbst Regen kaum helfen würde
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von Claudia Scheele:newstime
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Videoclip • 01:24 Min • Ab 12
Deutschlands Böden sind vielerorts zu trocken, besonders im Süden und Osten. Fachleute warnen vor Folgen für Wälder, Flüsse und die Landwirtschaft.
Das Wichtigste in Kürze
Laut Dürremonitor sind die Böden in Süd- und Ostdeutschland ungewöhnlich trocken, vor allem wegen zu geringer Niederschläge seit Herbst 2025.
Die jüngste Hitzewelle hat die Lage im Oberboden verschärft, doch das eigentliche Problem liegt auch in den tieferen, stark ausgetrockneten Bodenschichten.
Fachleute warnen vor Folgen für Wälder, Flüsse und die Landwirtschaft, ein normaler Sommerregen dürfte das Defizit kaum noch ausgleichen.
Deutschlands Böden trocknen weiter aus – besonders stark im Süden und Osten des Landes. Nach Einschätzung von Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung ist dafür weniger die jüngste Hitzewelle verantwortlich als vielmehr ein langfristiger Niederschlagsmangel seit Herbst 2025. Das sagte der Leiter des Dürremonitors im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Die Hitze verschärft die Lage dennoch zusätzlich. Sie sorgt laut Marx vor allem für eine sogenannte Blitzdürre im Oberboden. Gemeint sind die obersten 25 Zentimeter, teils auch Schichten bis 30 oder 40 Zentimeter Tiefe. Wenn die Temperaturen stark steigen, verdunstet mehr Wasser und Pflanzen ziehen zusätzliche Feuchtigkeit aus dem Boden. Wo in den oberen Schichten noch Reserven vorhanden waren, gingen sie deshalb sehr schnell verloren.
Tiefe Bodenschichten bleiben alarmierend trocken
Besonders kritisch ist die Lage, weil nicht nur die Oberfläche betroffen ist. In den tieferen Bodenschichten bis rund 1,80 Meter zeigt der Dürremonitor vor allem im südlichsten Teil Deutschlands eine außergewöhnliche Dürre an. Auf den Karten ist dieser Bereich tiefrot markiert. Laut Marx passen in diese tieferen Schichten grundsätzlich große Wassermengen – im Extremfall etwa ein ganzer Jahresniederschlag. Doch genau diese Reserven fehlen inzwischen.
Der Grund dafür ist, dass in den vergangenen acht Monaten zu wenig Regen gefallen ist. Auch der Grundwasserstand sei deshalb niedrig. Marx macht deutlich, dass sich ein solches Defizit im Sommer normalerweise nicht wieder ausgleicht. Im Gegenteil: "So ein Defizit löst sich normalerweise nicht über den Sommer auf. Im Sommer werden die Böden immer trockener", sagte er laut dpa. Und weiter: "Jetzt ist die Bodenfeuchte so niedrig, dass es einen extrem nassen Sommer bräuchte, um das wieder auszugleichen – und das ist eher unwahrscheinlich."
Auch in den News:
Folgen für Wälder, Flüsse und Felder
Für Wälder bedeutet die anhaltende Trockenheit nach Einschätzung des Experten zusätzlichen Stress. Bäume werden anfälliger für Dürreschäden, zugleich steigt das Risiko indirekter Folgen wie Borkenkäfer-Befall. Auch Flüsse könnten in den kommenden Wochen weiter Wasser verlieren. Marx verweist darauf, dass ein großer Teil des Flusswassers aus dem Grundwasser stammt. Sinkt der Grundwasserspiegel, wächst die Wahrscheinlichkeit für Niedrigwasser. Das kann wiederum wirtschaftliche Folgen haben, etwa wenn Schiffe nicht mehr voll beladen fahren können.
Auch für die Landwirtschaft ist die Entwicklung problematisch. Vor allem Sommerkulturen wie Mais oder Zuckerrüben brauchen in dieser Phase ausreichend Wasser. Bleiben überdurchschnittliche Niederschläge in den nächsten Wochen aus, rechnet Marx mit Ernteeinbußen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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