Ministerium äußert sich

Toter Buckelwal im Greifswalder Bodden: Kadaver soll schnellstmöglich obduziert werden

Aktualisiert:

von Marie-Finn Bruker

:newstime

Neuer Buckelwal in der Ostsee gesichtet (23. Juni)

Videoclip • 58 Sek • Ab 12


Ein toter Wal im Greifswalder Bodden sorgt für Aufsehen. Das Umweltministerium hat bereits Pläne, was mit Timmy 2.0 passieren soll – noch am Freitag soll der aufgeblähte Tierkadaver obduziert werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erneut treibt ein toter Buckelwal in der Ostsee, auch er soll wie sein Vorgänger Timmy obduziert werden.

  • Die Untersuchung soll auch feststellen, warum sich die Tiere vermehrt in deutsche Gewässer verirren.

  • Unklar bleibt, ob es sich bei dem Tier um den zuvor vor Wismar gesichteten Buckelwal Hartwin handelt.

Im Greifswalder Bodden trieb am Donnerstagmorgen (13. August) ein toter Wal. Auch dieses Mal ist es ein Buckelwal – nur Wochen nach dem Totfund von Timmy. Nun soll der Kadaver des Tiers obduziert werden.

Auch in den News:

Buckelwal soll am Freitag obduziert werden

Auch dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern ist der Fall bereits bekannt, so ein Pressesprecher am Donnerstag gegenüber :newstime.

Die Bergung des Buckelwals hat bereits begonnen. Ein Kran auf der Insel Dänholm zog das Tier aus dem Wasser. Nun soll es per Lastwagen etwa 150 Meter zu einer Sektionsstelle beim Nautineum, einer Außenstelle des Meeresmuseums, gebracht werden.

Nach Angaben einer Sprecherin des Museums warte dort ein Team aus etwa zehn Wissenschaftler:innen, die den Kadaver obduzieren sollen. Die Untersuchung soll am Freitagmorgen (14. August) beginnen und könne mehrere Stunden dauern. Dabei sollen unter anderem die Organe des Wals entnommen werden. Und das möglichst zügig: Die Verwesung des Kadavers habe bereits eingesetzt und könne mit fortschreitender Zeit die Proben verschlechtern.

Der Kadaver eines toten Buckelwals wird auf der Insel Dänholm bei Stralsund geborgen und soll danach obduziert werden.

Bild: Stefan Sauer/dpa


Umweltminister Till Backhaus äußert sich

Am Donnerstagmorgen war der auf dem Rücken treibende Wal im Greifswalder Bodden unweit der Südspitze Rügens gefunden worden. Zu dem Zeitpunkt sei das Tier bereits einige Stunden tot gewesen, so die Sprecherin. Der Körper habe bereits begonnen, abzusinken, und sei infolge des Verfalls aufgebläht – ebenfalls eine Erinnerung an Buckelwal Timmy, der kurz vor seiner Obduktion durch Verwesungs-Gase stark explosionsgefährdet war.

Auch der im Fall Timmy operierende Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD), hatte sich alsbald zu dem neuen Ostsee-Sorgenkind geäußert. Es betrübe ihn, "dass wir nun schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres den Tod eines Buckelwals in der Ostsee feststellen müssen", so Backhaus in einem Schreiben des Ministeriums.

"Aus der Sektion des Tieres erhoffen wir uns mehr zu erfahren, woran solche hier nicht heimischen Tiere in unseren Gewässern sterben", heißt es weiter. Ein möglicher Grund sei, dass sich die Population in den letzten Jahren gut erholt habe. "Mehr Tiere bedeuten aber offenbar auch mehr Irrläufer, die in die Ostsee einschwimmen", so der Minister.

Nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums wurde in den vergangenen Tagen immer wieder ein Wal vor der deutschen Küste gesichtet. Der von Medien genannte Buckelwal Hartwin bewegte sich zuletzt in der Nähe des polnischen Badeortes Międzyzdroje, nachdem er bereits vor Wismar gesehen worden war. Bislang ist unklar, ob es sich bei dem Tier vor Greifswald um ebendiesen Wal handelt.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern: "Toter Wal im Greifswalder Bodden – Körper soll untersucht werden"

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