"Unverantwortliches Handeln"
Bei Markus Lanz: Altbundespräsident Gauck kritisiert Israels Kriegsführung in Gaza "unter Tränen"
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von dpaJoachim Gauck war von März 2012 bis 2017 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
Bild: Soeren Stache/dpa
Joachim Gauck war in der Talksendung "Markus Lanz" zu Gast und kritisierte Israels Kriegsführung im Gazastreifen scharf. Gleichzeitig betonte der Altbundespräsident seine tiefe Verbundenheit mit dem Land.
Altbundespräsident Joachim Gauck hat die Kriegsführung Israels im Gazastreifen als völlig unverhältnismäßig kritisiert. "Es ist für mich ein unverantwortliches Handeln. Und es ist für mich deshalb unverantwortlich, weil es nicht verhältnismäßig ist", sagte er in der Sendung "Markus Lanz" im ZDF. "Weil zu viel Leid über zu viele Unschuldige gebracht wird, um Schuldige zu bestrafen."
Gauck betonte, er verspüre seit jeher eine innere Nähe, Hingezogenheit und Bewunderung für Israel - "die wird nie aus meinem Herzen weichen". Deshalb sei er "so völlig entsetzt" darüber, was die israelische Regierung, Regierungschef Benjamin Netanjahu und seine "wirklich schrecklichen Parteiverbündeten" täten.
Israel habe alles Recht gehabt, sich gegen den barbarischenÜberfall der Hamas am 7. Oktober 2023 zu verteidigen, sagte Gauck. "Ich stehe nach wie vor dazu, dass Deutschland das letzte Land sein sollte, was die Solidarität mit Israel verlässt, das letzte. Aber das heißt nicht, dass wir zu allem zu schweigen hätten." Mit dieser Kritik stehe Deutschland an der Seite "hochanständiger Menschen" auf der ganzen Welt und auch in Israel selbst.
Gauck sprach von einer "Herzenssolidarität", die ihn mit Israel verbinde. Er müsse seine Kritik an der israelischen Politik aus sich "herauspressen", sagte er mit stockender Stimme. "Das sage ich quasi unter Tränen."
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