Schadstoffe im Trendgetränk

Matcha bei Öko-Test: Ein Bio-Pulver fällt mit "mangelhaft" durch

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

Abenteuer Leben täglich

Matcha: Vom Tee ins Gebäck

Videoclip • 12:01 Min • Ab 12


Matcha gilt als gesundes Trendgetränk. Doch eine Untersuchung von Öko-Test zeigt: Nicht jedes Pulver ist unbedenklich. Während 13 von 18 Bio-Produkten mit "sehr gut" abschneiden, erhält ein Produkt sogar die Note "mangelhaft".

Das Wichtigste in Kürze

  • Öko-Test hat 18 Bio-Matcha-Pulver untersucht, von denen 13 mit "sehr gut" abschneiden.

  • Das Ahatee Bio-Matcha-Pulver erhält wegen erhöhter Schadstoffbelastungen die Note "mangelhaft".

  • Fachleute empfehlen, Matcha aufgrund möglicher Schadstoffbelastungen nur in Maßen zu trinken.

Matcha ist längst mehr als ein traditioneller japanischer Grüntee. Ob als Latte, im Smoothie oder in Süßspeisen: Das leuchtend grüne Pulver hat sich zum beliebten Trendprodukt entwickelt und gilt als besonders gesund. Doch wie unbedenklich ist das vermeintliche Superfood tatsächlich? Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 18 Matcha-Pulver in Bio-Qualität untersuchen lassen. Dabei wurden die Produkte unter anderem auf Aluminium, Pestizide und Mineralölbestandteile geprüft.

Das Ergebnis fällt überwiegend positiv aus: 13 der 18 Produkte erhalten die Bestnote "sehr gut". Fünf Pulver fallen dagegen durch erhöhte Schadstoffgehalte auf. Eines davon schneidet sogar mit "mangelhaft" ab. Beim Thema Pestizide gibt es hingegen Entwarnung: Das Labor fand entweder keine Rückstände oder lediglich so geringe Spuren, dass sie nicht exakt bestimmt werden konnten.

Matcha erfreut sich großer Beliebtheit. Doch eine Untersuchung von Öko-Test zeigt: Einige Bio-Pulver enthalten erhöhte Mengen an Aluminium und Mineralölbestandteilen. (Symbolbild)

Bild: Natalia - stock.adobe.com


Dieser Matcha fällt bei Öko-Test mit "mangelhaft" durch

Besonders schlecht schneidet das Ahatee Bio Matcha Pulver ab. Wegen erhöhter Aluminiumwerte und einer starken Belastung mit Mineralölbestandteilen erhält das Produkt die Note "mangelhaft". Auch im Kollektiv Tee Matcha Bio Grüntee Pulver, Fairtrade stellte das Labor Aluminiumgehalte fest, die Öko-Test kritisch bewertet. Das Metall kann von Teepflanzen auf natürliche Weise über den Boden aufgenommen und in den Blättern angereichert werden. Tatsächlich wurde Aluminium in allen 18 untersuchten Produkten nachgewiesen, überwiegend allerdings nur in geringen Mengen.

Bei den beiden auffälligen Marken sieht das anders aus: Trinkt eine Person mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm täglich zwei Tassen eines dieser Matchas, erreicht sie laut Öko-Test bereits mehr als die Hälfte der tolerierbaren wöchentlichen Aluminiumaufnahme. Da Aluminium auch über andere Lebensmittel in den Körper gelangt, kann dieser Wert bei regelmäßigem Konsum überschritten werden.


Welche gesundheitlichen Risiken bestehen?

Eine kurzfristige Aufnahme von Aluminium gilt nach bisherigen Erkenntnissen nicht als gesundheitlich bedenklich. Bei einer dauerhaft erhöhten Belastung sieht das jedoch anders aus. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können negative Auswirkungen auf das Nervensystem, die Nieren und die Knochen nicht ausgeschlossen werden.

