Tödliche Sepsis
Greifswalder Bodden: Junger Buckelwal stirbt wohl an bakterieller Infektion in der Ostsee
Aktualisiert:
von Christopher Schmitt:newstime
Nach Timmy: Nächstes Wal-Drama in der Ostsee (14. August)
Videoclip • 01:13 Min • Ab 12
Die Obduktion war nichts für schwache Nerven, nun gibt es ein Ergebnis: Hieran ist der Buckelwal in der Ostsee vermutlich verstorben.
Das Wichtigste in Kürze
Der im Greifwalder Bodden verendete Buckelwal ist offenbar an einer bakteriellen Infektion verstorben.
Das Tier wurde nur drei bis vier Jahre alt.
Offenbar war es ein qualvoller Tod für das Tier, das bereits ausgehungert und geschwächt war.
Der vergangene Woche zwischen Rügen und dem Festland treibend aufgefundene Buckelwal – möglicherweise handelt es sich um das Hartwin getaufte Tier – ist nach vorläufigen Untersuchungsergebnissen höchstwahrscheinlich an den Folgen einer Sepsis verstorben. Das etwa zehn Meter lange Männchen, das nur drei bis vier Jahre alt wurde und sieben Tonnen wog, wies bei der Obduktion nach dem Fund im Greifswalder Bodden dramatische Befunde auf, die auf einen qualvollen Todeskampf hindeuten.
Abszesse und fortgeschrittene Knochenschädigung entdeckt
Die Wissenschaftler:innen entdeckten bei der Untersuchung am vergangenen Freitag (14. August) und Samstag (15. August) mehrere mit Eiter gefüllte Abszesse, die sich vom Knochengewebe bis nach außen durchgefressen hatten. Besonders alarmierend: Die Entzündungsherde befanden sich ausgerechnet an der Wirbelsäule und am Kugelgelenk der rechten Brustflosse – Bereiche, die der Wal zum Schwimmen dringend benötigt. Die Wirbelfortsätze im hinteren Rückenbereich zeigten sich teilweise porös, was auf eine fortgeschrittene Knochenschädigung hindeutet.
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Ausgehungert und deutlich geschwächt
Neben der bakteriellen Infektion offenbarte die Sektion weitere besorgniserregende Details: Der Magen sowie Dünn- und Dickdarm des Tieres waren nahezu vollständig leer. Die nur sechs Zentimeter dicke Fettschicht deutet auf eine längere Hungerphase hin. Die Haut des Wales war vom Kopf bis zur Rückenflosse rotbräunlich verfärbt, großflächig fehlte die obere Hautschicht.
Extreme Belastung bei der Obduktion
Die Untersuchung stellte selbst für erfahrene Wissenschaftler:innen eine Herausforderung dar: 13 Expert:innen arbeiteten bei 30 Grad ohne Schatten an dem bereits verwesenden Kadaver. Besonders belastend war der Moment, als die ballonartig aufgeblähte Zunge aufgeschnitten wurde und die angesammelten Fäulnisgase entwichen.
Die endgültigen Ergebnisse zur genauen Bakterienart stehen noch aus. Vermutlich handelt es sich bei dem verendeten Tier um jenen Buckelwal, der zuvor bereits vor Schleswig-Holstein, im Wismarer Hafen und vor der polnischen Küste gesichtet worden war. Die Sorge um Hartwin war in der vergangenen Woche bereits gewachsen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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