Extremwetter drohen
Aktuelle Prognose zu El Niño: Höchste Stufe erwartet - mehr Hitze, Dürre und Starkregen
Aktualisiert:
von Max Strumberger:newstime
Experten warnen vor stärkstem El Niño seit Messbeginn
Videoclip • 01:33 Min • Ab 12
Die Weltwetterorganisation schlägt Alarm: Ein außergewöhnlich starker El Niño baut sich im Pazifik weiter auf. Das Wetterphänomen könnte bis 2027 anhalten und weltweit Dürren, Überschwemmungen, Hitzewellen und Starkregen auslösen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein El Niño der höchsten Intensitätsstufe rückt näher.
Die Weltwetterorganisation erwartet, dass sich die ungewöhnliche Erwärmung des Pazifiks bis zum Jahresende weiter verschärft.
Die Folgen könnten noch 2027 bei Temperaturen und Regen spürbar sein.
Das Wetterphänomen El Niño verstärkt sich weiter und könnte nach Einschätzung der Weltwetterorganisation (WMO) in den kommenden Monaten besonders stark werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Warmphase bis Februar 2027 anhält, liegt laut den aktuellen Prognosen bei nahezu 100 Prozent. Mit einer Rückkehr zu neutralen Bedingungen oder zu La Niña rechnen die Fachleute im Vorhersagezeitraum nicht.
Ursache sind außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen im zentralen und östlichen tropischen Pazifik. Der Niño-3.4-Index lag im Mai bis Juli 2026 im Mittel 1,5 Grad über dem Normalwert und erreichte im Juli bereits plus 2,0 Grad. Zwischen Ende Juli und Mitte August wurden wöchentliche Abweichungen von bis zu 2,6 Grad gemessen. Unter der Meeresoberfläche lagen die Temperaturen regional sogar mehr als acht Grad über dem Durchschnitt.
Heißer Pazifik lässt Risiko für Extremwetter weltweit steigen
Mit der weiteren Erwärmung steigt weltweit das Risiko für extreme Wetterlagen. Die WMO erwartet deutliche Veränderungen bei Niederschlag, Temperaturen und atmosphärischen Strömungen – darunter mehr Dürren, Starkregen, Überschwemmungen und Hitzewellen. Für den Zeitraum September bis November 2026 wird in nahezu allen Landgebieten eine erhöhte Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlicher Temperaturen prognostiziert.
Die Auswirkungen werden jedoch regional sehr unterschiedlich ausfallen. Die Stärke des El Niño allein entscheidet nicht darüber, wie schwer die Folgen in einem bestimmten Land sind. Auch andere Klimafaktoren spielen eine Rolle: Für den Indischen Ozean wird eine positive Dipol-Phase erwartet, während der tropische Atlantik voraussichtlich ebenfalls ungewöhnlich warm bleibt. Diese Einflüsse können typische El-Niño-Effekte verstärken, abschwächen oder verändern.
Mehr zu dem Thema:
Welt muss sich auf El Niño vorbereiten
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo forderte deshalb eine außergewöhnliche Vorbereitung. Besonders Landwirtschaft, Gesundheitsversorgung und gefährdete Bevölkerungsgruppen müssten geschützt werden. Der Einfluss auf die globale Durchschnittstemperatur dürfte vor allem 2027 spürbar werden. Die WMO will gemeinsam mit nationalen Wetterdiensten und humanitären Organisationen laufend regionale Warnungen und Handlungsempfehlungen aktualisieren.
Auch in den News:
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
WMO: El Niño set to become very strong, raising risks of extreme weather into 2027
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