US-Wirtschaft
Wegen schlechter Arbeitsmarkt-Zahlen: Trump entlässt Statistik-Chefin
Veröffentlicht:
von Michael Reimers31. Juli 2025: US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington
Bild: AP / Jacquelyn Martin
Nach Bekanntwerden der aktuellen US-Beschäftigungsquote, die deutlich geringer wuchs als erwartet, hat Präsident Donald Trump die Chefin der zuständigen Statistikbehörde entlassen.
Nach enttäuschenden Arbeitsmarkt-Daten entließ US-Präsident Donald Trump am Freitag (1. August) die Chefin der zuständigen Statistikbehörde. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. "Wir brauchen akkurate Arbeitsmarktzahlen. Ich habe mein Team angewiesen, diese von Biden ernannte politische Beamtin SOFORT zu entlassen", schrieb Trump auf seinem Kurznachrichtendienst "Truth Social" über Erika McEntarfer.
Sie werde durch jemanden ersetzt, der weitaus kompetenter und qualifizierter sei. Die Chefin der Statistikbehörde Bureau of Labor Statistics (BLS) war 2023 von Trumps Vorgänger Joe Biden für den Posten nominiert und im folgenden Jahr vom Senat bestätigt worden.
Nur ein Zehntel der erwarteten Jobs geschaffen
Wie zuvor aus offiziellen Daten der US-Regierung hervorgegangen war, hatte sich der US-Arbeitsmarkt im Sommer merklich abgekühlt. Im Juli kamen außerhalb der Landwirtschaft 73.000 neue Stellen hinzu, während von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonom:innen 110.000 erwartet hatten.
Zudem wurde die Zahl der im Juli geschaffenen Stellen von ursprünglich 147.000 auf nur noch 14.000 nach unten korrigiert.
Entlassungswellen im Staatsapparat verschärfen Situation
"Die schwachen Arbeitsmarktdaten lassen darauf schließen, dass sich die US-Wirtschaft empfindlich abkühlt", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Zahlen zeigten, dass die Zollpolitik der US-Regierung die wirtschaftliche Entwicklung stärker als bislang angenommen belaste.
Zudem hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump zahlreiche Stellen im Staatsdienst gestrichen, was sich nach Einschätzung von Expert:innen ebenfalls negativ auf die Lage am Arbeitsmarkt auswirken dürfte. Die Kürzungen im Staatshaushalt hatten auch Entlassungen an Universitäten und bei gemeinnützigen Organisationen zur Folge.
US-Arbeitslosenquote sogar leicht gestiegen
Nach Angaben des Arbeitsministeriums stieg die Arbeitslosenquote im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Monatsvergleich um 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich legten die Löhne um 3,9 Prozent zu und damit etwas stärker als erwartet.
Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt gilt als entscheidend für die Geldpolitik der US-Notenbank und wird von den Finanzmärkten genau beobachtet. Zuletzt hatte die US-Notenbank Fed die Zinsen nicht verändert und auf einen robusten Arbeitsmarkt verwiesen. Hingegen hatte US-Präsident Trump mehrfach eine Zinssenkung gefordert, um die Wirtschaft zu beleben.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur Reuters
Nachrichtenagentur dpa
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