Tarifstreit
Warnstreiks an mehreren Unikliniken in NRW: Erhebliche Einschränkungen erwartet
Veröffentlicht:
von Michael ReimersDer Aufruf von Verdi hat für viele Patient:innen erhebliche Folgen. (Symbolbild)
Bild: Adobe Stock
An mehreren Unikliniken stehen kommende Woche Warnstreiks an. Planbare Eingriffe werden teils massiv reduziert. Auslöser ist ein eskalierender Tarifkonflikt.
Das Wichtigste in Kürze
An mehreren NRW-Unikliniken drohen kommende Woche massive Einschränkungen durch Warnstreiks von Verdi.
Viele planbare Operationen könnten ausfallen, Notfälle sollen aber versorgt werden.
Hintergrund ist ein Tarifkonflikt um deutlich höhere Löhne und bessere Bedingungen im öffentlichen Dienst.
Die Gewerkschaft Verdi hat zu zweitägigen Warnstreiks an mehreren Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen aufgerufen. Am kommenden Dienstag (13. Januar) und Mittwoch (14. Januar) sind Streikaktionen an den Unikliniken Köln, Bonn und Essen geplant, während die Uniklinik Düsseldorf von einem eintägigen Warnstreik am Dienstag betroffen sein wird.
Auswirkungen auf die Patientenversorgung
Für Patient:innen wird es spürbare Einschränkungen geben. Die Uniklinik Köln warnt bereits im Vorfeld, dass vor allem Behandlungen betroffen sein werden, die medizinisch vertretbar verschoben werden können.
Verdi NRW geht davon aus, dass:
An der Uniklinik Köln etwa zwei Drittel der geplanten Operationen am Dienstag ausfallen könnten
An der Uniklinik Bonn voraussichtlich die Hälfte der Operationen am Dienstag nicht stattfinden wird
Auch an der Uniklinik Düsseldorf mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen ist
Um die Notfallversorgung sicherzustellen, wurden zwischen den Kliniken und den Gewerkschaften entsprechende Notdienstvereinbarungen getroffen.
Hintergründe des Tarifkonflikts
Die Warnstreiks stehen im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 15. und 16. Januar in Potsdam statt, bei der Verdi ein "faires und verhandlungsfähiges Angebot" von den Arbeitgebern erwartet.
Frank Bethke, stellvertretender Landesbezirkschef von Verdi, kritisiert: "Die Arbeitgeber sind ohne Angebot in die Verhandlungen gestartet. Wer mit leeren Händen kommt, provoziert Widerstand". Die Gewerkschaft wirft den Ländern vor, seit Jahren am Personal zu sparen, während die Aufgaben gleichzeitig zunehmen würden.
Forderungen der Gewerkschaft
Für die rund 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordert Verdi:
Sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich mehr
Für Nachwuchskräfte eine Erhöhung der Vergütung um 200 Euro pro Monat sowie unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung
Für studentische Beschäftigte ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt
Verdi NRW plant bereits ab dem kommenden Montag (12. Januar) zahlreiche Warnstreiks. Neben den Unikliniken sollen in der neuen Woche auch die Bereiche Hochschulen und Universitäten, Landesverwaltung und Justiz von Arbeitskampfmaßnahmen betroffen sein.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier neueste Folge ansehen
Mehr entdecken

"Putins Bluthund"
Kollaps in Moskau: Berichte über medizinischen Notfall bei Kadyrow

Nach BSW-Streit
Brandenburg nach Koalitionsende: BSW stimmt mit AfD

Vor türkischer Küste
Schwarzes Meer: Tanker der russischen Schattenflotte mit Drohne getroffen

Turbulenter Winter
Wetter-Ticker: Bahn will Fernverkehr am Samstag wieder aufnehmen +++ Zweites Bundesliga-Spiel abgesagt

Urteil in Braunschweig
Schlafende Ehefrau angezündet: Lebenslange Haft wegen Mordes

Ukraine-Krieg
"Soll Angst machen": Bundesregierung verurteilt Russlands Oreschnik-Angriff
