Ines Schwerdtner bei "Markus Lanz"
Linken-Chefin macht Lanz sprachlos: "Sie wollen nicht Merz zum Auslöser solcher Ausschreitungen machen?!"
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von teleschau - Natascha Wittmann:newstime
Linken-Chefin: „Merz gönnt sich Urlaub“
Videoclip • 10:43 Min • Ab 12
Bei "Markus Lanz" wurde nach den bundesweiten Ausschreitungen hart um Ursachen und Verantwortung gestritten. Linken-Chefin Ines Schwerdtner verwies auf sozialen Frust und kritisierte die politische Debatte. Doch als sie Friedrich Merz' Ton ins Spiel brachte, reagierte Lanz entsetzt.
Das Wichtigste in Kürze
Nach den "Gen Z regelt"-Protesten kam es in mehreren Städten zu Ausschreitungen.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner machte bei "Markus Lanz" auf soziale Probleme aufmerksam.
Als Schwerdtner auch Friedrich Merz kritisierte, reagierte Lanz fassungslos.
Bei "Markus Lanz" wurde nach den bundesweiten Ausschreitungen hart um Ursachen und Verantwortung gestritten. Linken-Chefin Ines Schwerdtner verwies auf sozialen Frust und kritisierte die politische Debatte. Doch als sie Friedrich Merz' Ton ins Spiel brachte, reagierte Lanz entsetzt.
Nach den bundesweiten "Gen Z regelt"-Protesten kippte in mehreren Städten die Stimmung am späten Abend. Es kam am Rande der friedlichen Demonstrationen zu Ausschreitungen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ordnete die Randalierer anschließend als "gewaltbereite linke Gruppen und migrantische Chaoten" ein. Bei "Markus Lanz" wurde genau darüber heftig gestritten. Zum Einstieg fragte Lanz bei Linken-Chefin Ines Schwerdtner nach: "Wie würden Sie die Demos (...) vom Wochenende beschreiben?"
Linken-Chefin Ines Schwerdtner redete sich um Kopf und Kragen, als es um die politische Verantwortung nach den bundesweiten Ausschreitungen ging.
Bild: ZDF / Markus Hertrich
Schwerdtner ging direkt auf Konfrontation und stellte klar: "Sie bebildern das ja schon mit den Flammen und ich kann das auch verstehen, weil man sofort an die Gewalt denkt und an Plünderungen. Aber ich finde, man muss (...) erst mal feststellen: Über 100.000 junge Menschen sind in der Bundesrepublik auf die Straße gegangen, mit einem dezidiert friedlichen Protest."
Für Schwerdtner war der Kern des Protests sozialer Frust. Es gehe vielen "um ein ungerechtes Bildungssystem in Deutschland". Sie betonte: "Junge Menschen fühlen sich nicht ernst genommen, sind zu Zehntausenden friedlich auf die Straße gegangen." Lanz wollte daraufhin wissen, warum es dann eskalierte: "Mich würde jetzt die Nacht interessieren." Schwerdtner antwortete schwammig, "dass sowohl Trittbrettfahrer auf der einen Seite, aber auch einzelne Gruppen dann abends daraus Plünderungen und auch Gewalt gemacht haben".
Kurz darauf schlug sie den Bogen zur Politik: "Friedrich Merz müsste darauf reagieren und sagen: Was können wir tun, dass sich solche Szenen nicht ereignen?" Schwerdtner verwies in dem Zusammenhang erneut auf jahrelang aufgestauten Ärger: "Die Schulen verrotten und ich glaube, dass sich extrem viel Frust angestaut hat über nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte."