Besonders Menschen mit Nierenerkrankungen sollten vorsichtig sein, da sich Aluminium im Körper anreichern kann. Bei Matcha ist die Schadstoffbelastung zudem besonders relevant: Anders als bei herkömmlichem Tee wird das gesamte gemahlene Teeblatt mitgetrunken. Dadurch werden auch die darin enthaltenen Verunreinigungen aufgenommen.


Mineralöl in Matcha: Diese Marken sind betroffen

Neben Aluminium hat Öko-Test auch Mineralölbestandteile in mehreren Produkten nachgewiesen. Fünf der 18 Matcha-Pulver wurden wegen erhöhter MOSH/POSH-Gehalte abgewertet. Bei zwei Produkten stuften die Tester die Belastung sogar als "stark erhöht" ein: beim Ahatee Bio Matcha Pulver und beim Tee Gschwendner Matcha Sei Every Day Purity, No. 707.

Beide überschreiten laut Öko-Test einen geplanten EU-Richtwert für Mineralölbestandteile in Teeprodukten, der voraussichtlich ab 2027 gelten soll. MOSH können sich unter anderem im Fettgewebe, in der Leber, der Milz und den Lymphknoten anreichern. Welche gesundheitlichen Folgen das langfristig hat, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Die Stoffe können beispielsweise während der Ernte oder maschinellen Verarbeitung in den Tee gelangen, wenn die Rohstoffe mit Schmierölen in Kontakt kommen.

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Auch die Verpackung sorgt für Punktabzug

Nicht nur die Inhaltsstoffe spielten bei der Bewertung eine Rolle. Öko-Test untersuchte auch die Verpackungen der Produkte. Dabei fielen der Alnatura Matcha Bio Grüntee und der Arche Naturküche Matcha durch zusätzliche Umkartons auf. Aus Sicht der Tester sind diese Verpackungen unnötig und belasten die Umwelt. Deshalb gab es Abzüge bei den weiteren Mängeln.

Wie gesund ist Matcha wirklich?

Matcha wird häufig als Superfood angepriesen. Das Pulver soll unter anderem die Konzentration fördern, beim Abnehmen helfen und sogar vor bestimmten Erkrankungen schützen. Doch für viele dieser Versprechen fehlen bislang ausreichende wissenschaftliche Belege. "Nichts davon ist nachgewiesen", erklärt Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern gegenüber Öko-Test.

Auch Ernährungswissenschaftlerin Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) betont: "Die Studienlage zu Matcha ist sehr dünn." Zwar enthält Matcha verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Ob der regelmäßige Konsum tatsächlich vor Alzheimer schützt, das Herz stärkt oder beim Abnehmen hilft, ist jedoch nicht ausreichend erforscht.

Hinzu kommt der vergleichsweise hohe Koffeingehalt. Je nach Zubereitung kann eine Portion Matcha ähnlich viel Koffein enthalten wie ein Espresso. Für Kinder ist Matcha deshalb nicht geeignet, Schwangere sollten ihren Konsum begrenzen.


Wie viel Matcha sollte man täglich trinken?

Trotz der teilweise erhöhten Schadstoffwerte müssen Matcha-Fans nicht grundsätzlich auf das Getränk verzichten. Öko-Test empfiehlt allerdings, es bei einer Tasse pro Tag zu belassen und dabei zu einem der mit "gut" oder "sehr gut" bewerteten Produkte zu greifen.

Denn entscheidend ist nicht nur die Schadstoffbelastung des jeweiligen Pulvers, sondern auch die Menge, die regelmäßig konsumiert wird. Wer Matcha gerne trinkt, sollte deshalb beim Kauf genauer hinschauen und das Trendgetränk bewusst genießen.


Verwendete Quellen:

Öko-Test: "Matcha-Test: Wie gesund ist er – und stecken wirklich Schadstoffe drin?"

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