Mutmaßlicher Serientäter

Berlin: 68-Jähriger soll 58 Frauen betäubt und missbraucht haben

Veröffentlicht:

von Andrea Ege

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So arbeitet die Polizei in Deutschland

Videoclip • 01:46 Min • Ab 12


Ein 68-jähriger Berliner soll Dutzende Frauen mit einem Mix aus Schlafmitteln und Alkohol wehrlos gemacht und vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat nun in 22 Fällen Anklage erhoben.

Ein 68-jähriger Berliner soll Dutzende bewusstlose Frauen vergewaltigt und dabei gefilmt haben. Im Fall von 14 Frauen hat die Staatsanwaltschaft Berlin in 22 Fällen Anklage erhoben, wie ein Sprecher jetzt der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Sie wirft dem Mann unter anderem Vergewaltigung im besonders schweren Fall sowie gefährliche Körperverletzung vor. Der Deutsche befindet sich seit Anfang März in Untersuchungshaft.

Der Elektriker soll die Frauen mit einer Mischung aus verschiedenen Schlafmitteln und Alkohol wehrlos gemacht und anschließend vergewaltigt haben. Laut Anklage lernte er sie über Online-Dating-Plattformen kennen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frauen von den Taten nichts wussten und erst im Rahmen der Ermittlungen durch Videoaufnahmen erfuhren, was ihnen widerfahren war.

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Hinweis aus Niedersachsen

Entdeckt wurden die Aufnahmen den Angaben zufolge nach einem Hinweis der Polizei in Verden an der Aller in Niedersachsen. Diese hatte Anfang 2025 wegen ähnlicher Vorwürfe gegen einen inzwischen verstorbenen Mann ermittelt, der als Chat-Partner des Berliners gegolten haben soll.

In der Folge durchsuchte die Polizei die Wohnung des 68-Jährigen in Berlin-Friedrichsfelde und beschlagnahmte mehrere Datenträger. Bei deren Auswertung stieß ein Sachverständiger im Februar 2026 auf zahlreiche Videos mutmaßlicher Sexualstraftaten, wie es hieß. Als mutmaßlicher Täter gilt demnach der Berliner. Am 3. März 2026 wurde seine Wohnung erneut durchsucht, der Mann kam daraufhin in Untersuchungshaft.

Verdächtiger hüllt sich in Schweigen

Zu den Vorwürfen äußert er sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht. Die Ermittler gehen von insgesamt 58 Betroffenen aus. Zehn mutmaßliche Opfer konnten bislang nicht identifiziert werden, wie der Behördensprecher sagte. 30 weitere Frauen sind inzwischen namentlich bekannt, die Ermittlungen in ihren Fällen dauern jedoch noch an. In drei weiteren Fällen hat sich bislang kein hinreichender Tatverdacht ergeben.

Im Fall einer Frau, die zwischen 2010 und 2014 36 Mal von dem 68-Jährigen vergewaltigt worden sein soll, musste das Verfahren laut Staatsanwaltschaft wegen Verjährung eingestellt werden. Eine Gewaltanwendung lasse sich in ihrem Fall nicht mit ausreichender Sicherheit nachweisen, so der Sprecher. Deshalb verjährten diese Taten bereits nach fünf statt wie in den anderen Fällen nach 20 Jahren.

Das Landgericht Berlin muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt und wann es zum Prozess kommt. Die Staatsanwaltschaft strebt nach eigenen Angaben neben einer Verurteilung des Mannes auch eine Sicherungsverwahrung im Anschluss an eine mögliche Haftstrafe an.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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