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Gesichtscremes im Öko-Test: Nur zwölf Produkte überzeugen mit Bestnote

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von Damian Rausch

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Nussnougatcreme im Test

Videoclip • 01:28 Min • Ab 12


Gesichtscremes sollen trockene Haut mit Feuchtigkeit und Fett versorgen. Doch nicht jedes Produkt überzeugt bei den Inhaltsstoffen. Öko-Test hat 32 reichhaltige Cremes untersucht – lediglich zwölf erhalten die Bestnote. Dabei zeigt sich auch: Gute Gesichtspflege muss nicht teuer sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Öko-Test hat insgesamt 32 reichhaltige Gesichtscremes untersuchen lassen.

  • Zwölf Produkte schneiden mit der Note "sehr gut" ab.

  • Kritik gibt es unter anderem wegen MOAH, problematischen Duftstoffen und Chlorphenesin.

Wer unter trockener Haut leidet, greift häufig zu reichhaltigen Gesichtscremes. Sie enthalten in der Regel einen höheren Fettanteil und sollen einen schützenden Film auf der Haut bilden. Gerade in der kälteren Jahreszeit, wenn niedrige Temperaturen und trockene Heizungsluft die Haut zusätzlich beanspruchen, sind solche Produkte gefragt.

Doch ein aktueller Test von Öko-Test zeigt große Unterschiede. Für die Oktober-Ausgabe 2026 ließ das Verbrauchermagazin 32 Gesichtscremes untersuchen. Zwölf davon erhielten die Bestnote "sehr gut". Gleichzeitig fanden die beauftragten Labore in einigen Produkten Substanzen, die von den Testern kritisch bewertet werden.


Öko-Test: Gute Gesichtscreme gibt es schon für 1,65 Euro

Für die Untersuchung kaufte Öko-TestCremes in Drogerien, Super- und Biomärkten, Apotheken sowie im Internet ein. Neben ausdrücklich als "reichhaltig" beworbenen Produkten wurden auch Cremes für trockene Haut oder mit Bezeichnungen wie "nährend" berücksichtigt.

Die Preisspanne ist enorm: Umgerechnet auf 50 Milliliter kosteten die getesteten Produkte zwischen 1,65 und 51,67 Euro. Ein hoher Preis ist dabei keineswegs eine Garantie für ein gutes Ergebnis. Nach Angaben von Öko-Test gehört bereits eine Creme für 1,65 Euro pro 50 Milliliter zu den Produkten mit Bestnote. Unter den schwächer bewerteten Produkten finden sich dagegen vor allem teurere Cremes.


Diese Inhaltsstoffe sorgen für Kritik

Besonders kritisch bewertet Öko-Testden Nachweis des synthetischen Moschusdufts Galaxolid. Dieser kann sich laut dem Verbrauchermagazin im menschlichen Fettgewebe anreichern und steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen. Bemerkenswert ist, dass das Labor den Stoff auch in einem zertifizierten Naturkosmetikprodukt nachgewiesen hat, obwohl synthetische Duftstoffe dort grundsätzlich nicht vorgesehen sind.

Daneben wurden in einzelnen Cremes aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, sogenannte MOAH, nachgewiesen. Diese Stoffgruppe kann Verbindungen mit krebserregenden Eigenschaften enthalten. ÖKO-TEST bemängelt außerdem unter anderem das Konservierungsmittel Chlorphenesin sowie potenziell allergieauslösende Duftstoffe wie Isoeugenol und Cinnamylalkohol.

Bei der Bewertung von Mineralölbestandteilen gibt es allerdings eine wichtige Einordnung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt auf Grundlage seiner wissenschaftlichen Bewertung zu dem Ergebnis, dass bei hochraffinierten Mineralölen in Kosmetika gesundheitliche Risiken durch die Aufnahme über die Haut nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu erwarten sind. Zugleich weist das Institut auf Datenlücken bei MOAH hin und empfiehlt, deren Gehalte in Kosmetikprodukten zu minimieren.

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Auch Verpackungen fließen in die Bewertung ein

Nicht allein die Inhaltsstoffe spielten im Test eine Rolle. Öko-Test untersuchte beispielsweise auch, ob Kunststoffverpackungen einen relevanten Anteil an recyceltem Material enthalten. Zusätzliche Umkartons wurden ebenfalls kritisch bewertet.

Bei mehr als drei Vierteln der untersuchten Cremes kommt laut Öko-Test neben Tube oder Tiegel noch ein Karton zum Einsatz. Lediglich sechs Hersteller verzichten demnach auf eine solche zusätzliche Verpackung.

Auch Werbeversprechen nahm das Verbrauchermagazin unter die Lupe. Wurde beispielsweise mit einem besonderen Anti-Aging-Effekt geworben, musste dessen Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Pflege ausreichend belegt sein. Fehlten entsprechende Nachweise, wirkte sich das negativ auf die Bewertung aus.

Öko-Test rät zu separatem Sonnenschutz

Zurückhaltend beurteilt Öko-Test außerdem Gesichtscremes mit integriertem UV-Schutz. Viele dieser Produkte erreichen lediglich einen Lichtschutzfaktor von maximal 15. Nach Einschätzung der Tester ist es deshalb sinnvoller, bei entsprechendem UV-Index einen eigens dafür vorgesehenen Sonnenschutz mit höherem Lichtschutzfaktor zu verwenden.

Das Testergebnis macht zugleich deutlich, dass Verbraucher für eine gut bewertete Gesichtspflege nicht zwangsläufig viel Geld ausgeben müssen. Von 32 untersuchten Cremes erreichen zwölf die Bestnote – und eines der "sehr guten" Produkte kostet lediglich 1,65 Euro pro 50 Milliliter.


Verwendete Quellen:

Öko-Test "Gesichtscreme im Test: Nur 12 von 32 sind "sehr gut""

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): "Fragen und Antworten zu Mineralöl in kosmetischen Mitteln"

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): "Hochraffinierte Mineralöle in Kosmetika: Gesundheitliche Risiken sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu erwarten"

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