Schock für Branche
Accell Group in der Krise: Insolvenz bei mehreren deutschen Fahrrad-Firmen
Aktualisiert:
von Michael Reimers:newstime
Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen? (9. März)
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Der Fahrradkonzern Accell steckt tief in der Krise: Die niederländische Mutter erhielt Zahlungsaufschub, mehrere Tochterfirmen – auch in Deutschland – melden Insolvenz an. Marken wie Ghost, Winora und Haibike sind betroffen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Accell Group erhielt einen Zahlungsaufschub.
Mehrere deutsche Tochterfirmen beantragen Insolvenz.
Marken wie Ghost, Winora und Haibike sind betroffen.
Schock in der Fahrradbranche: Die niederländische Accell Group Holding hat aufgrund einer finanziellen Krise laut eigener Mitteilung einen vorläufigen Zahlungsaufschub erhalten. Als nächsten Schritt kündigte der Konzern Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für seine Tochterfirmen in den jeweiligen Ländern an – das bestätigt auch das "Handelsblatt".
In Deutschland haben laut "Ruhr24" die Accell Germany GmbH, die Ghost-Bikes GmbH, die Winora Staiger GmbH und der Fahrradteile- und Zubehörgroßhändler Engelbert Wiener Bike Parts GmbH bereits Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Zur Gruppe zählen unter anderem die Marken Ghost, Winora, Haibike, Babboe, Batavus und Raleigh.
Auch in den News:
Konzernchef Jonas Nilsson zeigte sich in der offiziellen Mitteilung sichtlich betroffen: "Das ist eine zutiefst traurige und frustrierende Situation angesichts der harten Arbeit und allem, was wir mit Unterstützung von Aktionären und Gläubigern erreicht haben."
Trotz intensiver Suche habe sich keine Lösung gefunden, die eine Fortführung der Gruppe in bisheriger Form ermöglicht hätte. Bereits im Februar war im Zuge einer Restrukturierung die Eigentümerschaft an Accell auf die Gläubiger:innen übergegangen.
Was das für Mitarbeiter:innen und Kund:innen bedeutet
Für Beschäftigte und Kundschaft in Deutschland ändert sich zunächst wenig: Laut "Ruhr24" sind die Löhne der betroffenen rund 370 Mitarbeitenden über Insolvenzgeld bis Ende Oktober 2026 gesichert, der Betrieb solle vorerst weiterlaufen.
Räder der betroffenen Marken könnten weiterhin über den Fachhandel verkauft werden, die gesetzliche Gewährleistung bleibe beim Händler. Offen ist laut dem Bericht, wie es mit Garantien, Bestellungen und Ersatzteilen weitergeht.
Verwendete Quellen:
Accell Group: "Accell granted suspension of payments"
Handelsblatt: "Fahrrad-Hersteller ist zahlungsunfähig – Branche geschockt"
Ruhr24: "Große Fahrrad-Firma ist insolvent – 4 Unternehmen in Deutschland betroffen"
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