Daten weg?

SMS des Todes legt Androids lahm: So rettest du dein Smartphone vor der Absturz-Falle

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

:newstime

Handy am Steuer: Was ist erlaubt, was verboten? (28. September)

Videoclip • 01:24 Min • Ab 12


Eine Sicherheitslücke mit erschreckendem Namen treibt Android-Nutzer:innen in die Enge – und das Tückische daran: Du bekommst den Angriff nicht einmal mit. Was dahintersteckt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unsichtbare SMS können Android-Smartphones in eine Neustart-Schleife schicken.

  • Wer betroffen ist, sollte auf keinen Fall die Datenlöschung starten.

  • Welche Geräte gefährdet sind und was jetzt hilft.

Stelle dir vor: Dein Smartphone startet plötzlich neu. Und wieder. Und wieder – alle anderthalb Minuten. Dann erscheint eine Aufforderung, alle Daten zu löschen. Was wie ein technischer Albtraum klingt, ist bittere Realität für Besitzer:innen von Android-Geräten. Der Auslöser trägt einen passenden Namen: SMS des Todes – auf Englisch "SMS of Death".

Was steckt dahinter?

Der Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk hat die Schwachstelle aufgedeckt und veröffentlicht, wie das IT-Fachportal "Heise.de" berichtet. Betroffen sind Android-Smartphones der Versionen 12 bis 17 – ein riesiger Teil der weltweit genutzten Geräte.

Das besonders Perfide: Der Angriff erfolgt über sogenannte WAP-Push-SMS, also über ein veraltetes System, das Mobilfunkbetreiber eigentlich nutzen, um versteckte Einstellungen an Endgeräte zu übermitteln. Die Angriffsnachrichten landen dabei noch nicht einmal im regulären Posteingang – sie bleiben für Betroffene völlig unsichtbar. Kein Hinweis, kein Warnsignal, kein Absender.

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Was passiert, wenn das Gerät angegriffen wird?

Nach einem erfolgreichen Angriff über die SMS des Todes startet das betroffene Telefon im Abstand von etwa anderthalb Minuten immer wieder neu. Zusätzlich erscheint eine Aufforderung, das Gerät über den Wiederherstellungsmodus auf Werkseinstellungen zurückzusetzen und damit sämtliche gespeicherten Daten zu löschen. Genau das sollten Betroffene jedoch auf keinen Fall tun.

Was tun – und was unbedingt lassen?

Wer Opfer der SMS des Todes wird, sollte sich laut Expert:innen professionelle Hilfe holen, statt voreilig auf "Wipe data" zu tippen. Denn: Eine Datenrettung ist möglich – über eine Verbindung des Smartphones mit einem PC und dem Entwicklertool Android Debug Bridge (ADB).

Wählt man dagegen die angezeigte Datenlösch-Option, sind alle persönlichen Inhalte auf dem Gerät unwiederbringlich verloren.

Gibt es Schutz?

Für Android-Versionen 14 bis 17 hat Google spätestens Anfang Oktober ein Sicherheitsupdate bereitgestellt. Wer jedoch kein Google-Pixel-Smartphone besitzt, muss unter Umständen Wochen oder sogar Monate warten, bis der jeweilige Gerätehersteller den Patch ausrollt.

Noch ungünstiger sieht es für Nutzer:innen älterer Android-Versionen aus: Auf Geräten mit Android 12 oder 13 dürfte die Lücke der SMS des Todes bestehen bleiben – es sei denn, die Hersteller entwickeln eigenständig passende Sicherheitsaktualisierungen.



Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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