Suche nach Vermissten
Schweres Erdbeben in Japan: mehrere Verletzte in Kumamoto – eine Person tot
Aktualisiert:
von Marie-Finn BrukerDer JR-Bahnhof Hakata in Fukuoka im Südwesten Japans ist voller Fahrgäste, da der Shinkansen-Zugverkehr nach dem Erdbeben eingestellt wurde.
Bild: kyodo/dpa
In Japan kam es erneut zu einem gewaltigen Erdbeben. Mehrere Menschen sind verletzt, mindestens eine Person kam ums Leben. Aktuell läuft die Suche nach Vermissten.
Das Wichtigste in Kürze
In der Region Kumamoto im Südwesten Japans kam es zu einer starken Erschütterung mit mehreren Nachbeben.
Nach derzeitigen Angaben seien 50 Menschen verletzt und eine Person in Folge des Bebens gestorben.
In einem zerstörten Einkaufshaus werden mögliche Vermisste gesucht.
Ein schweres Erdbeben hat den Südwesten Japans in der Region Kumamoto erschüttert. Kurz danach kam es zu starken Nachbeben. Mindestens 50 Menschen seien verletzt, laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo starb eine Person beim Zusammenbruch eines Hauses.
Auch in den News:
Stromausfälle, Brände und Sperrungen
Das Erdbeben erreichte eine Tiefe von zehn Kilometern, die Stärke der Erschütterung wird auf 7,1 geschätzt. Diese wird auf der sogenannten Richter- oder auch Erdbebenskala eingestuft. Laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) verursachen Erdbeben ab 7 Magnituden nicht nur große Schäden in einem Radius von bis zu 70 Kilometern, sondern können für weiträumigere Zerstörungen sorgen.
Diese Auswirkungen sind auch auf der japanischen Insel spürbar: Nach Angaben des örtlichen Fernsehsenders sei bei rund 48.000 Haushalten der Strom ausgefallen. Weiter gebe es vermehrt Meldungen über Brände, die aktuell geprüft würden. Mehrere Streckenabschnitte auf Autobahnen rund um Kumamoto seien gesperrt worden.
Bei den Atomkraftanlagen gebe es den Medienberichten zufolge unter Berufung auf Betreibende allerdings keine Unregelmäßigkeiten durch die starke Erschütterung.
Mögliche Vermisste in zerstörtem Gebäude
In Kumamoto, dem Epizentrum, kam es in Folge des Bebens zu einer Explosion, die ein Einkaufszentrum schwer beschädigte. Zuvor seien Mitarbeitende und Kund:innen aus dem Gebäude in der Stadt Kashima evakuiert worden.
Nach Angaben von Kyodo sowie dem Fernsehsender NHK bestehe seit dem späten Dienstagabend (28. Juli, Ortszeit) jedoch zu 20 bis 30 Mitarbeitenden kein Kontakt. Polizei und Feuerwehr prüfen den Berichten zufolge, ob noch Personen in dem Shoppingcenter eingeschlossen sind.
Das Foto aus einem Hubschrauber der Nachrichtenagentur Kyodo News zeigt das teilweise zerstörte Gebäude der Aeon Mall in Kashima in der Präfektur Kumamoto. Erneut wird Japan von einem starken Erdbeben erschüttert. Wieder trifft es eine Region, die erst vor zehn Jahren schwer getroffen worden war. (zu dpa: «Mindestens ein Todesopfer nach Erdbeben in Japan»)
Bild: kyodo/dpa
Mehrere Tote bei Kumamoto-Erdbeben 2016
Wie Japans Regierungschefin Sanae Takaichi mitteilte, bemühe man sich, die Lage schnell zu erfassen und nötige Notfall-Maßnahmen zu treffen. In der Region kam es bis in den späten Abend zu weiteren Beben. In den Folgetagen seien nach Angaben der Nationalen Wetterbehörde weitere starke Erschütterungen möglich.
Es ist nicht das erste schwere Erdbeben in der Region. Bereits vor zehn Jahren war Kumamoto von einem Beben der Stärke 7,3 heimgesucht worden. Die Erschütterung verursachte schwere Gebäudeschäden. Zehntausend Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden, dutzende kamen ums Leben.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
DRK: "Erdbeben - Entstehung und Folgen"
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