Nächste Pleite

Deutscher Bau-Riese Pandion insolvent: Viele Großprojekte betroffen

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

:newstime

Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen?

Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


Der Kölner Immobilienentwickler Pandion hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind neben der Holding fünf weitere Gesellschaften – und zahlreiche Wohn- und Gewerbeprojekte in mehreren deutschen Städten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kölner Pandion AG hat am 10. August Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

  • Pandion ist bundesweit an rund 3.800 Wohnungen und 200.000 Quadratmetern Bürofläche beteiligt.

  • Die Zukunft vieler Großprojekte ist noch völlig offen.

Pandion AG muss Insolvenz anmelden

Die Pandion AG aus Köln hat am 10. August 2026 beim Insolvenzgericht Köln einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Neben der Dachgesellschaft sind auch fünf weitere Unternehmen der Gruppe betroffen: die Bereiche Real Estate, Vertrieb, Design, Projektmanagement und Engineering.

Pandion entwickelt, realisiert und vertreibt Wohn- und Gewerbeimmobilien. Das Unternehmen ist laut "Bild" unter anderem in Köln, Bonn, Düsseldorf, München, Berlin und Stuttgart tätig. Bundesweit ist die Gruppe dem Bericht zufolge an rund 3.800 Wohnungen und etwa 200.000 Quadratmetern Bürofläche beteiligt. Der Umsatz der laufenden Projekte liege bei mehr als 4,8 Milliarden Euro.

Auch in den News:

Liquiditätsprobleme und fehlende Finanzierung

Pandion begründet den Insolvenzantrag mit anhaltenden Problemen bei der Liquidität. In einer Unternehmensmitteilung heißt es "Bild" zufolge, die Schwierigkeiten hätten sich seit einigen Wochen abgezeichnet und trotz intensiver Bemühungen nicht lösen lassen.

Der "Merkur" berichtet zudem, dass ein wichtiger Finanzierungsbaustein entgegen früherer Erwartungen weggefallen sei. Dadurch hätten geplante Maßnahmen zur Stabilisierung nicht umgesetzt werden können. Als möglicher Auslöser wird eine fällige Zinszahlung von 3,6 Millionen Euro für eine Anleihe über 45 Millionen Euro genannt.

Mit dem Verfahren in Eigenverwaltung will Pandion den Geschäftsbetrieb fortführen und die bereits begonnene Restrukturierung in einem rechtlich geordneten Rahmen weiterführen. Das Unternehmen erklärte: "Ziel ist es, die laufenden Projekte bestmöglich fortzuführen und gemeinsam mit den jeweiligen Projekt- und Finanzierungspartnern tragfähige Lösungen für die weitere Umsetzung zu entwickeln."

Zukunft einiger Pandion-Baustellen noch offen

Für viele laufende Bauvorhaben ist die Zukunft zunächst nicht abschließend geklärt. Bei einigen Projekten ist offen, ob und unter welchen Bedingungen die Arbeiten weitergehen. In solchen Verfahren werde geprüft, welche Bauvorhaben wirtschaftlich tragfähig seien und wo Verkäufe oder neue Partnerschaften möglich seien, so der "Merkur".

Für ein Projekt in München gibt es dagegen nach Informationen der tz Entwarnung: Das Vorhaben "Officehome Beat" soll planmäßig weitergeführt werden. Das Objekt ist demnach bereits vollständig an Siemens vermietet.

Bei einem größeren Projekt im baden-württembergischen Asperg konnte Pandion laut "Merkur" dagegen zunächst keine Aussage über die weitere Entwicklung treffen. Das Unternehmen suche gemeinsam mit den beteiligten Partnern nach Lösungen.


Gehälter zunächst abgesichert

Auch für die Beschäftigten bringt das Verfahren zunächst keine unmittelbare Unterbrechung der Zahlungen. Die Löhne und Gehälter sind den Berichten nach für die Monate August bis Oktober 2026 über eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Wie es für die nach Unternehmensangaben rund 200 Mitarbeiter:innen generell weitergeht, ist aber offen.

Der deutsche Bau-Gigant Pandion AG, der unter anderem die berühmten Kranhäuser in Köln verantwortet hat, musste Insolvenz anmelden.

Bild: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn


Diese Projekte machten Pandion bekannt

Pandion hat in mehreren deutschen Großstädten markante Wohn- und Büroprojekte realisiert. Besonders bekannt ist das Wohngebäude "Pandion Vista" im Kölner Rheinauhafen. Es gehört zu den drei knapp 62 Meter hohen Kranhäusern am Rhein, die als Wahrzeichen der Stadt gelten. Im Kranhaus Nord befinden sich mehr als 130 Luxus-Eigentumswohnungen.

Weitere bekannte Projekte sind laut "Bild" der Wohnturm "Isarbelle" in München-Obersendling mit 16 Geschossen und 68 Wohnungen, das Wohnprojekt "Pandion Doxx" im Mainzer Zollhafen, "Pandion The Haus" in Berlin-Charlottenburg, "Pandion Wall 18" in Berlin-Mitte, das Projekt "Siebengebirge" im Kölner Rheinauhafen sowie "Pandion Le Grand" in Düsseldorf. Letzteres hat 18 Etagen und umfasst laut Unternehmensangaben 166 Wohneinheiten.

Erst 2026 stellte Pandion zudem das Büroprojekt "Officehome Pollux" in Berlin-Friedrichshain fertig. Der Gebäudekomplex am Ostkreuz bietet rund 28.700 Quadratmeter Bürofläche.



Verwendete Quellen:

Bild: "Deutscher Bau-Gigant meldet Insolvenz an"

Merkur: "Deutscher Bau-Riese insolvent: Zukunft von etlichen Groß-Baustellen offenbar unklar"

Mitteilung Pandion AG

Mehr entdecken