Nach Erdbebenserie
Droht in Spanien ein großes Erdbeben? Das sagen Experten dazu
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
Mallorca heiß wie nie: Forscher schlagen Alarm
Videoclip • 01:43 Min • Ab 12
Granada wurde zuletzt immer wieder von Erdstößen erschüttert. Mehr als 1.000 Beben wurden registriert, zwei erreichten Stärke 4,8. Die Serie entfacht alte Ängste vor einem Großbeben – das sagen Experten dazu.
Das Wichtigste in Kürze
Granada in Südspanien wurde von mehreren Erdstößen erschüttert.
Geologen erklären, warum Andalusien an mehreren unterschiedlichen Störungszonen gefährdet ist.
Ein schweres Erdbeben in Spanien gilt langfristig als möglich, vielleicht sogar als unvermeidlich.
Seit Mitte August hält eine Erdbebenserie die Menschen in der südspanischen Provinz Granada in Atem. Bis zum 24. August registrierte das Instituto Geográfico Nacional 1.075 Erdstöße, 94 davon waren spürbar. Zwei Beben erreichten die Magnitude 4,8 und wurden in mehr als 500 Orten wahrgenommen – bis nach Murcia, Kastilien-La Mancha und sogar in die Region Madrid.
Besonders betroffen waren Gemeinden im Süden der Metropolregion Granada. Die stärksten Erschütterungen ereigneten sich am 15. und 18. August, als mehrere Beben binnen weniger Stunden aufeinanderfolgten. Bislang wurde niemand getötet, nur wenige Menschen erlitten leichte Verletzungen. Allerdings mussten 47 Gebäude vorsorglich gesperrt werden. In Las Gabias bleiben sechs Wohnblöcke evakuiert, 371 Wohnungen sind derzeit unbewohnbar. Und diese könnte offenbar nur der Vorbote eines bevorstehenden tektonischen Großereignisses gewesen sein.
Unter Experten gibt es eine deutliche Warnung: Ein schweres Beben in Spanien gilt langfristig als wahrscheinlich. Der Bauingenieur und Seismologe Amadeo Benavent hält in Granada sogar ein Beben der Magnitude 7 für möglich – mit rund 900-mal mehr freigesetzter Energie als bei dem jüngesten Beben bei Granada mit der Stärke 4,8. Andere Fachleute halten ein solches Ereignis zwar für möglich, warnen aber vor Spekulationen über Zeitpunkt und Ausmaß.
Afrikanische und eurasische Platte treffen aufeinander
Die geologische Ursache liegt in der Lage Granadas im Betischen Kordilleren. Dort treffen die afrikanische und die eurasische Platte aufeinander. Das über Millionen Jahre andauernde Zusammenschieben hat zahlreiche flache Verwerfungen entstehen lassen, die sich gegenseitig beeinflussen können.
Wie lange die Serie andauert, lässt sich nicht sagen. Fachleute verweisen auf die Bebenserie von Atarfe und Santa Fe aus dem Jahr 2021, die nach ihrer intensivsten Phase noch monatelang spürbare Erschütterungen hervorbrachte. Ein Nachbeben der Stärke 4,4 folgte damals sogar sieben Monate später.
Auch in den News: Mehr zu dem Thema:
Diese spanischen Regionen sind besonders erdbebengefährdet
Das stärkste jemals registrierte Erdbeben in der Region ereignete sich im Jahr 1755 bei Lissabon. Es hatte eine geschätzte Magnitude von 8,5. Ein Tsunami mit bis zu 15 Metern Höhe traf den Golf von Cádiz. Etwa 15.000 Menschen kamen ums Leben.
Nach Angaben des Experten hat das IGME in Spanien mehr als 200 aktive Verwerfungen kartiert. Besonders gefährdet gilt der Mittelmeerraum zwischen Valencia und Cádiz. Auch die Pyrenäen, das katalanische Gebirge sowie Störungen im Landesinneren, etwa bei Granada und Albacete, können kräftige Beben auslösen. Entscheidend seien deshalb erdbebensichere Gebäude, Gefahrenkarten und konsequente Vorsorge.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Euronews: Droht Spanien ein schweres Erdbeben? Geologe erklärt Euronews das echte Risiko
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Ernüchternde Ergebnisse
Vollwaschmittel im Öko-Test: Bio-Produkt lässt alle hinter sich
Lebensmittel-Test
Die besten alkoholfreien Biere: Stiftung Warentest kürt ihre Favoriten

Mehr Urlaub rausholen
Urlaubsplanung 2027: Bei den Brückentagen ist diesmal Strategie gefragt

Erschreckendes Ergebnis
Speisesalz bei Öko-Test: Nur fünf Produkte sind unbedenklich

Haushaltsmittel im Check
Öko-Test: Billig-Spülmittel putzt teure Marken-Produkte weg

Neue Funktionen
Girocard erobert die digitale Einkaufswelt: Bezahlen in Apps ab 2027



