Neue Empfehlung
Corona-Impfung: Was die Stiko jetzt ändert
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Corona-Masken für Millionen vernichtet
Videoclip • 01:28 Min • Ab 12
Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zur Corona-Impfung geändert. Eine jährliche Auffrischung wird künftig grundsätzlich erst ab einem höheren Alter empfohlen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Stiko empfiehlt eine jährliche Corona-Impfung künftig grundsätzlich erst für Menschen ab 75 Jahren.
Bislang lag die Altersgrenze bei 60 Jahren.
Für bestimmte Personengruppen gelten aber weiterhin andere Impfregelungen.
Stiko ändert Corona-Impf-Empfehlung
Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlungen zur Corona-Impfung überarbeitet. Künftig sollen sich grundsätzlich alle Menschen ab 75 Jahren einmal pro Saison gegen Covid-19 impfen lassen. Bislang galt die jährliche Empfehlung bereits ab 60 Jahren.
Die Anpassung veröffentlichte das Robert Koch-Institut (RKI) im Epidemiologischen Bulletin 28/2026. Hintergrund ist laut "t-online", dass mehr als 95 Prozent der Erwachsenen durch Impfungen, Infektionen oder beides über eine breite Immunität gegen Sars-CoV-2 verfügen. Diese schütze gesunde Erwachsene in der Regel gut vor schweren Covid-19-Verläufen.
Die jährliche Impfung soll möglichst im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen.
Auch in den News:
Für diese Gruppen ändert sich nichts
Für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe bleibt die jährliche Impfempfehlung unabhängig vom Alter bestehen. Dazu zählen unter anderem Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder Nieren.
Auch bei Diabetes, Adipositas, bestimmten neurologischen Erkrankungen, einer Immunschwäche oder einer aktiven Krebserkrankung empfiehlt die Stiko weiterhin eine saisonale Corona-Impfung.
Unabhängig vom Alter gilt die Empfehlung außerdem für Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen sowie für bestimmtes medizinisches und pflegerisches Personal. Auch enge Kontaktpersonen von Menschen, bei denen nach einer Impfung keine schützende Immunantwort erwartet wird, sollen sich weiterhin jährlich impfen lassen.
Stiko streicht Empfehlung zur Basisimmunität
Eine weitere Veränderung betrifft die sogenannte Basisimmunität. Bislang hatte die Stiko Erwachsenen empfohlen, mindestens drei Kontakte mit Bestandteilen von Sars-CoV-2 zu haben – durch Impfungen, Infektionen oder eine Kombination aus beidem.
Diese Empfehlung entfällt nun für Erwachsene. Auch für gesunde Schwangere wird sie nicht mehr ausgesprochen. Schwangere mit Vorerkrankungen oder schwangerschaftsbedingten Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck sollen sich laut "t-online" dagegen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel weiter impfen lassen.
Für gesunde Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt die Stiko weiterhin keine Corona-Impfung.
Welche Impfstoffe empfohlen werden
Für die Saison 2026/2027 empfiehlt die Stiko zugelassene mRNA- und proteinbasierte Impfstoffe, deren Zusammensetzung an aktuelle Virusvarianten angepasst ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Anpassung an die Omikron-Untervariante LP.8.1, die Europäische Arzneimittelbehörde an die eng verwandte Variante XFG.
Beide Variantenanpassungen sollen vergleichbar gut vor schweren Covid-19-Verläufen schützen.
Viele Menschen hören nicht auf die Stiko
Erklärtes Hauptziel der neuen Impfempfehlungen ist es, schwere Covid-19-Verläufe, also Krankenhauseinweisungen und Todesfälle, sowie Langzeitfolgen wie Long Covid zu verhindern.
Die Stiko räumt ein, mit ihren Empfehlungen aber nicht mehr so richtig durchzudringen: Der bisherige Rat an alle über 60, sich eine Auffrischimpfung zu holen, wurde von weniger als einem Viertel der Bevölkerung befolgt. In der Saison 2024/2025 (neueste Zahl) waren es sogar nur noch 13 Prozent.
Verwendete Quellen:
RKI
t-online: "Corona-Impfung: Stiko ändert Empfehlung"
Nachrichtenagentur dpa
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