Literatur, Politik, Gefängnis
Bestsellerautor Jeffrey Archer ist tot: Dieser Schriftsteller führte selbst ein filmreifes Leben
Veröffentlicht:
von Christopher SchmittArcher wurde 86 Jahre alt.
Bild: Ian West/PA Wire/dpa
Jeffrey Archer schrieb Weltliteratur, war unter Margaret Thatcher Vize-Chef der britischen Konservativen und musste ins Gefängnis. Ein Tag nach seinem Tod erscheint sein neues Buch.
Das Wichtigste in Kürze
Der Bestsellerautor Jeffrey Archer ist im Alter von 86 Jahren verstorben.
Sein turbulentes Leben führte den Briten in die Spitzenpolitik, aber auch in eine Gefängniszelle.
Am heutigen Dienstag (6. Oktober) erscheint sein neues Buch, nur einen Tag nach seinem Tod.
Die Welt der Literatur trauert um einen Bestsellerautor. Am Montag (5. Oktober) ist Jeffrey Archer laut seinem Verlag "plötzlich und friedlich zu Hause" verstorben. Zu diesem Zeitpunkt wartete in den Lagerhäusern des Buchhandels bereits das finales Werk des Briten, "Adam und Eva", auf Auslieferung, welches am heutigen Dienstag (6. Oktober) offiziell in den Handel kommt.
Noch am Sonntag (4. Oktober) hatte der britische Moderator Gyles Brandreth nach eigenen Angaben einen festlichen Abend mit Archer verbracht, um eben diesen neuen Roman zu feiern. Wenige Stunden später war sein Gastgeber tot.
Auch in den News:
300 Millionen Bücher – und eine Biografie wie ein Thriller
Jeffrey Archer, geboren am 15. April 1940 in London und aufgewachsen in Somerset, hätte seinen eigenen Lebensweg niemals in einem seiner Romane verwenden dürfen – die Geschichte wäre wohl zu unglaubwürdig gewesen.
Mit 29 Jahren zog er als einer der jüngsten konservativen Abgeordneten ins Unterhaus ein. Fünf Jahre später zwang ihn eine Fehlinvestition zum Rücktritt aus dem Parlament. Um dem Bankrott zu entgehen, setzte sich Archer an den Schreibtisch – und schuf mit "Es ist nicht alles Gold, was glänzt" (1976) einen Roman, der innerhalb eines einzigen Jahres in 17 Ländern erschien und sich knapp 30 Millionen Mal verkaufte.
Der wahre Welterfolg folgte drei Jahre später: "Kain und Abel" (1979), das Epos über zwei Männer, die am selben Tag geboren werden und sich ein Leben lang bekriegen, wurde in 42 Sprachen übersetzt, in mehr als 100 Ländern veröffentlicht und von über 100 Millionen Menschen gelesen. Sein Verlag HarperCollins würdigte ihn als meisterhaften Geschichtenerzähler, dem seine Leserschaft alles bedeutet habe.
Vom Vize-Parteichef in die Gefängniszelle
Die Politik ließ Archer nie ganz los. 1985 stieg er unter Premierministerin Margaret Thatcher zum stellvertretenden Vorsitzenden der Konservativen auf. Ein Jahr später musste er nach Vorwürfen, eine Prostituierte bezahlt zu haben, zurücktreten. Er klagte gegen die Zeitung "Daily Star" – und gewann zunächst.
Doch das Urteil rächte sich: Es stellte sich heraus, dass Archer vor Gericht über sein Alibi gelogen hatte. Im Jahr 2001, während er bereits als Kandidat für das neu geschaffene Amt des Londoner Oberbürgermeisters im Rennen war, wurde er wegen Meineids und Behinderung der Justiz zu vier Jahren Haft verurteilt. Zwei Jahre davon saß er ab. Auch daraus machte er ein Buch: "A Prison Diary", sein Gefängnistagebuch, wurde ein weiterer Erfolg.
Mit 80 noch lange nicht fertig
Was andere Schriftsteller:innen zu einem würdevollen Lebenswerk erklärt hätten, war für Archer lediglich Anlauf. Mit fast 80 Jahren startete er die "Warwick-Saga" – eine neue Buchreihe über einen Streifenpolizisten, der sich durch Intrigen und Betrug nach oben kämpft. Er arbeitete diszipliniert acht Stunden täglich, schrieb mit der Hand – und hörte schlicht nicht auf.
Insgesamt verkauften sich seine Werke mehr als 300 Millionen Mal weltweit. Bis 2024 saß Archer zudem im britischen Oberhaus.
Nun ist der Geschichtenerzähler selbst verstummt. "Adam und Eva" erscheint heute, ohne dass er es noch in Händen halten konnte.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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