Nicht berühren!
Australien: Massenhaft giftige Seeschlangen an Land gesichtet
Veröffentlicht:
von Michael ReimersEine Taucherin mit einer Seeschlange im Great Barrier Reef in Australien
Bild: imago/OceanPhoto
An der Westküste Australiens werden derzeit ungewöhnlich viele Seeschlangen an den Stränden gefunden. Viele der hochgiftigen Tiere sind stark geschwächt oder bereits tot. Fachleute sorgen sich um das marine Ökosystem.
Das Wichtigste in Kürze
In Australien stranden aktuell zahlreiche Seeschlangen an der Westküste.
Forscher:innen sind besorgt um die Wasserbewohner, die an Land nicht ohne Hilfe überleben können.
Als Grund für die verstärkten Sichtungen erschöpfter oder toter Seeschlangen vermuten Fachleute extreme Wetterbedingungen.
Australische Medien berichten, dass seit Oktober an der Westküste von Nanga Bay bereits Dutzende hochgiftige Tiere angespült worden sind. Wie "t-online.de" unter Berufung auf die Facebook-Seite "Australian Sea Snakes" meldet, führt dies zu wachsenden Sorgen um das marine Ökosystem der Region.
Fachleute wie etwa die Seeschlangen-Forscherin Blanche d’Anastasi bitten die Öffentlichkeit darum, Sichtungen über eine Facebook-Seite zu melden. Wie es weiter heißt, sind dort bereits zahlreiche Beiträge zusammengekommen.
Viele Seeschlangen Australiens sind hochgiftig
D’Anastasi warnt jedoch eindringlich davor, die Tiere zu berühren. Sie seien hochgiftig und hätten eine äußerst empfindliche Wirbelsäule. Gestrandete Tiere wieder zurück ins Meer zu schieben, davon die Expertin ab. Da die Schlangen geschwächt seien, würden sie meist kurz darauf erneut angetrieben.
"Seeschlangen sind reine Wassertiere", schreibt die Forscherin. "Ihr Gewebe, ihre Knochen und ihre Gelenke sind perfekt für ein Leben unter Wasser ausgelegt." An Land seien die Tiere hingegen schnell überfordert und verletzungsgefährdet.
Klimawandel schuld am Schlangensterben?
Noch ist den Berichten zufolge unklar, was hinter den häufigen Strandungen steckt. "Seeschlangen kommen mit extremem Wetter schlecht zurecht. Nach Zyklonen verfangen sie sich häufig im angeschwemmten Seegras", sagte d’Anastasi dem Sender ABC News. Fast immer deute eine Strandung auf eine Erkrankung oder Verletzung hin: "Echte Seeschlangen müssen nicht an Land. Wenn sie dort auftauchen, stimmt etwas nicht", so die Seeschlangen-Forscherin.
Ein Ereignis im Jahr 2010 habe gezeigt, wie empfindlich die Populationen reagieren. Nach einer extremen Hitzewelle in Shark Bay sei der Bestand dort um rund 76 Prozent eingebrochen, sagte d’Anastasi. "Früher waren sie äußerst häufig. Nach der Hitzewelle sind die Zahlen dramatisch gefallen." "Die Zahl der Seeschlangen nimmt ab, aber wir wissen nicht genau, warum", bestätigte das australische Ministerium für Klimawandel, Energie, Umwelt und Wasser (DCCEEW) der englischen Zeitung "The Independent". Viele Tiere landeten bei der Fischerei als Beifang in Netzen.
Verwendete Quellen:
t-online.de: "Experten rätseln: Dutzende giftige Seeschlangen stranden an Australiens Küsten"
abc.net.au: "Experts unsure why sea snake deaths are increasing at Shark Bay World Heritage site"
independent.co.uk: "Sea snakes keep washing up on Australia’s shores and scientists are unsure why"
Facebook: "Austalien Sea Snakes"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Einigung "wirklich nah"
Ukraine-Krieg: Friedensverhandlungen laut Trumps Ukraine-Chef Kellogg auf den "letzten zehn Metern"

Untersuchungsausschuss
Nord Stream 2: Schwesig soll "konsequenten Unwillen zur Aufklärung" gezeigt haben

Nahost-Reise des Kanzlers
Merz: Keine Anerkennung eines Staates Palästina in absehbarer Zeit

Westafrika
Schüsse nahe Präsidentenpalast: Offenbar Putschversuch in Benin

Tourist:innen unter den Opfern
Indien: 25 Menschen bei Brand in Nachtklub gestorben

Kreis Karlsruhe
Tragödie am Rhein: Mann stürzt mit Auto in Fluss und ertrinkt
