Neue Funktion

WhatsApp führt Benutzernamen ein – Verbraucherschützer warnen

Veröffentlicht:

von Max Strumberger

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Geheimdienste warnen vor WhatsApp-Hacks

Videoclip • 01:32 Min • Ab 12


WhatsApp macht Ernst mit Benutzernamen. Künftig soll die eigene Handynummer in Chats und Gruppen nicht mehr automatisch sichtbar sein. Doch Verbraucherschützer warnen schon vor neuen Betrugsmaschen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer bei WhatsApp chattet, zeigt bislang fast immer auch seine Nummer. Das soll sich mit Benutzernamen ändern.

  • Die neue Funktion könnte Gruppen sicherer machen, ruft aber auch Kritiker auf den Plan.

  • Sie warnen vor falschen Identitäten und mehr Betrugsgefahr.

WhatsApp führt eine grundlegende Änderung ein: Künftig sollen Nutzer:innen über einen frei wählbaren Benutzernamen chatten können, ohne dabei ihre Handynummer offenlegen zu müssen. Vor allem in Gruppen wäre das ein spürbarer Wandel, denn bislang ist die eigene Nummer dort oft auch für Menschen sichtbar, die man gar nicht persönlich kennt. Seit Ende Juni 2026 läuft bereits die Reservierung der Namen, die eigentliche Freischaltung soll schrittweise erfolgen.

Für viele klingt das nach einem überfälligen Datenschutz-Upgrade. Tatsächlich könnte die Neuerung verhindern, dass Telefonnummern massenhaft aus Gruppen, Kanälen oder offenen Communitys abgegriffen werden. Wer sich einen Namen sichert, gewinnt damit mehr Kontrolle darüber, wer die eigene Nummer überhaupt zu sehen bekommt. Ganz anonym wird WhatsApp dadurch aber nicht: Für die Registrierung bleibt die Mobilnummer weiterhin Pflicht, und auch der Mutterkonzern Meta kennt sie selbstverständlich weiter.


Verbraucherzentrale warnt vor neuen Betrugsmaschen

Genau darin liegt der zentrale Widerspruch der neuen Funktion. Nach außen steigt die Privatsphäre, innerhalb des Meta-Ökosystems ändert sich dagegen wenig. Verbraucherschützer:innen warnen zudem davor, für WhatsApp denselben Namen wie bei Instagram oder Facebook zu verwenden. Wer seine Profile plattformübergreifend angleicht oder sogar verknüpft, erleichtert es Meta, Daten und Nutzungsverhalten zusammenzuführen. Wer Tracking möglichst klein halten will, sollte deshalb besser ein separates Pseudonym für WhatsApp wählen.

Neben Lob gibt es aber auch deutliche Sicherheitsbedenken. Die Verbraucherzentrale NRW warnt, dass frei wählbare Namen neue Möglichkeiten für Betrug, Phishing und Identitätsdiebstahl schaffen könnten. Kriminelle könnten versuchen, sich als Behörde, Unternehmen oder bekannte Person auszugeben, um vertrauenswürdig zu wirken. Ein seriös klingender Benutzername ist also noch kein Echtheitsnachweis. WhatsApp hat zwar Schutzmechanismen angekündigt, doch wie wirksam sie im Alltag wirklich sind, muss sich erst noch zeigen.

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Augen auf bei der Namenswahl

Wer die Funktion nutzt, sollte deshalb nicht nur schnell reservieren, sondern auch klug vorgehen: keinen Klarnamen verwenden, keinen Namen von anderen Plattformen kopieren und möglichst den Benutzernamen-Schlüssel aktivieren. Dann reicht der Name allein für eine erste Kontaktaufnahme nicht aus. Unterm Strich ist der WhatsApp-Benutzername ein sinnvoller Schritt gegen allzu offene Telefonnummern in Gruppen – aber eben kein Freifahrtschein für echte Anonymität und schon gar kein automatischer Schutz vor Betrügern.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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