Linken-Chefin Ines Schwerdtner echauffiert sich über "eine rassistische Debatte"
Journalistin Sabine Rennefanz sah dagegen vor allem ein anderes Motiv: "Ich sehe da (...) eine Zerstörungslust!" Richtig laut wurde es, als Lanz die Debatte über Migration ansprach. Schwerdtner schoss zurück, das sei "eine rassistische Debatte, die immer darauf zeigt: Die Migranten und die Linksextremen sind schuld". Kindern mit Migrationshintergrund sei zu lange gesagt worden: "Ihr seid nichts wert." Lanz hakte nach: "Das heißt, wir sind selber schuld?"
Schwerdtner machte vor allem Merz' Ton in der Debatte mitverantwortlich: "Friedrich Merz (...) hat ganz, ganz vielen migrantischen Menschen in Deutschland quasi gesagt: Ihr seid Teil eines Problems." Lanz reagierte entsetzt: "Sie wollen jetzt nicht Friedrich Merz (...) zum Auslöser solcher Ausschreitungen machen?!" Schwerdtner relativierte: "Überhaupt nicht! Aber er ist auch nicht Teil der Lösung, weil er überhaupt nicht die sozialen Probleme adressiert."
Auch in den News:
SPD-Politiker Sebastian Fiedler platzte derweil der Kragen: "Wenn Sie jetzt da (...) versuchen wollen, (...) die Brücke zu Friedrich Merz zu ziehen, dann kriege ich wirklich Bauchschmerzen und tiefe Atemzüge. Man muss doch die Wirklichkeit einfach beschreiben!" Auch ein kürzliches Video von Schwerdtner kam in dem Zusammenhang auf den Tisch. Lanz kritisierte: "Da sitzt eine deutsche Spitzenpolitikerin und warnt vor der eigenen Polizei!"
Schwerdtner hielt dagegen, es sei "die Realität, dass es Gewalt von Polizistinnen und Polizisten auf Demos gibt gegen junge Menschen". Lanz konterte: "Ich habe da wirklich ein kognitives Problem." Der Moderator warf der Linken-Chefin vor, sie mache "diese Täter als Opfer" sichtbar, während von Beamten, "die Demonstranten angreifen", die Rede sei. Sein Fazit: "Das ist der fatale Eindruck, der hängen bleibt".
Ines Schwerdtner: "So jemand darf nicht auf unsere Wahlpartys kommen"
Zum Schluss wechselte Lanz auf den nächsten Konfliktstoff: Elif Eralp, die Berliner Spitzenkandidatin der Linken für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. In einer kürzlichen "Spiegel"-Titelgeschichte wurde ihre Angst vor pro-palästinensischen Berliner Kreisen um den Aktivisten Ibrahim Ibrahim öffentlich. Lanz fragte deshalb irritiert: "Warum suchen Sie denn (...) die Nähe solcher Leute und lassen diese Nähe zu, wenn Sie Angst vor denen haben?"
Ines Schwerdtner machte deutlich, dass sich die Linken-Spitze bewusst von der Hamas distanziere und sie eine klare Linie fahre: "So jemand darf nicht auf unsere Wahlpartys kommen!" Als Lanz nachlegte, "Da gibt es ja offenbar eine Nähe", kam schließlich die direkte Antwort: "Aber doch deutlich von Elif Eralp nicht! Und das ist doch die, um die es geht!"
Grund genug für Lanz, genauer nachzuhaken. Er ging auf die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde ein, die immer wieder wegen israelfeindlicher Aussagen für Furore sorgt. "Sollte Frau Eralp sie einfach rausschmeißen aus dieser Fraktion?", fragte Lanz. Doch Schwerdtner blockte ab: "Das wird die Fraktion (...) selbst entscheiden. (...) Ich werde da keine klugen Tipps von der Bundesebene aus geben." Lanz stöhnte: "Sie sind die Parteichefin!" Schwerdtner blieb dennoch dabei und sagte schwammig: "Ich glaube, die werden da selber sehr klug entscheiden." Lanz' Kommentar fiel dementsprechend unterkühlt aus: "Weicher kann man es nicht sagen."
Verwendete Quellen:
Markus Lanz
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