Täter getötet

Angriff im Westjordanland: Fünf Verletzte – Netanjahu droht mit Abriegelung

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von Emre Bölükbasi

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Gaza-Doku löst in Israel Empörung aus (2. Oktober)

Videoclip • 01:53 Min • Ab 12


Ein Schussangriff nahe Hebron, fünf Verletzte – und ein Premier, der mit der härtesten Antwort aufwartet: Israel könnte das gesamte Westjordanland dichtmachen.

Die Lage im Westjordanland eskaliert erneut: Bei einem bewaffneten Angriff in der Nähe von Hebron werden fünf Menschen verletzt, zwei davon schweben in Lebensgefahr. Die beiden mutmaßlichen palästinensischen Täter wurden von israelischen Sicherheitskräften getötet.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagiert prompt und mit Nachdruck: Sein Büro teilt mit, er habe die Sicherheitskräfte angewiesen, sich auf eine vollständige Abriegelung des Westjordanlands vorzubereiten – das würde bedeuten, sämtliche Übergänge zu dem Palästinensergebiet zu schließen. Als unmittelbare Konsequenz hat Netanjahu nach Beratungen mit Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Ejal Zamir bereits die Abriegelung der Stadt Hebron angeordnet.

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Der Angriff sei durch das Eingreifen der Sicherheitskräfte als "schwerer Anschlag" verhindert worden, erklärte Netanjahu. Zugleich kündigte er umfangreiche Verhaftungsaktionen an und betonte: "Wir werden die Hamas-Terroristen und ihre Auftraggeber überall und jederzeit verfolgen." Ob die Angreifer tatsächlich der Hamas angehörten, blieb zunächst offen.

Kein Zufall: Wahl in vier Tagen

Der Zeitpunkt des Vorfalls – und der israelischen Reaktion darauf – fällt in eine politisch hochexplosive Phase: Am 27. Oktober wird in Israel ein neues Parlament gewählt. Eine Abriegelung des Westjordanlands vor einer Wahl ist dabei kein Novum.

Der Konflikt mit den Palästinenser:innen zählt zu den zentralen Wahlkampfthemen. Rechte Politiker:innen überbieten sich mit Versprechen harter Sicherheitsmaßnahmen gegen palästinensische Gewalt – während die zunehmende Gewalt radikaler israelischer Siedler:innen gegen Palästinenser:innen in ihren Reden kaum vorkommt.

Schon Mitte Oktober hatte Netanjahu bei einem Besuch im Westjordanland Palästinenser ausdrücklich vor Angriffen gewarnt und sich auf "jedes Szenario" vorbereitet gezeigt. Die Lage in dem besetzten Gebiet hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg kontinuierlich zugespitzt: Mehr als 1.100 Palästinenser:innen wurden seither nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet.


Ungewisse Mehrheiten

Für alle Seiten des politischen Spektrums in Israel bleibt die Parlamentswahl ein Drahtseilakt: Laut Umfragen könnte es sowohl für Netanjahus Lager als auch für die Opposition schwierig werden, eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden. Dass der Premier ausgerechnet jetzt mit maximaler Härte reagiert, dürfte auch diesem Kalkül geschuldet sein.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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